Rubrik: Bildungspolitik [Alle Rubriken]
Das in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebene Recht auf Bildung wird laut Kinderhilfswerk in Deutschland nur unzureichend umgesetzt. Viele Kinder aus benachteiligten Familien hätten immer noch weniger Bildungschancen.
BERLIN - Nach wie vor haben Mädchen und Jungen aus benachteiligten Familien nach Angaben des Kinderhilfswerks geringere Chancen auf Bildung und sozialen Aufstieg. Erziehungswissenschaftlerin Nadia Kutscher von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen warnte davor, "Mittelschicht-Bildungsvorstellungen unreflektiert als Maßstab für alle" anzusetzen.
Statt Eltern auf diese Weise unter Druck zu setzen und sie mit immer mehr Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder zu überfrachten, die sie in ihrem sozialen, kulturellen und ökonomischen Umfeld vielfach gar nicht verwirklichen können, bräuchten die Betroffenen mehr materielle, strukturelle und personelle Unterstützung, so die Aachener Wissenschaftlerin bei der Vorstellung des "Kinderreports 2010" am Mittwoch in Berlin. Gerade Familien aus sozial benachteiligten Milieus müssten heute enorm viel leisten, um ihre Kinder unter teils widrigen Umständen großzuziehen. Besonders betroffen seien auch Migrantenfamilien.
Appell an Politik
Vor diesem Hintergrund appellierte das Deutsche Kinderhilfswerk an die Politik, die Bildungsausgaben deutlich zu erhöhen. "Der Ausbau von Ganztags- und Gemeinschaftsschulen, die Erweiterung der Lernmittelfreiheit und Mitbestimmungsrechte von Schülerinnen und Schülern, müssen absolute Priorität haben", erklärte Präsident Thomas Krüger. Insgesamt sei ein "nach oben durchlässiges Schulsystem" notwendig, das auch individuelle Förderprogramme ermöglicht.
Dringenden Handlungsbedarf nennt der Kinderreport auch bei der frühzeitigen Vermittlung von Medienkompetenzen, der Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und der Kinderarmut, die sich bei rund drei Millionen Kindern eingependelt habe. Die vor 20 Jahren verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention müsse "endlich mit Leben erfüllt werden", betonte Krüger. Das Deutsche Kinderhilfswerk wurde 1972 in München gegründet und setzt sich seitdem für die Rechte von Kindern ein.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/130-hilfswerk-kritisiert-ungleiche-chancen
BERLIN - Nach wie vor haben Mädchen und Jungen aus benachteiligten Familien nach Angaben des Kinderhilfswerks geringere Chancen auf Bildung und sozialen Aufstieg. Erziehungswissenschaftlerin Nadia Kutscher von der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen warnte davor, "Mittelschicht-Bildungsvorstellungen unreflektiert als Maßstab für alle" anzusetzen.
Statt Eltern auf diese Weise unter Druck zu setzen und sie mit immer mehr Verantwortung für die Bildung ihrer Kinder zu überfrachten, die sie in ihrem sozialen, kulturellen und ökonomischen Umfeld vielfach gar nicht verwirklichen können, bräuchten die Betroffenen mehr materielle, strukturelle und personelle Unterstützung, so die Aachener Wissenschaftlerin bei der Vorstellung des "Kinderreports 2010" am Mittwoch in Berlin. Gerade Familien aus sozial benachteiligten Milieus müssten heute enorm viel leisten, um ihre Kinder unter teils widrigen Umständen großzuziehen. Besonders betroffen seien auch Migrantenfamilien.
Appell an Politik
Vor diesem Hintergrund appellierte das Deutsche Kinderhilfswerk an die Politik, die Bildungsausgaben deutlich zu erhöhen. "Der Ausbau von Ganztags- und Gemeinschaftsschulen, die Erweiterung der Lernmittelfreiheit und Mitbestimmungsrechte von Schülerinnen und Schülern, müssen absolute Priorität haben", erklärte Präsident Thomas Krüger. Insgesamt sei ein "nach oben durchlässiges Schulsystem" notwendig, das auch individuelle Förderprogramme ermöglicht.
Dringenden Handlungsbedarf nennt der Kinderreport auch bei der frühzeitigen Vermittlung von Medienkompetenzen, der Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz und der Kinderarmut, die sich bei rund drei Millionen Kindern eingependelt habe. Die vor 20 Jahren verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention müsse "endlich mit Leben erfüllt werden", betonte Krüger. Das Deutsche Kinderhilfswerk wurde 1972 in München gegründet und setzt sich seitdem für die Rechte von Kindern ein.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/130-hilfswerk-kritisiert-ungleiche-chancen
FPÖ-Seminar: "Islam ist böse, Muslime hassen uns"Das Freiheitliche Bildungsinstitut veranstaltet ein
Das Freiheitliche Bildungsinstitut veranstaltet ein Islam-Seminar mit umstrittenen Inhalten. "Der Islam ist feindselig. Der Koran ist böse", sagt eine Seminar-Leiterin. Das berichtet "News" und klagt wegen Verhetzung.
Das freiheitliche Bildungsinstitut veranstaltet offenbar Islam-Seminare mit sehr umstrittenen Inhalten. Das berichtet die Info-Illustrierte "News" und titelt mit "Straches Hass-Schule". Eine "News"-Redakteurin hat sich bei einem solchen Seminar eingeschleust und berichtet nun darüber.
"Muslime vergewaltigen wegen Religion"
Als Vortragende diente dabei unter anderem Elisabeth Sabaditsch-Wolff. Sie war im Kabinett von Wolfgang Schüssel (ÖVP) und später an mehreren Botschaften im arabischen Raum tätig. Sie doziert in der vom FPÖ-Bildungsinstitut organisierten Veranstaltung laut "News" unter anderem folgendes: "Der Islam ist feindselig. Der Koran ist böse. Muslime hassen uns und befinden sich im Dauerkrieg mit uns."
Weiters soll Sabaditsch-Wolff in der dreiteiligen Vortragsreihe gemeint haben: "Wenn Kardinäle Kinder vergewaltigen, machen sie das trotz der Religion. Muslime vergewaltigen Kinder wegen der Religion." "News" hat eigenen Angaben zu Folge Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen Verhetzung erstattet.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/43-weltweit/132-fpoe-seminar-qislam-ist-boese-muslime-hassen-unsqdas-freiheitliche-bildungsinstitut-veranstaltet-ein
Das freiheitliche Bildungsinstitut veranstaltet offenbar Islam-Seminare mit sehr umstrittenen Inhalten. Das berichtet die Info-Illustrierte "News" und titelt mit "Straches Hass-Schule". Eine "News"-Redakteurin hat sich bei einem solchen Seminar eingeschleust und berichtet nun darüber.
