BildungsBlog
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Rubrik: Hochschule   [Alle Rubriken]
Die Wahl zum ersten demokratischen Stipendium hat begonnen. Studenten und Absolventen haben die Chance auf eine Förderung von 25.000 Euro, die von Mittelständlern und Großkonzernen gesponsert wurde. 534 Bewerber erklären auf der Website des Absolventa e.V. (http://ww.absolventa.de/stipendium/bewerber-2009), warum gerade sie ein Stipendium verdient haben. Mit Motivationsschreiben, Songs, Präsentationen und Videos wollen sie die Wähler überzeugen, ihnen ihre Stimme für das Stipendium zu geben.

Die demokratische Abstimmung


Bis zum 30. Juni kann jeder registrierte Nutzer mit darüber abstimmen, wer die glücklichen Stipendiaten werden. Dabei wird sichergestellt, dass jeder Wähler nur einmal für einen Kandidaten abstimmt. Jeder Kandidat kann mit 0 bis 5 Sternen bewertet werden, je nachdem, ob seine Geschichte überzeugt oder nicht.

„Dadurch, dass die Studenten und Absolventen über die Stipendienvergabe abstimmen, fördern sie, was sie selbst überzeugt“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Pascal Tilgner. „Wir gehen davon aus, dass diese demokratische Vergabe des Stipendiums dazu führt, dass Werte gefördert werden, die von der konventionellen Eliteförderung nicht abgedeckt werden.“

Der Absolventa e.V. stellt jedem Bewerber Mittel für seinen individuellen „Wahlkampf“ zur Verfügung, so dass die Abstimmung wie in einer Demokratie auch vom persönlichen Einsatz der Kandidaten abhängt. Wer die meisten Wähler von sich überzeugt, erhält am Ende ein Stipendium.

Ein Stipendium jenseits der Eliteförderung

Über 4.400 Bewerber registrierten sich bis zum 28. Februar 2009 für das erste demokratische Stipendium. 534 von ihnen verfassten anschließend ein Motivationsschreiben und stehen nun zur Wahl. Dabei konnten die Bewerber selbst über Höhe und Verwendung des Stipendiums entscheiden, auch die Form der Bewerbung war freigestellt. Die verschiedenen Schreiben, Film, Songs und Präsentationen zeugen von der Kreativität und dem Ideenreichtum der Studenten und Absolventen und bestätigen das Anliegen des Absolventa e.V., die Bildungslandschaft in ihrer ganzen Vielfalt zu fördern.

Studenten zu fördern, die nicht nur Einsen in der Hochschule haben, aber interessante soziale oder kreative Ansätze verfolgen, ist unser Ziel“, betont Christoph Jost, Vorstandsmitglied des Vereins. „Fast 20.000 Euro haben wir schon gesammelt, für die letzten 5.000 Euro suchen wir noch Unternehmen, die unsere Aktion mit einem Sponsoring unterstützen wollen.“

Die Fernuni Hagen wird zum bundesweiten Vorreiter für innovative Lern- und Studienmodelle, so wünscht sich das zumindest Innovationsminister Andreas Pinkwart. Um dieses Ziel zu erreichen, werden bis zum Jahr 2019 rund 13 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um das "Institute for Technology enhanced Learning" (ITeL) aufzubauen.

Ziele sind unter anderem, die Präsenzlehre auch für andere Hochschulen zu entlasten sowie berufsbegleitendes Studium für Werktätige zu vereinfachen. Präsenzhochschulen sind eingeladen, sich an der Entwicklung des Instituts zu beteiligen.

Mehr Informationen finden sich in der Pressemitteilung zum Thema im idw, auf der Website der Fernuni www.fernuni-hagen.de und im Portal für Fernstudenten www.fernuni.me

Privathochschulen in Deutschland haben noch nicht den Status, den private Hochschulen im angloamerikanischen Raum haben. Wirft man allerdings einen Blick hinter die Kulissen, wird schnell klar, dass im Bereich der privaten Hochschulbildung mehr passiert, als im ersten Moment ersichtlich.

