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    <title>BildungsBlog (Rubrik:Social Bussines)</title>
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    <description>Community-Weblog rund um Bildung, Lernen und Lehren.</description>
    <dc:date>2011-11-19T10:21:03Z</dc:date>
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      <title>BildungsBlog</title>
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  <item rdf:about="http://bildung.twoday.net/stories/6089178/">
    <title>&amp;#8220;Jeder hat das Recht auf einen Kredit&amp;#8221; - Friedensnobelpreistr&amp;auml;ger...</title> 
    <link>http://bildung.twoday.net/stories/6089178/</link>
    <description>Mit Mikrokrediten hat er die Finanzwelt in Entwicklungsl&amp;auml;ndern revolutioniert &amp;#8211; jetzt will Friedensnobelpreistr&amp;auml;ger Muhammad Yunus sein Konzept auch auf Industriestaaten &amp;uuml;bertragen. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview sagt er, wie Arbeits- und Obdachlose in Deutschland davon profitieren k&amp;ouml;nnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Herr Yunus, mit der Grameen-Bank vergeben Sie Mikrokredite in Entwicklungsl&amp;auml;ndern. Brauchen wir in Deutschland ein &amp;auml;hnliches Programm?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Auf jeden Fall. Auch in Deutschland gibt es viele Menschen, die vom Bankensystem ausgeschlossen werden. Arbeitslose zum Beispiel. Banker halten sie f&amp;uuml;r ein gro&amp;szlig;es Risiko. Dabei br&amp;auml;uchten gerade sie Kredite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Warum? Deutsche Arbeitslose bekommen staatliche Unterst&amp;uuml;tzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Das ist in reichen L&amp;auml;ndern wie Deutschland der &amp;uuml;bliche Weg. Aber mit dem Arbeitslosengeld besteht kein Anreiz, neues Einkommen zu generieren. Im n&amp;auml;chsten Monat kommt ja das n&amp;auml;chste Gehalt. Das raubt den Menschen die Initiative. Man k&amp;ouml;nnte Arbeitslosen doch auch Mikrokredite geben. Dann k&amp;ouml;nnten sie ihr eigenes Unternehmen gr&amp;uuml;nden. F&amp;auml;hige Menschen sollten nicht vor dem Fernseher sitzen, wie Zombies, ohne etwas zu tun zu haben. Ihr Potential und ihre F&amp;auml;higkeiten bleiben ungenutzt. Ihre Kreativit&amp;auml;t wird verschwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: W&amp;uuml;rden Sie jedem Arbeitslosen einen Kredit geben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Jeder Mensch sollte das Recht auf einen Kredit haben. Man k&amp;ouml;nnte doch sagen, ich schenke dir entweder 100 Euro oder ich gebe dir einen Kredit von 500 Euro. Das ist besser, als das Geld einfach so zu verteilen. Wenn nur die H&amp;auml;lfte der Menschen das Geld zur&amp;uuml;ckzahlt, dann ist das schon ein Erfolg. Und wenn die Kreditnehmer erfolgreich sind, spornt das auch andere an. Der Stolz kommt zur&amp;uuml;ck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Es gibt bereits viele M&amp;ouml;glichkeiten f&amp;uuml;r Arbeitslose, etwa Gr&amp;uuml;ndungszusch&amp;uuml;sse vom Staat. Und Kleinstkredite werden bereits von der Kreditanstalt f&amp;uuml;r Wiederaufbau vergeben. Warum brauchen wir trotzdem weitere Mikrokredite in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Staatliche Programme haben meist ein strenges, b&amp;uuml;rokratisches Prozedere, von dem nicht abgewichen wird. Manche schlagen daraus Kapital und umgehen diese Regeln. Nicht weil sie die Kredite brauchen, sondern weil sie das System austricksen k&amp;ouml;nnen. Andere kommen nicht zum Zuge, weil sie nicht in ein bestimmtes Raster passen. Der Staat ist, wenn er Kredite vergibt, auch nicht unbedingt an Nachhaltigkeit interessiert. Schlie&amp;szlig;lich ist das Geld steuerfinanziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Das hei&amp;szlig;t, Mikrokredite sollten eher von privaten Instituten vergeben werden?