"Muslime vergewaltigen wegen Religion"
Als Vortragende diente dabei unter anderem Elisabeth Sabaditsch-Wolff. Sie war im Kabinett von Wolfgang Schüssel (ÖVP) und später an mehreren Botschaften im arabischen Raum tätig. Sie doziert in der vom FPÖ-Bildungsinstitut organisierten Veranstaltung laut "News" unter anderem folgendes: "Der Islam ist feindselig. Der Koran ist böse. Muslime hassen uns und befinden sich im Dauerkrieg mit uns."
Weiters soll Sabaditsch-Wolff in der dreiteiligen Vortragsreihe gemeint haben: "Wenn Kardinäle Kinder vergewaltigen, machen sie das trotz der Religion. Muslime vergewaltigen Kinder wegen der Religion." "News" hat eigenen Angaben zu Folge Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen Verhetzung erstattet.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/43-weltweit/132-fpoe-seminar-qislam-ist-boese-muslime-hassen-unsqdas-freiheitliche-bildungsinstitut-veranstaltet-ein
Abgezeichnet hat es sich schon zu Beginn der Einschreibung, aber jetzt ist es amtlich: Im Vergleich zum vergangenen Wintersemester hat sich die Zahl der Studierenden von insgesamt 21.022 auf 21.622 erhöht. Das ist ein Zuwachs um 2,9 Prozent.
Abgezeichnet hat es sich schon zu Beginn der Einschreibungsphase, aber erst jetzt ist es amtlich: Im Vergleich zum Wintersemester 2008/2009 hat sich die Zahl der Studierenden in diesem Wintersemester von 21 022 auf 21 622 erhöht. Der Einbruch aus dem Jahr 2007, als die Universität einen Rückgang von mehr als 1000 Studierenden zu verschmerzen hatte, ist überwunden – das Plus von 600 Studierenden entspricht einem Zuwachs von 2,9 Prozent. Ein noch größeres Wachstum hat die Pädagogische Hochschule zu verzeichnen, an ihr sind aktuell 7,2 Prozent (plus 319 Studierende) mehr eingeschrieben als im vergangenen Wintersemester.
In die Gesamtzahl von 21622 Unistudierenden bringen sich die Erstsemester mit einer mehr als 20-prozentigen Steigerung im Vergleich zum vergangenen Studienjahr in die Statistik ein. Die Universität hat dieses Semester zusammen mit den Neuimmatrikulierten (gemeint sind Hochschulwechsler) 4 924 Studienanfängerinnen und -anfänger immatrikuliert. Das ist ein Zuwachs von 780 Anfängern gegenüber 2008/2009. Auch in diesem Semester hat sich an der Uni der Anteil der Studentinnen im Vergleich zum Vorjahr wieder erhöht, und zwar von 11 171 auf 11 437 Studentinnen. Dennoch ist der Anteil der Studentinnen an der gesamten Studierendenschaft minimal gesunken, von 53,1 auf 52,9 Prozent. Der Anteil der ausländischen Studierenden liegt bei 16 Prozent, das sind 3 457 Studierende und nahezu gleich viele wie im vergangenen Winter. Davon kommen die meisten aus den Ländern China (370), Luxemburg (190), Bulgarien (184), USA (177), Türkei (143) und Russland (142).
An der Katholischen Fachhochschule studieren momentan zehn Studierende mehr (1410) als vor einem Jahr. An der Evangelischen Hochschule ist die Zahl der Studierenden deshalb leicht zurückgegangen, weil alte Diplomstudiengängen auslaufen und neue Studiengänge – vor allem der Studiengang Pädagogik der Frühen Kindheit, der in den nächsten Jahren auf mehr als 800 Studierenden ausgebaut werden soll – in den nächsten Jahren erst noch ausgebaut werden.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/44-paedagogik/105-uni-freiburg-600-studenten-mehr-als-im-vergangenen-jahr
Abgezeichnet hat es sich schon zu Beginn der Einschreibungsphase, aber erst jetzt ist es amtlich: Im Vergleich zum Wintersemester 2008/2009 hat sich die Zahl der Studierenden in diesem Wintersemester von 21 022 auf 21 622 erhöht. Der Einbruch aus dem Jahr 2007, als die Universität einen Rückgang von mehr als 1000 Studierenden zu verschmerzen hatte, ist überwunden – das Plus von 600 Studierenden entspricht einem Zuwachs von 2,9 Prozent. Ein noch größeres Wachstum hat die Pädagogische Hochschule zu verzeichnen, an ihr sind aktuell 7,2 Prozent (plus 319 Studierende) mehr eingeschrieben als im vergangenen Wintersemester.
In die Gesamtzahl von 21622 Unistudierenden bringen sich die Erstsemester mit einer mehr als 20-prozentigen Steigerung im Vergleich zum vergangenen Studienjahr in die Statistik ein. Die Universität hat dieses Semester zusammen mit den Neuimmatrikulierten (gemeint sind Hochschulwechsler) 4 924 Studienanfängerinnen und -anfänger immatrikuliert. Das ist ein Zuwachs von 780 Anfängern gegenüber 2008/2009. Auch in diesem Semester hat sich an der Uni der Anteil der Studentinnen im Vergleich zum Vorjahr wieder erhöht, und zwar von 11 171 auf 11 437 Studentinnen. Dennoch ist der Anteil der Studentinnen an der gesamten Studierendenschaft minimal gesunken, von 53,1 auf 52,9 Prozent. Der Anteil der ausländischen Studierenden liegt bei 16 Prozent, das sind 3 457 Studierende und nahezu gleich viele wie im vergangenen Winter. Davon kommen die meisten aus den Ländern China (370), Luxemburg (190), Bulgarien (184), USA (177), Türkei (143) und Russland (142).
An der Katholischen Fachhochschule studieren momentan zehn Studierende mehr (1410) als vor einem Jahr. An der Evangelischen Hochschule ist die Zahl der Studierenden deshalb leicht zurückgegangen, weil alte Diplomstudiengängen auslaufen und neue Studiengänge – vor allem der Studiengang Pädagogik der Frühen Kindheit, der in den nächsten Jahren auf mehr als 800 Studierenden ausgebaut werden soll – in den nächsten Jahren erst noch ausgebaut werden.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/44-paedagogik/105-uni-freiburg-600-studenten-mehr-als-im-vergangenen-jahr
Die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen ist abhängig von der Entwicklung von Ideen, die es der Gesellschaft ermöglichen, sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen.
Dies wiederum bedeutet jedoch nicht, dass eine Gesellschaftsform scheitert, weil es ihr an Ideen mangelt. Sie scheitert, weil überlebenswichtige neue Ideen & Konzepte nicht gehört werden und nötige Anpassungen nicht oder nicht rechtzeitig vollzogen werden.
In Zeiten der Finanzkrise, des Klimawandels und dem absehbaren Mangel an grundlegenden Ressourcen nehmen Ideen zur Abwendung derartiger Gefahren genau diese zentrale Rolle ein.