Es gibt zwar wenig private Universitäten, private Hochschulen also, die sich unter anderem durch eine Promotionsberechtigung auszeichnen, dafür aber umso mehr private Fachhochschulen - in Deutschland etwa 80.

Viele Hochschulen in Deutschland haben auch sog. Business-Schools gegründet, die neben Zertifikaten Titel teils über Partnerhochschulen im Inland oder Ausland verleihen. Sehr bekannt ist z. B. die International Business School ibs, die in Berlin auch als Hochschule firmiert.

Das Verzeichnis für Privathochschulen und Business School www.privathochschulen.net will mit seinen Datenbanken für Privathochschulen und Business-Schulen sowie Studiengänge ein wenig Übersicht in den doch recht vielfältigen Markt der Privatbildung schaffen.

Verzeichnet sind neben über 80 Fachhochschulen und Universitäten derzeit mehr als 550 Studiengänge. Jeder Studiengang kann nach verschiedenen Kriterien bewertet und kommentiert werden. Aktuelle Informationen zur Branche runden die Seite ab.

Mehr Infos: www.privathochschulen.net

UPDATE: Die Teams stehen, Start-ups und Mittelständler können sich für kostenlose Online Marketing Kampagnen bewerben.

Berlin, 15. Dezember 2008. Die Google Online Marketing Challenge ist weltweit ein sehr bekannter Marketing-Wettbewerb für Studenten. Erstmals öffnet Google Deutschland in Kooperation mit der Jobbörse ABSOLVENTA seine Registrierungsrunde 2009 auch direkt für Studenten. ABSOLVENTA Nutzer können sich als Team-Captains bewerben und aus einem Pool hochqualifizierte Mitglieder für ihr Team heraussuchen.

Bei der Google Online Marketing Challenge treten weltweit studentische Teams unter der Leitung eines Professors gegeneinander unter realen Wirtschaftsbedingungen an. Mit einem Guthaben von 200 US-Dollar in Google AdWords ausgestattet, müssen die Teams für ein kleines bis mittelständisches Unternehmen eine dreiwöchige Online-Kampagne planen und durchführen. Die Gewinner werden in die Google Zentrale nach Kalifornien eingeladen und erhalten jeweils einen Laptop.

Studentische ABSOLVENTA Teams

Normalerweise dürfen sich bei der Google Online Marketing Challenge nur Professoren oder wissenschaftliche Mitarbeiter registrieren und anschließend ihr studentisches Team zusammenstellen. Jetzt können Studenten auch selbst die Initiative ergreifen. Für die Challenge 2009 besteht für Studierende das erste Mal die Möglichkeit, sich direkt über ABSOLVENTA zu bewerben:

ABSOLVENTA sucht Team-Captains, die sich mit ihrem Profil bei ABSOLVENTA für die Google Online Marketing Challenge qualifizieren, indem sie in einem kurzen Motivationsschreiben darlegen, warum sie geeignet wären, ein studentisches Team zusammen mit einem Professor erfolgreich durch die Google Online Marketing Challenge zu führen. Zu den Aufgaben des Captains gehört unter anderem, sich einen Professor oder wissenschaftlichen Mitarbeiter einer akademischen Einrichtung als Betreuer zu suchen.

Auch Studenten, die kein Captain sein aber in einem Team mitwirken wollen, können sich bei ABSOLVENTA in einen Bewerber-Pool eintragen lassen, aus dem die Team-Captains 2-5 Mitglieder für ihr Team rekrutieren können. Zusätzlich hilft ABSOLVENTA wenn nötig beim Kontakt zu geeigneten Unternehmen für die Onlinekampagnen.

Bewerbungsschluss zur Teilnahme über ABSOLVENTA ist der 4. Januar 2009. Die Anmeldung erfolgt nach dem Login auf www.absolventa.de im Bereich Karriereplanung. Weitere Informationen gibt es auch im ABSOLVENTA Blog und unter www.google.com/onlinechallenge. Anmeldeschluss der Teams über deren Professoren ist der 23. Januar 2009 auf der Google Online Marketing Challenge Homepage.