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Ich m&amp;ouml;chte nicht das Wort &quot;privat&quot; benutzen. Das hei&amp;szlig;t, dass man Geld verdienen m&amp;ouml;chte. Ich ziehe Mikrokredite als Social Business auf. Social Business bedeutet, dass man mit einem Unternehmen ein bestimmtes soziales Problem angehen m&amp;ouml;chte. Gewinne werden wieder in das Social Business investiert. Es muss aber auch kostendeckend sein. Deshalb verlangen wir auch Zinsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Die ziemlich hoch sind. Die Grameen Bank verlangt teilweise 20 Prozent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Nat&amp;uuml;rlich sind niedrige Zinsen gut. Aber wenn ein Institut sich selbst tragen muss, dann kann man keinen Zins verlangen, von dem das Institut nicht nachhaltig existieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Sie haben in Entwicklungsl&amp;auml;ndern auch Programme mit Bettlern angeschoben. Da nehmen Sie gar keine Zinsen. Werden solche Kredite zur&amp;uuml;ckgezahlt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Ja, die R&amp;uuml;ckzahlungsraten sind sogar sehr hoch. Wir nehmen keine Zinsen, weil wir keinen Druck aus&amp;uuml;ben wollen. Die Bettler sollen ganz entspannt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Und woher kommt dann die Motivation, das Geld zur&amp;uuml;ckzuzahlen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Wenn die Bettler uns den Kredit zur&amp;uuml;ckzahlen, dann bekommen sie einen neuen mit den gleichen Konditionen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das funktioniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: W&amp;uuml;rde das auch mit Obdachlosen in Deutschland funktionieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Wir sollten es versuchen. Es w&amp;auml;re eine neue Situation, und ich kann nat&amp;uuml;rlich nicht vorhersehen, ob es funktioniert. Ich w&amp;uuml;rde auch nicht gleich allen Bettlern einen Kredit geben, sondern es erstmal an einer Person ausprobieren. Wenn es klappt, dann kann man dem n&amp;auml;chsten einen Kredit geben. Wenn einer den Anfang macht, dann ziehen andere nach. In Bangladesch und in vielen anderen L&amp;auml;ndern hat das funktioniert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Welche Kriterien setzen Sie an, um den &amp;Auml;rmsten der Armen Kredite zu geben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Wir versuchen erst einmal zu verstehen, warum jemand zum Bettler geworden ist. Meist gab es einen Wendepunkt in seinem Leben. Es ist einfach zu sagen, dass Bettler nicht arbeiten wollen. Aber m&amp;ouml;glicherweise stimmt das gar nicht. Dann diskutieren wir mit ihnen zusammen, was sie tun k&amp;ouml;nnten, und wir geben das Geld daf&amp;uuml;r. Wir machen zusammen einen Businessplan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Hat denn jeder Bettler eine Gesch&amp;auml;ftsidee?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Der menschliche Geist ist grenzenlos kreativ. Wenn man nicht aufh&amp;ouml;rt nachzudenken, findet man eine L&amp;ouml;sung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Die Idee der Mikrokredite funktioniert auch deshalb so gut, weil die Gemeinschaft auf den Kreditnehmer moralischen Druck aus&amp;uuml;bt. Die deutsche Kultur ist aber sehr individualistisch, oft leben Menschen anonym. Funktionieren Mikrokredite hier trotzdem?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Schauen Sie sich das Beispiel New York an. Die Einwohner wissen meist nicht, wer nebenan wohnt. Wenn jemand stirbt, merken sie es oft gar nicht. Aber es funktioniert auch da. Durch die Programme bringen wir die Menschen zusammen und sie haben pl&amp;ouml;tzlich Freunde. Und so ist dann auch der Druck der Gemeinschaft da.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Sind Sie schon mal auf ein Land gesto&amp;szlig;en, in dem Mikrokredite nicht funktioniert haben?