Auch in diesen Bereichen fehlt es nicht an Konzepten, wie wir diesen Bedrohungen entgegensteuern können. Doch scheint die Ignoranz der meist westlichen Gesellschaften vor der Umsetzung dieser Konzepte eine kaum überwindbare Hürde zu sein.
Der Erhalt heutiger Lebensstandards steht mit einer solchen Einstellung zunehmend in Frage.
Die Schnelllebigkeit und hohe Dynamik der heutigen Gesellschaft, die immer mehr Bereiche unseres Lebens vereinnahmt, ersetzt dabei nachhaltige und ausgewogene Maßnahmen zunehmend durch kurzfristiges Handeln:
Bei den Banken liegt der Fokus auf der größtmöglichen Rendite des nächsten Quartals.
Die Politik kümmert sich lieber um Beliebtheitswerte, als um anstehende gesellschaftliche Probleme und selbst der FC Bayern stellt kurzfristiges Handeln auf ganz oben auf seine Agenda, was am Trainerverschleiß der letzten Jahre eindeutig zu erkennen ist.
Doch zurück zur Politik. Ihre eigentliche Aufgabe sollte es sein, einen Rahmen für eine Gesellschaft zu bieten.
Dass dieser Rahmen Einschränkungen und gewisse Zwänge beinhalten muss, hat natürlich seinen Sinn.
Gleichzeitig muss aber das Miteinander so gestaltet sein, dass Freiräume für den Einzelnen ermöglicht werden, aus denen wiederum kreative Ideen entstehen können.
Nur so kann der Grundstein dafür gelegt werden, die großen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern.
Doch wo sonst sollen sich neue Ideen entwickeln, wenn nicht im jungen Teil der Gesellschaft?
Wann sonst sollen Menschen diesen Freiraum erhalten, wenn nicht in der Zeit, in der sie das erste Mal auf sich allein gestellt in die Welt bzw. das Studium entlassen werden?
Da die Antriebsfeder der Politik aber Beliebtheitswerte und Machterhalt sind und nicht das Ermöglichen von Freiräumen, hat sich die Politik nicht nur zu kurzfristigem, sondern auch zu unverantwortlichem Handeln verleiten lassen!
Was fällt nun aber Politikern ein, die auf das urplötzlich auftauchende Problem beschränkter Finanzmittel stoßen?
Genau. Sie benutzen die altbewährte Technik des kurzfristigen Handelns und stürzen sich ohne Analyse etwaiger Konsequenzen auf den Sektor Bildung.
Da dieser Sektor bis vor einiger Zeit noch relativ unangetastet war, taten sich hier natürlich Handlungsoptionen auf, die zu folgenden konkreten Maßnahmen geführt haben:
1. Die Verschulung des Studiums, die es der Politik ermöglicht, der Wirtschaft mit höchstmöglicher Effektivität und Rendite neues Humankapital zur Verfügung zu stellen.
2. Die Einführung der Regelstudienzeit von 6 Semestern, die bewirkt, dass Studierende so schnell wie möglich durch ihr Studium geschleust werden, um die Staatskasse vor unnötigem Ballast zu befreien.
3. Die Einführung der als Qualitätsverbesserung getarnten Sparmaßnahme Studiengebühren.
Der Politik ist damit das äußerst seltene Kunststück gelungen, gleich drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Eine Leistung, die jedes kurzfristig denkende und aktionistisch handelnde Politikerhirn der Welt zu einer massiven Ausschüttung an Glückshormonen veranlassen würde.
Eine Verschulung sowie die zu kurze Regelstudienzeit haben für einen gewissen Teil der Studenten natürlich Vorteile. Und zwar genau für diejenigen, die diesen Abschnitt in kürzest möglicher Zeit hinter sich haben wollen und ohnehin kein universelles Studium anstreben.
Allerdings sollte dieses Argument kein Grund dafür sein, alle Studenten in ein zu pressen, welches nur lauter Bachelor der Fachidiotie hervorbringt.
Wendet man seinen Blick auf die Studiengebühren, so sind diese in Anbetracht der immer größer werdenden sozialen Schere unserer Gesellschaft ein Schnitt ins eigene Fleisch.
Man muss jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken entwickeln zu können. Doch dazu gehört nicht nur, nach dem täglichen Lernen ein paar Stunden Zeit für sich und andere zu haben.
Vielmehr ist es wichtig, dass diese Stunden, auch wenn sie weniger werden, möglichst frei sein müssen von Sorgen, die sich um die Finanzierung des Studiums und die Bewältigung des Lernstoffs drehen.
Unser jetziges Bildungssystem hat nicht mehr zum Ziel, kritisch denkende Individuen hervorzubringen. Es will vielmehr Geschöpfe produzieren, die auf Effizienz gepolt die optimale Rendite liefern.
Menschen, die in dieses System erfolgreich integriert werden, kennen dann aber auch nichts anderes als kritiklos den Stoff reinzuwürgen, den man ihnen vorsetzt.
Vor einiger Zeit benutzte dafür eine Studentin im Radio der Ausdruck „Bulimie-Lernen“ zu Wort. Ich kann dabei nur für mich sprechen, aber für manche Vorlesungen meines Studiums passte diese Aussage wie die Faust aufs Auge.
Irgendwie schaffen die meisten Studierenden auch trotz dieses missratenen Systems ihr Studium.
Doch die Allgemeinbildung bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.
Ein gewisser Grad an Allgemeinbildung ermöglicht aber erst das Erkennen größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge.
Wie aber soll ein Absolvent tiefer in solche Zusammenhänge eintauchen können, wenn er nur mit besagtem Bachelor of Fachidiotie ausgestattet ist?
Heutzutage wird in Politik und Medien oft das Schlagwort Nachhaltigkeit benutzt.
Gerade bei den Entscheidungsträgern, die Nachhaltigkeit in Tatsachen umsetzen sollten, scheinen den Begriff allerdings ein wenig missverstanden zu haben!
Unter Sozialer Nachhaltigkeit zum Beispiel versteht man dabei die Entwicklung, die die Partizipation aller Mitglieder einer Gesellschaft ermöglicht.
Die Verschulung, Regelstudienzeit sowie Studiengebühren führen dabei aber weniger zu Nachhaltigkeit, sondern vielmehr zur nachhaltigen sozialen Ungleichheit.
Einen Kommentar würde ich auch gerne zu manchen Aussagen der RCDS geben, die sie der Öffentlichkeit in den letzten Tagen zukommen ließ.
Darin wirft sie den streikenden Studenten vor, sie wären Möchtegern-68er und so etwas wie Asoziale, die die ernsthaften Studenten vom Lernen abhalten.
Damit wollen sie natürlich zwischen den Zeilen ausdrücken, dass wir keine ernsthaften Studenten sind, die sich keine Rücksicht auf andere nehmen.
Genau genommen ist es aber die RCDS, die eine Klientelpolitik betreibt und ihrerseits das Entstehen von gesellschaftlicher Selbsterneuerung verhindern will.