Über ABSOLVENTA


ABSOLVENTA ist die Jobbörse für Studenten, Absolventen und Young Professionals. Der Bewerbungsprozess wird dabei einfach umgedreht: Jobinteressenten erhalten passende Angebote von attraktiven Unternehmen, die sie sonst nie entdeckt hätten. Personalentscheider stellen mit wenigen Klicks Kontakte zu ihren Wunschkandidaten her und erzielen damit einen entscheidenden Vorteil im „war for talent“.

Das Konzept überzeugt die einen wie die anderen: Rund 80.000 Bewerber haben sich seit dem Start der Plattform im April 2008 unter www.absolventa.de angemeldet. Mehr als 480 Firmen aller Branchen und Größen nutzen bereits die neuen Rekrutierungschancen.

Kontakt:


Felix Struening
Absolventa GmbH
Greifswalder Str. 212
10405 Berlin

Tel.: +49.30.24 04 83-156
Fax: +49.30.24 04 83-200
presse@absolventa.de
www.absolventa.de

Der Absolventa e.V. fördert Studenten und Ab­solventen aller Fachrichtungen und Hoch­schulen. Da­für vergibt der Verein das erste demo­kra­tische Stipendium, um den aka­demischen Nachwuchs jenseits von konven­tioneller Eliteförderung zu unter­stützen.
  1. Jeder Student und Absolvent kann sich bewerben. Gleiche Chancen für alle!
  2. Höhe und Verwendung des Sti­pen­diums bestimmt jeder Be­werber selbst
  3. Alle Studenten und Ab­solven­ten wäh­len demokratisch die Sti­pen­diaten
Insgesamt werden 25.000 Euro unter den Stipendiaten verteilt!

Die Bewerbung läuft. Jetzt registrieren und das erste demokratische Stipendium holen unter:

www.absolventa.de/stipendium

Call for Student Papers
für
einen Sammelband über Game Studies
werden Beiträge gesucht.


Game Studies
In Deutschland hat die wissenschaftliche Beschäftigung mit Computerspielen in den letzten Jahren einen Aufschwung erlebt und viele Disziplinen nähern sich allmählich der Erforschung des Mediums Computerspiel. Diese zusammengefasste Computerspielforschung wird allgemein unter dem Etikett Game Studies zusammengefaßt. Doch immer noch ist das Angebot an Lehrveranstaltungen zu diesem Thema an den meisten Universitäten und ihnen angeschlossenen Fachbereichen und Instituten sehr dürftig. Studierende mit Interesse an diesem – für sie oft alltäglich benutztem Medium – werden mit unflexiblen Strukturen konfrontiert, die es ihnen erschweren, sich wissenschaftlich mit dem Medium Computerspiel zu beschäftigen.
Der geplante Sammelband möchte daher speziell NachwuchswissenschaftlerInnen eine Möglichkeit bieten, sich wissenschaftlich mit Computerspielen zu beschäftigen und einen Beitrag zu Game Studies in Deutschland zu leisten.
Erscheinen wird der Sammelband in der Game Studies Reihe im vwh Verlag Werner Hülsbusch.

Thematische Schwerpunkte
Gesucht werden Beiträge, die folgende thematische Schwerpunkte haben:

Ästhetik von Computerspielen: Was sind die ästhetischen Besonderheiten von Computerspielen? Inwiefern unterscheiden sie sich in ihrer Bildästhetik von Filmen? Wie erzählen sie Geschichten, sofern sie dies tun, und was ist dabei spezifisch für das Medium Computerspiel? Wie könnte eine zukünftige Entwicklung auf diesen Gebieten aussehen?

dispositive Strukturen: Inwiefern unterscheidet sich das Dispositiv des Computerspiels von anderen Medien-Dispositiven? Welche Auswirkungen haben etwaitige Unterschiede auf das Subjekt im Computerspiel-Dispositiv? Wo liegen evtl. Gefahren oder auch Stärken des Dispositivs?