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Nein, denn Menschen brauchen Geld. Wir haben eine Welt um uns herum, in der Geld wichtig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: In vielen L&amp;auml;ndern der Welt gibt es Filialen der Grameen Bank, die Sie 1983 gegr&amp;uuml;ndet haben. Wann er&amp;ouml;ffnen Sie eine Filiale in Deutschland?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Ich werde oft gefragt, warum wir noch keine Filiale in Deutschland haben. Aber ich werde nicht aus Bangladesch kommen und sagen: Ich will bei Euch Mikrokredite einf&amp;uuml;hren. Da m&amp;uuml;sste schon jemand zu mir kommen und sagen: Hey, kannst Du uns dabei helfen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Und es hat Sie noch niemand gefragt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Es gab mal ein paar Leute, die eine Art &amp;ouml;kologische Mikrokredite-Bank in Deutschland gr&amp;uuml;nden wollten und mich um Hilfe baten. Aber sie haben irgendwann das Interesse verloren und hatten andere Sachen im Kopf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Viele Unternehmen sind im Social Business aktiv. Eine Idee, die auch von Ihnen stammt. BASF zum Beispiel verkauft Moskitonetze, die sich auch arme Menschen leisten k&amp;ouml;nnen. Danone verkauft f&amp;uuml;r wenig Geld einen vitaminreichen Joghurt, oder Veolia macht mit erschwinglichem Trinkwasser Social Business. Welches Unternehmen werden Sie als n&amp;auml;chstes von Social Business &amp;uuml;berzeugen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Ich &amp;uuml;berzeuge niemanden. Ich warte, bis die Leute zu mir kommen. Sie m&amp;uuml;ssen es gar nicht mit mir machen. Sie k&amp;ouml;nnen es auch selbst. Ich m&amp;ouml;chte nicht meine Bank erweitern, sondern die Idee verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Adidas hat k&amp;uuml;rzlich angek&amp;uuml;ndigt, als Social Business aktiv zu werden. Sind Sie zu Adidas gegangen, oder hat das Unternehmen Sie um Rat gefragt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Die Leute von Adidas sind zu mir gekommen. Sie haben mich gefragt, was sie tun k&amp;ouml;nnten. Und dann habe ich gesagt, sie sollten ein Ziel, eine Mission haben. Das k&amp;ouml;nnte sein: Niemand auf der Welt sollte ohne Schuhe herumlaufen. Der Schuh muss nat&amp;uuml;rlich auch erschwinglich sein, damit es ein Social Business ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Warum ist es so wichtig, Schuhe zu tragen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Viele Menschen wissen nicht, wie sie sich vor Krankheiten sch&amp;uuml;tzen k&amp;ouml;nnen. Viele Parasiten dringen durch die F&amp;uuml;&amp;szlig;e in den K&amp;ouml;rper ein. Wenn alle Kinder Schuhe h&amp;auml;tten, k&amp;ouml;nnte man viele Krankheiten verhindern. Wenn Adidas mit der Idee erfolgreich ist, m&amp;uuml;ssen auch die anderen nachziehen. Es entsteht eine neue Art von Wettbewerb. Der Wettbewerb, anderen Menschen zu helfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
SPIEGEL ONLINE: Warum funktioniert Social Business?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yunus: Es gibt zwei Dinge in uns. Den Egoismus und die Selbstlosigkeit. Der selbstlose Teil in uns ist genauso stark wie der egoistische. Wir lassen das nur noch nicht zu. Die meisten Unternehmen handeln egoistisch. Aber warum kann man nicht auf der Basis von Selbstlosigkeit ein Unternehmen aufbauen? Anderen zu helfen, ist ein wundervolles Gl&amp;uuml;ck. Wir wollen den Kapitalismus nicht abschaffen, sondern vervollst&amp;auml;ndigen. Egoismus und Selbstlosigkeit geh&amp;ouml;ren gleicherma&amp;szlig;en dazu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quelle: &lt;a href=&quot;http://bildung24.cwsurf.de/component/content/article/188&quot;&gt;http://bildung24.cwsurf.de/component/content/article/188&lt;/a&gt;</description>
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    <dc:subject>Social Bussines</dc:subject>
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