Der paradoxeste Vorwurf allerdings ist der, die Streikenden würden einen sinnvollen Dialog verhindern.
Vielmehr zeigen Aussagen dieser Art doch nur, dass eben diese Kritiker gar nicht selbst zu sinnvollem Dialog fähig sind,
Stattdessen üben sie sich in populistischer Meinungsmache und verhindern jegliches Aufeinanderzugehen!
Nicht zuletzt der Vorwurf, die Forderungen der Streikenden seien konzeptlos bis unverständlich ist doch nur typischer Politik-Jargon, in dem die jeweilige Partei der anderen vorwirft, sie wäre nicht fähig, sinnvolle Argumente vorzubringen.
Ich zumindest finde, die Aussage: „Schafft die Studiengebühren ab!“ ist ein klar verständlicher deutscher Satz.
Die Politik will doch mit ihrer grundlegenden Diskussionsverweigerung hinsichtlich Studiengebühren doch nur erreichen, dass wir nicht nur als realitätsfern abgetan, sondern möglichst von der Öffentlichkeit erst gar nicht als ernstzunehmend wahrgenommen werden sollen
Vermutlich nennt man die Streikenden auch nur konzeptlos, weil wir nicht, wie die Politik selbst, innerhalb kürzester Zeit in sinnlosen Aktionismus verfallen und dann Konzepte vorlegen, die nicht einen Funken Realitätsgehalt besitzen.
Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in Sachen Studiengebühren zu einem grundlegenden Umdenken zu bewegen sind.
Dazu müssten sie nämlich ihr Weltbild ändern, was gleichzeitig aber einen Gesichtsverlust bedeuten würde, den sie sich nie erlauben würden!
Solange sich die regierende Elite weiter abschottet und eigene Nachfolger (Holmeier) produziert, die mindestens genauso unfähig zu nachhaltigem und kritischen Denken und zivilisierter Diskussion sind, verhindert man nicht nur, dass Streikende wie wir gehört werden.
Man verhindert mit dieser Undurchlässigkeit und Intransparenz auch, dass sich eine Demokratie erneuern kann.
Doch wie sonst soll sie sich noch von Innen reformieren, wenn die Möglichkeit der Partizipation immer schwieriger wird?
Deswegen reicht es meiner Meinung nach auch nicht, den Protest so zu organisieren, als würde es hier nur um die Probleme von uns Studenten gehen.
Es geht hier um die Probleme einer Gesellschaft, deren wichtigste Ressource schon immer die Bildung war und auch immer sein wird!
Bildung soll ja nicht nur denen zu Gute kommen, die sich das Wissen aneignen, sondern auch der Allgemeinheit.
Wissen und Verstehen sind die zentralen Elemente für eine überlebensfähige Gesellschaft.
Wenn es also einen Grundsatz geben muss, dann den, dass Bildung nie abhängig sein darf von einem Staat, der durch sein Handeln der Gesellschaft das Fundament entzieht.
Nicht umsonst existiert im Grundgesetz unter Artikel 5 der Absatz 3, wonach Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind!
Aber so wenig, wie die Politik diesen Teil des Grundgesetzes ernst nimmt, so wenig ernst nimmt sie auch die Streikenden!
Dies wiederum bedeutet jedoch nicht, dass eine Gesellschaftsform scheitert, weil es ihr an Ideen mangelt. Sie scheitert, weil überlebenswichtige neue Ideen & Konzepte nicht gehört werden und nötige Anpassungen nicht oder nicht rechtzeitig vollzogen werden.
In Zeiten der Finanzkrise, des Klimawandels und dem absehbaren Mangel an grundlegenden Ressourcen nehmen Ideen zur Abwendung derartiger Gefahren genau diese zentrale Rolle ein.
Auch in diesen Bereichen fehlt es nicht an Konzepten, wie wir diesen Bedrohungen entgegensteuern können. Doch scheint die Ignoranz der meist westlichen Gesellschaften vor der Umsetzung dieser Konzepte eine kaum überwindbare Hürde zu sein.
Der Erhalt heutiger Lebensstandards steht mit einer solchen Einstellung zunehmend in Frage.
Die Schnelllebigkeit und hohe Dynamik der heutigen Gesellschaft, die immer mehr Bereiche unseres Lebens vereinnahmt, ersetzt dabei nachhaltige und ausgewogene Maßnahmen zunehmend durch kurzfristiges Handeln:
Bei den Banken liegt der Fokus auf der größtmöglichen Rendite des nächsten Quartals.
Die Politik kümmert sich lieber um Beliebtheitswerte, als um anstehende gesellschaftliche Probleme und selbst der FC Bayern stellt kurzfristiges Handeln auf ganz oben auf seine Agenda, was am Trainerverschleiß der letzten Jahre eindeutig zu erkennen ist.
Doch zurück zur Politik. Ihre eigentliche Aufgabe sollte es sein, einen Rahmen für eine Gesellschaft zu bieten.
Dass dieser Rahmen Einschränkungen und gewisse Zwänge beinhalten muss, hat natürlich seinen Sinn.
Gleichzeitig muss aber das Miteinander so gestaltet sein, dass Freiräume für den Einzelnen ermöglicht werden, aus denen wiederum kreative Ideen entstehen können.
Nur so kann der Grundstein dafür gelegt werden, die großen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern.
Doch wo sonst sollen sich neue Ideen entwickeln, wenn nicht im jungen Teil der Gesellschaft?
Wann sonst sollen Menschen diesen Freiraum erhalten, wenn nicht in der Zeit, in der sie das erste Mal auf sich allein gestellt in die Welt bzw. das Studium entlassen werden?
Da die Antriebsfeder der Politik aber Beliebtheitswerte und Machterhalt sind und nicht das Ermöglichen von Freiräumen, hat sich die Politik nicht nur zu kurzfristigem, sondern auch zu unverantwortlichem Handeln verleiten lassen!
Was fällt nun aber Politikern ein, die auf das urplötzlich auftauchende Problem beschränkter Finanzmittel stoßen?
Genau. Sie benutzen die altbewährte Technik des kurzfristigen Handelns und stürzen sich ohne Analyse etwaiger Konsequenzen auf den Sektor Bildung.
Da dieser Sektor bis vor einiger Zeit noch relativ unangetastet war, taten sich hier natürlich Handlungsoptionen auf, die zu folgenden konkreten Maßnahmen geführt haben:
1. Die Verschulung des Studiums, die es der Politik ermöglicht, der Wirtschaft mit höchstmöglicher Effektivität und Rendite neues Humankapital zur Verfügung zu stellen.
2. Die Einführung der Regelstudienzeit von 6 Semestern, die bewirkt, dass Studierende so schnell wie möglich durch ihr Studium geschleust werden, um die Staatskasse vor unnötigem Ballast zu befreien.