Zeitplan
22.09.08 Einreichen eines ca. einseitigen Abstracts (A4) an mike@experimentelles.org

bis 01.10.08 Rückmeldung seitens des Herausgebers über Aufnahme in den Sammelband

bis 03.11.08 Abgabe des vollumfänglichen Beitrags; ggf Rückmeldung mit Bitte um Korrekturen durch den Herausgeber

bis spätestens
17.11.08
Einreichung der überarbeiteten Version des Beitrags

Dezember Publikation des Sammelbandes

Zusätzliche Informationen
Die Einreichung des Abstracts kann formlos per Mail an mike@experimentelles.org erfolgen. Der
Umfang sollte sich jedoch auf eine DIN-A4-Seite beschränken.
Der vollumfängliche Beitrag sollte zwischen ca. 10 und 20 Seiten liegen.

Für die Beiträge wird eine Vorlage zur Verfügung gestellt.
Einsendung als E-Mail-Attachement genügt.

Herausgeber des Sammelbandes
Michael Mosel, Neue Kasseler Str. 14, 35039 Marburg; E-Mail: mike@experimentelles.org
URL: http://www.experimentelles.org

Call for Papers als pdf Datei.

update 12.01.09:
Der Call for Papers ist nicht mehr aktuell. Der Sammelband ist fast fertig und wird noch diesen Monat im Werner Hülsbusch Verlag erscheinen.

Immer mehr Universitäten schränken das Angebot zur biometrischen Beratung und zur Unterstützung bei statistischen Auswertungen ein oder schaffen es ganz ab. Lange Wartezeiten und nur teilweise befriedigende Hilfeleistungen sind die Konsequenz. Die Nachfrage jedoch ist sicher nicht weniger geworden – was haben die Beratungs- und Hilfesuchenden nun für Möglichkeiten? Wer beantwortet Fragen zur Methodenwahl und hilft bei der Umsetzung der statistischen Auswertung?

Es gibt eine Vielzahl privater Anbieter und Firmen, die Dienstleistungen wie statistische Beratung und Analysen anbieten, teilweise sogar das Verfassen kompletter wissenschaftlicher Arbeiten. Das Internet liefert einen bequemen Zugang und die Auswahl ist groß. Die Aufträge werden in der Regel zügig bearbeitet und überall wird mit ausgiebiger und fachkompetenter Beratung geworben – das klingt doch eigentlich genau nach dem Gesuchten. Dennoch gibt es auf Seiten der Hilfesuchenden (wohl zum Teil berechtigt) Unsicherheit. Da soll man seine erhobenen Daten an Leute schicken, die man wahrscheinlich nie persönlich trifft und woher weiß man, dass man auch das bekommt, was man haben will? Und wer gewährleistet, dass die Berechnungen auch richtig sind?

Da wir selbst eine Firma sind, die Dienstleistungen zur Statistik in Medizin und fachverwandten Gebieten in Form statistischer Beratung und Auswertungsunterstützung anbietet, können wir hier sicher nur subjektive Antworten geben. Eigentlich wollen wir auch gar keine Antworten geben, sondern nur einige Denkanstöße und vielleicht ein paar Hinweise.
Um Angaben zur Durchführung einer statistischen Datenanalyse und den entstehenden Aufwand machen zu können, benötigt der/die Statistiker(in) Kenntnis über die zugrunde liegende(n) Fragestellung(en) und auch einen Einblick in die erhobenen Daten bzw. Informationen zu den zu erhebenden Daten. Es ist also unerlässlich, die Daten aus der Hand zu geben. Der Hilfesuchende darf dabei keine Zweifel haben, dass nicht sorgsam mit seinen Daten umgegangen wird und auf Wunsch sollte ihm der vertrauensvolle Umgang schriftlich zugesichert werden. Die Frage danach, ob man das bekommt, was man haben möchte, ist zweideutig. Gemeint ist hier die Beantwortung der gegebenen Fragestellung unter Verwendung geeigneter Verfahren, mit Betonung auf geeignet. Hier schließt sich die Frage nach richtigen Berechnungen an. Die Berechnungen können richtig sein, aber auch mehr oder weniger geeignet, um die Fragestellung zu beantworten. Die Auswertungsstrategie kann insbesondere bei komplexen Fragestellungen entscheidenden Einfluss auf die erzielten Resultate haben.
Hier ist es wohl nun Aufgabe des Suchenden, sich unter den zur Verfügung stehenden Anbietern den auszusuchen, der ihn am meisten überzeugt. Viel Erfolg!
– (Jeden überzeugt etwas anderes ;-) )

Heute hat Hessen als erstes Bundesland mit Stimmen der SPD, den Grünen und der Linken die Abschaffung der Studiengebühren beschlossen. Somit ist das Studium ab dem kommenden Wintersemester wieder gebührenfrei, und auch die Gebühren für Zweitstudium und Langzeitstudenten werden aufgehoben.