3. Die Einführung der als Qualitätsverbesserung getarnten Sparmaßnahme Studiengebühren.
Der Politik ist damit das äußerst seltene Kunststück gelungen, gleich drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Eine Leistung, die jedes kurzfristig denkende und aktionistisch handelnde Politikerhirn der Welt zu einer massiven Ausschüttung an Glückshormonen veranlassen würde.
Eine Verschulung sowie die zu kurze Regelstudienzeit haben für einen gewissen Teil der Studenten natürlich Vorteile. Und zwar genau für diejenigen, die diesen Abschnitt in kürzest möglicher Zeit hinter sich haben wollen und ohnehin kein universelles Studium anstreben.
Allerdings sollte dieses Argument kein Grund dafür sein, alle Studenten in ein zu pressen, welches nur lauter Bachelor der Fachidiotie hervorbringt.
Wendet man seinen Blick auf die Studiengebühren, so sind diese in Anbetracht der immer größer werdenden sozialen Schere unserer Gesellschaft ein Schnitt ins eigene Fleisch.
Man muss jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken entwickeln zu können. Doch dazu gehört nicht nur, nach dem täglichen Lernen ein paar Stunden Zeit für sich und andere zu haben.
Vielmehr ist es wichtig, dass diese Stunden, auch wenn sie weniger werden, möglichst frei sein müssen von Sorgen, die sich um die Finanzierung des Studiums und die Bewältigung des Lernstoffs drehen.
Unser jetziges Bildungssystem hat nicht mehr zum Ziel, kritisch denkende Individuen hervorzubringen. Es will vielmehr Geschöpfe produzieren, die auf Effizienz gepolt die optimale Rendite liefern.
Menschen, die in dieses System erfolgreich integriert werden, kennen dann aber auch nichts anderes als kritiklos den Stoff reinzuwürgen, den man ihnen vorsetzt.
Vor einiger Zeit benutzte dafür eine Studentin im Radio der Ausdruck „Bulimie-Lernen“ zu Wort. Ich kann dabei nur für mich sprechen, aber für manche Vorlesungen meines Studiums passte diese Aussage wie die Faust aufs Auge.
Irgendwie schaffen die meisten Studierenden auch trotz dieses missratenen Systems ihr Studium.
Doch die Allgemeinbildung bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.
Ein gewisser Grad an Allgemeinbildung ermöglicht aber erst das Erkennen größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge.
Wie aber soll ein Absolvent tiefer in solche Zusammenhänge eintauchen können, wenn er nur mit besagtem Bachelor of Fachidiotie ausgestattet ist?
Heutzutage wird in Politik und Medien oft das Schlagwort Nachhaltigkeit benutzt.
Gerade bei den Entscheidungsträgern, die Nachhaltigkeit in Tatsachen umsetzen sollten, scheinen den Begriff allerdings ein wenig missverstanden zu haben!
Unter Sozialer Nachhaltigkeit zum Beispiel versteht man dabei die Entwicklung, die die Partizipation aller Mitglieder einer Gesellschaft ermöglicht.
Die Verschulung, Regelstudienzeit sowie Studiengebühren führen dabei aber weniger zu Nachhaltigkeit, sondern vielmehr zur nachhaltigen sozialen Ungleichheit.
Einen Kommentar würde ich auch gerne zu manchen Aussagen der RCDS geben, die sie der Öffentlichkeit in den letzten Tagen zukommen ließ.
Darin wirft sie den streikenden Studenten vor, sie wären Möchtegern-68er und so etwas wie Asoziale, die die ernsthaften Studenten vom Lernen abhalten.
Damit wollen sie natürlich zwischen den Zeilen ausdrücken, dass wir keine ernsthaften Studenten sind, die sich keine Rücksicht auf andere nehmen.
Genau genommen ist es aber die RCDS, die eine Klientelpolitik betreibt und ihrerseits das Entstehen von gesellschaftlicher Selbsterneuerung verhindern will.
Der paradoxeste Vorwurf allerdings ist der, die Streikenden würden einen sinnvollen Dialog verhindern.
Vielmehr zeigen Aussagen dieser Art doch nur, dass eben diese Kritiker gar nicht selbst zu sinnvollem Dialog fähig sind,
Stattdessen üben sie sich in populistischer Meinungsmache und verhindern jegliches Aufeinanderzugehen!
Nicht zuletzt der Vorwurf, die Forderungen der Streikenden seien konzeptlos bis unverständlich ist doch nur typischer Politik-Jargon, in dem die jeweilige Partei der anderen vorwirft, sie wäre nicht fähig, sinnvolle Argumente vorzubringen.
Ich zumindest finde, die Aussage: „Schafft die Studiengebühren ab!“ ist ein klar verständlicher deutscher Satz.
Die Politik will doch mit ihrer grundlegenden Diskussionsverweigerung hinsichtlich Studiengebühren doch nur erreichen, dass wir nicht nur als realitätsfern abgetan, sondern möglichst von der Öffentlichkeit erst gar nicht als ernstzunehmend wahrgenommen werden sollen
Vermutlich nennt man die Streikenden auch nur konzeptlos, weil wir nicht, wie die Politik selbst, innerhalb kürzester Zeit in sinnlosen Aktionismus verfallen und dann Konzepte vorlegen, die nicht einen Funken Realitätsgehalt besitzen.
Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in Sachen Studiengebühren zu einem grundlegenden Umdenken zu bewegen sind.
Dazu müssten sie nämlich ihr Weltbild ändern, was gleichzeitig aber einen Gesichtsverlust bedeuten würde, den sie sich nie erlauben würden!
Solange sich die regierende Elite weiter abschottet und eigene Nachfolger (Holmeier) produziert, die mindestens genauso unfähig zu nachhaltigem und kritischen Denken und zivilisierter Diskussion sind, verhindert man nicht nur, dass Streikende wie wir gehört werden.
Man verhindert mit dieser Undurchlässigkeit und Intransparenz auch, dass sich eine Demokratie erneuern kann.
Doch wie sonst soll sie sich noch von Innen reformieren, wenn die Möglichkeit der Partizipation immer schwieriger wird?
Deswegen reicht es meiner Meinung nach auch nicht, den Protest so zu organisieren, als würde es hier nur um die Probleme von uns Studenten gehen.
Es geht hier um die Probleme einer Gesellschaft, deren wichtigste Ressource schon immer die Bildung war und auch immer sein wird!
Bildung soll ja nicht nur denen zu Gute kommen, die sich das Wissen aneignen, sondern auch der Allgemeinheit.
Wissen und Verstehen sind die zentralen Elemente für eine überlebensfähige Gesellschaft.
Wenn es also einen Grundsatz geben muss, dann den, dass Bildung nie abhängig sein darf von einem Staat, der durch sein Handeln der Gesellschaft das Fundament entzieht.
Nicht umsonst existiert im Grundgesetz unter Artikel 5 der Absatz 3, wonach Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind!
Aber so wenig, wie die Politik diesen Teil des Grundgesetzes ernst nimmt, so wenig ernst nimmt sie auch die Streikenden!
# Von westand am 23. Nov, 21:34 in Bildungspolitik
Mit einer großangelegten Aktionstour will das Bundesministerium für Bildung und Forschung die öffentliche Wahrnehmung für die Bildungsprämie aufbessern. Ein entsprechendes Infomobil wird dazu am 26. November, zwischen 11 und 14 Uhr, auch vor dem PEP-Center in Torgau Station machen. Besonders Menschen mit niedrigen Qualifikationen, die insgesamt gesehen zu wenig Weiterbildungsangebote wahrnehmen, sollen durch finanzielle Anreize motiviert werden, mittels individueller beruflicher Weiterbildung Vorsorge für eine erfolgreiche Beschäftigungsbiografie zu treffen. Das Modell besteht aus drei Komponenten, die sich an unterschiedliche Zielgruppen wenden.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/96-aktionstour-in-sachen-bildung
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/96-aktionstour-in-sachen-bildung
Am kommenden Dienstag soll sie erklingen. Die selbst ernannte „Stimme der Hochschulen“. So jedenfalls nennt sich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die an jenem Tag in Leipzig zu ihrer Mitgliederversammlung zusammen kommt. Eingeladen hat sie dazu nun auch die Sprecherinnen und Sprecher des StutentInnerates (StuRa).
„Besser spät als nie“ kam den Hochschulrektoren offenbar die Einsicht, dass man sich in schwierigen Zeiten und Bildungsstreiks allenthalben den Studierenden nicht verschließen sollte. Den offenen Dialog hatte die HRK zwar schon vor rund zwei Wochen erbeten, die Einladung zur nichtöffentlichen Tagung an den StuRa kam jetzt aber erst kurz vor der Angst.
Und weil die Stimme der über 30.000 Studierenden in Leipzig mindestens genauso laut zu schreien vermag, wie die der 256 Mitgliedshochschulen in der HRK, hat sie eben jener per offenem Brief gleich noch ein paar Forderungen mit ins Ohr gebrüllt, ehe der StuRa denn tatsächlich an der Versammlung teilnehmen werde. Als da wären:
1. Die HRK erkennt an, dass sie in der derzeitigen Zusammensetzung die Vertretung der RektorInnen und PräsidentInnen ist und bezeichnet sich fortan nicht als „Die Stimme der Hochschulen“.
2. Die HRK tagt ab sofort öffentlich.
3. Die HRK bekennt sich zur Studiengebührenfreiheit und spricht sich gegen Zulassungsbeschränkungen aus. Des Weiteren fördert sie die studentische Mitbestimmung an den Hochschulen bundesweit im Sinne einer demokratischen Bildungspolitik.
4. Die HRK setzt sich für eine grundlegende Überarbeitung der derzeitigen Umsetzung des Bologna-Prozesses ein.
Darin enthalten also auch in den Punkten 3 und 4 so ziemlich genau die Parolen, die derzeit landauf, landab von Tausenden Studenten in besetzten Hörsälen und auf Demonstrationen immer wieder wiederholt werden. Kaum denkbar, dass sich die HRK darauf einlässt, wäre das doch eine gänzliche Abkehr von der bisherigen Marschroute.
Plakataufruf für die Studenten-Demo_ Keine Stimme ohne uns.Weil das auch der StuRa weiß und die eigene Nichtteilnahme offenbar fest einplant, gibt’s obendrauf gleich noch die Einladung an die HRK, am Abend des 24. November nach der Demo „Keine Stimme ohne uns – Für eine demokratische Bildungspolitik“ in der Universitätsstraße ans Offene Mikrofon zu treten, und den Dialog einzuleiten, den man so „vehement“ selbst sucht. Ob man verhärtete Fronten so aufzuweichen vermag, darf zumindest bezweifelt werden.
Fest steht: Am Dienstag werden in Leipzig die Rektoren tagen und die Studenten protestieren. Es wird um Sinn und Unsinn von Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen gehen, bei den einen wie bei den anderen. Es wird um die Bologna-Reform gehen und darum, ob man die Fehler der Vergangenheit aussitzen oder beheben will und muss. Vermutet werden darf auch, dass beide Lager kaum einen gemeinsamen Nenner finden werden. Was sie über kurz oder lang aber müssen, denn ohne den einen kann der andere nicht sein. Gespannt sein darf man in jedem Falle.
Mehr Infos zur Demo „Keine Stimme ohne uns!“ am Dienstag ab 13 Uhr am Hauptbahnhof/Ostseite: www.kssnet.de
Mehr Infos zum StuRa und der HRK im Netz: www.stura.uni-leipzig.de, www.hrk.de
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/87-wie-weiter-mit-der-bildung-der-stura-fordert-die-hochschulrektoren-heraus
„Besser spät als nie“ kam den Hochschulrektoren offenbar die Einsicht, dass man sich in schwierigen Zeiten und Bildungsstreiks allenthalben den Studierenden nicht verschließen sollte. Den offenen Dialog hatte die HRK zwar schon vor rund zwei Wochen erbeten, die Einladung zur nichtöffentlichen Tagung an den StuRa kam jetzt aber erst kurz vor der Angst.
Und weil die Stimme der über 30.000 Studierenden in Leipzig mindestens genauso laut zu schreien vermag, wie die der 256 Mitgliedshochschulen in der HRK, hat sie eben jener per offenem Brief gleich noch ein paar Forderungen mit ins Ohr gebrüllt, ehe der StuRa denn tatsächlich an der Versammlung teilnehmen werde. Als da wären:
1. Die HRK erkennt an, dass sie in der derzeitigen Zusammensetzung die Vertretung der RektorInnen und PräsidentInnen ist und bezeichnet sich fortan nicht als „Die Stimme der Hochschulen“.
2. Die HRK tagt ab sofort öffentlich.
3. Die HRK bekennt sich zur Studiengebührenfreiheit und spricht sich gegen Zulassungsbeschränkungen aus. Des Weiteren fördert sie die studentische Mitbestimmung an den Hochschulen bundesweit im Sinne einer demokratischen Bildungspolitik.
4. Die HRK setzt sich für eine grundlegende Überarbeitung der derzeitigen Umsetzung des Bologna-Prozesses ein.
Darin enthalten also auch in den Punkten 3 und 4 so ziemlich genau die Parolen, die derzeit landauf, landab von Tausenden Studenten in besetzten Hörsälen und auf Demonstrationen immer wieder wiederholt werden. Kaum denkbar, dass sich die HRK darauf einlässt, wäre das doch eine gänzliche Abkehr von der bisherigen Marschroute.
Plakataufruf für die Studenten-Demo_ Keine Stimme ohne uns.Weil das auch der StuRa weiß und die eigene Nichtteilnahme offenbar fest einplant, gibt’s obendrauf gleich noch die Einladung an die HRK, am Abend des 24. November nach der Demo „Keine Stimme ohne uns – Für eine demokratische Bildungspolitik“ in der Universitätsstraße ans Offene Mikrofon zu treten, und den Dialog einzuleiten, den man so „vehement“ selbst sucht. Ob man verhärtete Fronten so aufzuweichen vermag, darf zumindest bezweifelt werden.