Einen kleinen Pressespiegel dazu gibts im Weblog Gegen Studiengebühren und Bildungsabbau in Hessen, und weitere Artikel mit einer Suche in Google News.

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Die Fachhochschule Köln bietet ab dem kommenden Wintersemester einen neuen Master-Studiengang an. Produktdesign und Prozesstechnik, so der wohlklingende Name der viersemestrigen Weiterbildung für Maschinenbauer, Designer und Wirtschaftsingenieur.

Weitere Einzelheiten finden Sie auf: Köln Nachrichten

In ihrem Artikel (In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Nov. 2004, S. 10.) versucht Frau Sandkaulen einen Beitrag zu der Diskussion um die Reformierung des deutschen Bildungssystems und das Verständnis für Bildung zu leisten. Dabei ergründet sie zunächst den Bildungsbegriff und dessen Herkunft, um auf die Notwendigkeit des freien und selbstständigen Denkens an Hochschulen hinzuweisen. Einige ihrer Aspekte möchte ich hier aufgreifen und weiter vertiefen.

Zum Begriff der Bildung
Seit der PISA-Studie bekommt die Diskussion um Bildung wieder neuen Auftrieb. Aus vielen Lebensbereichen seien es die Wirtschaft, die Politik oder die Wissensanstalten selbst, werden nun neue Bildungskonzepte an gepriesen, die aus der Bildungswüste Deutschland wieder blühende Landschaften für Dichter und Denker machen sollen.
Jedoch wird dabei vergessen, dass zwischen Bildung und Wissen ein enormer Unterschied besteht. Was ist also mit Bildung eigentlich gemeint? Frau Sandkaulen führte bereits in ihrem Artikel einige der wichtigen Vordenker des Bildungsbegriffes auf, die ich hier noch durch weitere Persönlichkeiten ergänzen möchte.
Bereits der Philosoph Platon (427-347 v. Chr.) summiert unter seinem Verständnis des Begriffs Bildung nicht etwa gesammeltes Wissen, das erlernt werden konnte. Vernunft, Wille und Sinnlichkeit waren für ihn die Ideale der Bildung. Auch Johann Wilhelm Pestalozzi (1746-1827) verstand den Begriff der Bildung als „allgemeine Emporbildung der inneren Kräfte der Menschennatur zu reiner Menschenweisheit“. Wer nicht Mensch ist, so Pestalozzi, dem fehle die Grundlage zur Bildung seiner eigenen Bestimmung. Auch bei Immanuel Kant (1724-1804) wir die Bildung als der Prozess zur eigenen Mündigkeit beschrieben. Dem nach wird auch bei Kant Bildung nicht alleine durch Wissen und Lernen erlangt. Jedoch ist das Gegenteil in vielen der Wissensanstalten in Deutschland gängige Praxis. Bildung wird allzu leicht mit Wissensvermittlung gleich gesetzt. Wissen ist aber nur ein Teil der Bildung. Durch die reine Wiedergabe von Daten und Fakten ist die eigene Mündigkeit, die auf der Bildung beruht, noch nicht erreicht.
Wie Frau Sandkaulen am Ende ihres Artikels beschreibt, ist in Deutschland der Begriff der Bildung eng mit Wilhelm von Humboldt (1767-1835) verknüpft. So sind die Bildungsideale einer vollkommenen Humanität nach v. Humboldt auch heute noch aktuell und präsent, wenn hier Zulande über die Bildung diskutiert wird. Für ihn war es die Anregung aller Kräfte, um die Regeln und Möglichkeiten der Welt zu begreifen, um so die selbst bestimmte Individualität zu erfahren. Für Humboldt war ohne Bildung der Individualität kein soziales Leben, das nicht nur den eigenen Vorteil im Auge hatte, möglich. Der einzelne Mensch wäre zu schwach, um die Ausbildung seiner eigenen umfassenden Persönlichkeit zu bewerkstelligen. Gesellschaft, Kultur und Bildungsinstitutionen sind nötig, um dem Menschen bei der Bildung seiner Individualität zu unterstützen. Dies führte Humboldt zur Konzeption des humanistischen Gymnasiums, um den Zugang zur Erkenntnis überhaupt und die Möglichkeit der Entfaltung der Persönlichkeit zur vollkommenen Humanität zu ermöglichen. Schulen sollten nicht auf reine Wissensvermittlung beschränkt sein, sondern den jungen Menschen auf der Suche nach neuen Erkenntnissen auf den Weg der Forschung, des Diskurses und der Kritik zur Seite stehen.
Im 19. Jahrhundert verliert das humanistische Verständnis von Bildung mehr und mehr an Bedeutung. Ein Paradigmenwechsel hin zu einer stofflich-lexikalischen Bildung vollzog sich und Begriffe wie Arbeit, Beruf, Technik und Wirtschaft wurden mit dem Begriff der Bildung verbunden. Dieser Trend ist auch heute noch die Marschrichtung für viele Wissensanstalten. Auf diese Entwicklung möchte ich im folgenden Abschnitt näher eingehen.