Fest steht: Am Dienstag werden in Leipzig die Rektoren tagen und die Studenten protestieren. Es wird um Sinn und Unsinn von Studiengebühren und Zulassungsbeschränkungen gehen, bei den einen wie bei den anderen. Es wird um die Bologna-Reform gehen und darum, ob man die Fehler der Vergangenheit aussitzen oder beheben will und muss. Vermutet werden darf auch, dass beide Lager kaum einen gemeinsamen Nenner finden werden. Was sie über kurz oder lang aber müssen, denn ohne den einen kann der andere nicht sein. Gespannt sein darf man in jedem Falle.
Mehr Infos zur Demo „Keine Stimme ohne uns!“ am Dienstag ab 13 Uhr am Hauptbahnhof/Ostseite: www.kssnet.de
Mehr Infos zum StuRa und der HRK im Netz: www.stura.uni-leipzig.de, www.hrk.de
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/87-wie-weiter-mit-der-bildung-der-stura-fordert-die-hochschulrektoren-heraus
Ein Blick von außen kann erhellend sein. Woran es an deutschen Unis haperte, konnte schon immer jeder sehen, der einmal das Glück hatte, eine Zeit in Amerika zu studieren: Da gab es auf einmal fest vorgeschriebene Stundenpläne, Berge zu durchforstender Literatur, täglich Noten für Hausarbeiten und Klausuren. Und Kommilitonen, die morgens kaum die Augen aufbekamen, weil sie die ganze Nacht über gebüffelt hatten - schließlich sollten die Eltern nicht enttäuscht, musste das Studiendarlehen eines Tages mit einem guten Job abbezahlt werden.
Dafür gab es traumhaft kleine Klassen, eine Bibliothek, die immer geöffnet hatte, eine Mensa schon fürs Frühstück und vor allem Lehrer, die im wahrsten Sinne des Wortes Tag und Nacht ansprechbar waren. Ja, man war arm nach einem solchen Amerika-Semester, auch die Portemonnaies der Onkels und Tanten waren leer, und wohl dem, der einen guten Studentenjob in Deutschland hatte - aber der Kopf war mit neuem Wissen voll. Und es wurde klar, dass die so viel gepriesene akademische Freiheit hierzulande für so manchen angehenden Wissenschaftler zwar ein Paradies, für den Durchschnitts-Studi aber oft ein Sumpf war, aus dem er nur mit größter Disziplin nach acht, zehn, zwölf Semestern wieder heil herauskam.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/90-humboldt-reloaded
Dafür gab es traumhaft kleine Klassen, eine Bibliothek, die immer geöffnet hatte, eine Mensa schon fürs Frühstück und vor allem Lehrer, die im wahrsten Sinne des Wortes Tag und Nacht ansprechbar waren. Ja, man war arm nach einem solchen Amerika-Semester, auch die Portemonnaies der Onkels und Tanten waren leer, und wohl dem, der einen guten Studentenjob in Deutschland hatte - aber der Kopf war mit neuem Wissen voll. Und es wurde klar, dass die so viel gepriesene akademische Freiheit hierzulande für so manchen angehenden Wissenschaftler zwar ein Paradies, für den Durchschnitts-Studi aber oft ein Sumpf war, aus dem er nur mit größter Disziplin nach acht, zehn, zwölf Semestern wieder heil herauskam.
Quelle: http://bildung24.cwsurf.de/blog/36-news/90-humboldt-reloaded
ArbeiterKind.de setzt sich für eine Kultur der Ermutigung in Deutschland ein
Simone und Yvonne verlassen die Schule mit einem guten Abi – Simone beginnt ein Studium, Yvonne macht eine Lehre. Warum?
Ein Blick auf ihre Herkunft lohnt sich. Denn oft spielt eine entschiedene Rolle, welchen Bildungsweg die Eltern gegangen sind: Laut der aktuellen Sozialstudie des deutschen Studentenwerks nehmen von 100 Akademikerkindern 83 ein Hochschulstudium auf. Dagegen studieren von 100 Kindern nicht-akademischer Herkunft lediglich 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen.
Nicht nur in Anbetracht der Chancengleichheit ein Armutszeugnis, auch in Hinblick auf den steigenden Bedarfs an Hochqualifizierten ein problematische Schieflage.
Ein Missverhältnis, gegen das die Initiative „ArbeiterKind.de“ kämpft. Im Mai 2008 von Katja Urbatsch gegründet, stößt ArbeiterKind.de auf enormes Interesse: Heute setzen sich über 1.000 ehrenamtliche Mentoren dafür ein, Kinder aus nicht-akademischen Familien zum Studium zu ermutigen und über ihre Möglichkeiten wie z.B. Stipendien zu informieren. In der kurzen Zeit des Bestehens wurde ArbeiterKind.de vielfach mit Preisen ausgezeichnet*.
Im Interview geht Katja Urbatsch auf die Fragen von Verena Kurth, private Berufsberaterin (www.ihr-kompass.com) und Mitglied im Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung (dvb) e.V., auf die Arbeit von ArbeiterKind.de ein:
Verena Kurth: Frau Urbatsch, wie erklären Sie sich den großen Zuspruch, den Ihre Initiative erfährt?
Katja Urbatsch: In der Wirtschaft würde man sagen, wir haben eine „Marktlücke“ entdeckt und gefüllt. Die Gruppe der Nicht-Akademikerkinder wurde mit ihren spezifischen Problemen beim Bildungsaufstieg bisher kaum wahrgenommen. Zudem ist die Initiative aus den konkreten Erfahrungen von Studierenden und Absolventen aus nicht-akademischen Familien entstanden, sodass sich viele damit identifizieren können. Und da wir von unseren eigenen Erfahrungen ausgehen, können wir auch viel konkretere und praktischere Lösungswege aufzeigen.
Verena Kurth: Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür, dass Kinder aus nicht-akademischem Elternhaus die Universität meiden?
Katja Urbatsch: Da kommen meist mehrere Gründe zusammen. Zum einen werden Kinder natürlich sehr von ihrem Umfeld geprägt und sehen erstmal die Berufe, die ihre Eltern und Verwandten ausüben. Zudem empfehlen natürlich auch viele Eltern, den Berufsweg, den sie selbst gegangen sind. Das heißt Eltern, die studiert haben, empfehlen ein Studium und Eltern, die eine Ausbildung absolviert haben, eben eine Ausbildung. In nicht-akademischen Familien fehlen einfach die Vorbilder, die studiert haben, zum Studium ermutigen und Hilfestellung geben. Zum anderen besteht oft große Unsicherheit bezüglich der Studienfinanzierung. Viele haben zwar schon mal vom BAföG gehört, aber häufig auch Angst, Schulden zu machen.