Ökonomie von Zeit und Geld
Die Ökonomie von Zeit und Geld hat bereits seit langer Zeit auch das Studium an Universitäten erreicht. Bereits bei der Wahl des Studiengangs muss sich der Student entscheiden wie er die Zukunft seiner Erwerbstätigkeit gestalten möchte. Dabei stellt sich nicht mehr nur die Frage, was der Student als seine Fähigkeit oder Leidenschaft definiert. Es sind die Perspektiven des Berufsfeldes, die ihn in seiner Entscheidung beeinflussen. Dabei raten die Wirtschaft, die Politik und zu weilen auch wohlwollende Mitmenschen dem Studenten sich doch für die Ingenieurwissenschaften oder Wirtschaftswissenschaften zu entscheiden, damit der Weg zwischen Studium und Beruf erfolgreich vollzogen werden kann. Ist die Entscheidung letztendlich gefallen, sieht sich der Student mit der Rationalität des Bildungsbetriebs konfrontiert. Internationale Vergleichbarkeit und Standardisierung sind die neuen Maßnahmen, um den Studenten auf einem globalen Wissensmarkt anzupreisen. Auch Universitäten haben sich diesem Maßstab zu unterwerfen. Aber bemisst sich die Qualität der Universität und des dort gelernten Wissens durch einen Standard im Wissenskatalog der zu erbringenden Leistungen eines Studenten? Die Erkenntnis, dass ein argentinischer Student das gleiche Wissen gelehrt bekommt, wie der indonesische Student lässt sich zwar leichter in einer Statistik darstellen, jedoch welche Vorteile hat dies für die Bildung? Diese Entwicklung verweißt auf ein technisches Verständnis von Bildung. Die Wissensbausteine A, B und C führen zu dem Resultat Student X, der im Wirtschaftsprozess an der Stelle Y benötigt und verwertbar ist. Bildung wird damit auf die wirtschaftliche Nutzbarkeit reduziert, die effizient in der Lebenszeit eingesetzt werden muss. Ebenfalls muss die Zeit X die benötigt wird, um den Bildungsstand Y zu erreichen effizient eingesetzt werden. So wird die Studienzeit verkürzt, um die Kosten der Bildung zu reduzieren und der Wirtschaft schneller Nachschub für qualifizierte Arbeitnehmer zu gewährleisten. Dabei scheint die Qualität des Wissens nicht primär wichtig zu sein, sondern es zählt viel mehr der Output der Lehranstalten. Die Summe der ausgebildeten Individuen ist dem nach Ziel der effizienten Bildung. Verfolgt der Student diese Diskussion könnte er zu dem Schluss kommen, dass Studienfächer wie Geschichte, Philosophie oder Kunst zwar angeboten, jedoch nicht für die Weiterentwicklung der Gesellschaft geeignet sind. „Also lerne etwas Vernünftiges“ wird vielen in den Ohren klingen wenn es sich um die Bildung der eigenen Persönlichkeit handelt.
Bildung heißt nicht das Maximum an Wissen, in einem Minimum an Zeit zu vermitteln und zu erlernen. Sondern darüber hinaus Lebensbewältigungsstrategien zu vermitteln, die den jungen Menschen später in die Lage versetzen, sich den rasch wandelnden Lebensumständen anzupassen und mitzugestalten. Bildung sollte nicht durch Lehrpläne bestimmt werden. Nicht die Menge des Wissens bestimmt über die Bildung, sondern wie mit diesem Wissen konstruktiv umgegangen werden kann. Bildung ist ein dynamischer, aktiver und komplexer Prozess, durch den der Mensch seine Individualität gewinnt und selbstständig und selbsttätig seine Umwelt gestalten und entwickeln kann.

Partizipation durch Bildung
Wie Frau Sandkaulen in ihrem Artikel aufführt, ist die Freiheit des Denkens ein wesentlicher Bestandteil der Partizipation und somit der Demokratie unseres Landes. Jedoch nicht die einzigste Komponente, wenn es sich um die Antriebskräfte der Demokratie handelt. Daher möchte ich die Freiheit des Denkens ergänzen um die Gleichheit. Freiheit und Gleichheit sind die politischen Grundwerte und Ecksteine einer demokratischen Gesellschaft. Dabei werden die beiden Eigenschaften oft als Gegensatz gesehen. Freiheit müsse der Gleichheit vorweg gestellt werden. Nicht die Gleichmacherei der Menschen ist das Ziel der Demokratie, sondern vielmehr die Freiheit des Denkens und Handelns.
Jedoch ist die uneingeschränkte Freiheit wirklich förderlich für das Zusammenleben einer Gesellschaft? Schrankenlose Freiheit hat immer die Tendenz die Ungleichheit zu fördern bzw. zu stärken. So kann ein Übermaß an Freiheit oder Gleichheit nicht gemeint sein, wenn es sich um die Grundfesten der Demokratie und der Gesellschaft handelt. Es ist vielmehr ein Zusammenspiel der beiden Kräfte, die ein Gleichgewicht in der Gesellschaft erzeugen. Nur wenn Freiheit und Gleichheit eng miteinander verknüpft sind, hebt sich ihr Gegensatz auf. Gleichheit wird so zu einem sozialen Raum, der die Verwirklichung der individuellen Freiheit gewährleistet. Gleichheit sollte nicht als Gleichmacherei verstanden werden, die Individualität unterbindet, Aufstiegschancen verhindert und die Entfaltung der Persönlichkeit behindert. Wird Gleichheit so verstanden, ist sie tatsächlich nicht mit der Freiheit vereinbar. Aber wenn die Gleichheit tatsächlich die Ungleichheiten in der Gesellschaft auf die unterschiedliche Natur des Menschen reduziert, ist sie nicht nur vereinbar, sondern wird zum Basiswert der Freiheit einer Gesellschaft. So lässt sich sogar sagen, dass beide einander bedingen. Wenn Freiheit bei Humboldt zur menschlichen Natur wird, dann muss sie jedem Menschen zustehen und dies im gleichen Ausmaß für Jeden. Das heißt, dass das Gleichheitsprinzip ungerechten Herrschaftsverhältnissen und Abhängigkeiten entgegenwirkt. Ungleichheit wird so zur Unfreiheit. Ungleichheit ist auch immer die Freiheit weniger auf Kosten der Freiheit von vielen. So zeigt sich das beide Elemente der Demokratie im Gleichgewicht gehalten werden müssen, um die Freiheit des Denkens und die Gleichheit der Menschen zu garantieren. Die Freiheit des Denkens ist der Mittelpunkt der Freiheit. Ohne die Freiheit des Denkens ist kein menschenwürdiges Leben möglich, so Humboldt.


 
 
 
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