Verena Kurth: Sie selbst sind mit Ihrem Bruder die ersten in Ihrer Familie gewesen, die studiert haben. An welchen Stellen stießen Sie wegen Ihrer Herkunft auf Hürden?
Katja Urbatsch: Ich habe bereits zu Beginn des Studiums gemerkt, dass meine Freundinnen aus akademischen Familien sehr viel Unterstützung und Ratschläge von ihren Eltern erhalten. Da ging es dann um die Hilfe beim Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit, einem Referat oder auch bei der Anregung, sich doch mal um ein Stipendium zu bewerben. Von den Stipendien der Begabtenförderwerke habe ich erst im vierten Semester erfahren als es schon zu spät war. Dafür habe ich mich dann um ein Auslandsstipendium beim DAAD beworben. Und auch hier habe ich bei den Bewerbungsgesprächen gemerkt, dass meine Mitbewerber von ihren Eltern beim Verfassen des Motivationsschreibens unterstützt wurden und Tipps für das Interview bekommen haben.
Verena Kurth: Was muss sich ändern und wie arbeitet Ihre Initiative auf dieses Ziel hin?
Katja Urbatsch: Die Bildungsperspektiven von Kindern sollten nicht mehr länger vom sozialen Hintergrund abhängen. Anstand auf den sozialen Hintergrund, sollten wir auf das häufig versteckte Potenzial von Kindern und Jugendlichen schauen, an sie glauben und sie fördern. Außerdem müssen wir Schülerinnen und Schüler viel mehr darin bestärken, ihr Potenzial zu nutzen und ihnen Bildungsperspektiven aufzeigen. Unsere Mentoren gehen in die Schulen, führen Informationsveranstaltungen durch, erzählen von ihren Erfahrungen und fungieren als Vorbilder, indem sie sagen: „Ich habe es geschafft und Du kannst es auch schaffen! Gerne helfe ich Dir dabei!“
Verena Kurth: Wie schätzen Sie die Unterstützung für Arbeiterkinder in Beratungsstellen, wie z.B. der Agentur für Arbeit, ein? Sehen Sie hier Verbesserungsmöglichkeiten?
Katja Urbatsch: Die Beratung hängt – wie immer – von den jeweiligen Beratern ab. Es gibt sehr engagierte Beraterinnen und Berater, die Nicht-Akademiker zum Studium ermutigen und sie hervorragend beraten oder sogar an uns weiterleiten. Aber leider gibt es auch Berater, die Nicht-Akademikerkindern per se vom Studium abraten. Gerade hatte ich leider wieder so einen Fall. Zum Glück hat sich diese Abiturientin an uns gewannt und beginnt nun in Oktober ihr Studium. Sie wird den BAföG-Höchstsatz bekommen und hat sich auch um ein Stipendium bei der Hans-Böckler-Stiftung beworben.
Verena Kurth: Sind es in erster Linie Abiturienten und Studenten, die sich an ArbeiterKind.de wenden? Wie stehen Lehrer und Eltern Ihrem Angebot gegenüber?
Katja Urbatsch: In erster Linie wenden sich natürlich Abiturienten und Studenten an uns, da wir diese direkt ansprechen. Aber wir erhalten auch Anfragen von Eltern, insbesondere Müttern, die ihre Kinder unterstützen möchten. Zudem melden sich auch Lehrer bei uns und laden uns in Ihre Schulen ein.
Verena Kurth: Frau Urbatsch, Sie waren gerade in den USA, um für Ihre Promotionsarbeit zu forschen. Stellen Sie dort eine andere Kultur der Förderung von Arbeiter-kindern fest? Was können wir von anderen lernen?
Katja Urbatsch: In der amerikanischen Kultur ist natürlich der Bildungsaufstieg mit dem so genannten „Amerikanischen Traum“ fest verankert. Ich denke, wir sollten von den Amerikanern deren positive Einstellung gegenüber dem Bildungsaufstieg und ihre Kultur der Ermutigung übernehmen. Wenn Sie dort nach Grußkarten suchen, finden Sie eine große eigene Kategorie für „Encouragement“, also Ermutigungs-Karten: „Mach’ weiter, glaub’ an Dich, Du kannst es schaffen!“ Außerdem gibt es aber auch viel mehr Beratungsangebote an amerikanischen Schulen und Universitäten. In den Schulen und Hochschulen gibt es eigene Berater für die Zusammenstellung des Stundenplans, für die Karriereplanung und sehr viele weitere Service Angebote. Als ich während meiner Studienzeit in den USA ein Problem mit einer Hausarbeit hatte, konnte ich einfach einen Termin in einem „Writing Center“ vereinbaren. Solche und weitere kostenlose Beratungsangebote sollte es auch viel mehr in Deutschland geben.
Verena Kurth: Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und bedanke mich für das Interview.
---
* ArbeiterKind.de wurde bereits mit dem „Engagementpreis 2008“ des Vereins der ehemaligen Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung und als „Ausgewählter Ort 2009“ im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler sowie im Wettbewerb „startsocial2008“ unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als eines der besten 25 Projekte ausgezeichnet. Am 6. Oktober 2009 ist Katja Urbatsch ist als eine von sieben deutschen Social Entrepreneurs 2009 in das weltweite Fördernetzwerk von Ashoka aufgenommen worden.
Weitere Informationen unter www.ArbeiterKind.de.
Interview und weiter Informationen zum Thema unter
www.kompass-blog.de
Simone und Yvonne verlassen die Schule mit einem guten Abi – Simone beginnt ein Studium, Yvonne macht eine Lehre. Warum?
Ein Blick auf ihre Herkunft lohnt sich. Denn oft spielt eine entschiedene Rolle, welchen Bildungsweg die Eltern gegangen sind: Laut der aktuellen Sozialstudie des deutschen Studentenwerks nehmen von 100 Akademikerkindern 83 ein Hochschulstudium auf. Dagegen studieren von 100 Kindern nicht-akademischer Herkunft lediglich 23, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erreichen.
Nicht nur in Anbetracht der Chancengleichheit ein Armutszeugnis, auch in Hinblick auf den steigenden Bedarfs an Hochqualifizierten ein problematische Schieflage.
Ein Missverhältnis, gegen das die Initiative „ArbeiterKind.de“ kämpft. Im Mai 2008 von Katja Urbatsch gegründet, stößt ArbeiterKind.de auf enormes Interesse: Heute setzen sich über 1.000 ehrenamtliche Mentoren dafür ein, Kinder aus nicht-akademischen Familien zum Studium zu ermutigen und über ihre Möglichkeiten wie z.B. Stipendien zu informieren. In der kurzen Zeit des Bestehens wurde ArbeiterKind.de vielfach mit Preisen ausgezeichnet*.
Im Interview geht Katja Urbatsch auf die Fragen von Verena Kurth, private Berufsberaterin (www.ihr-kompass.com) und Mitglied im Deutschen Verband für Bildungs- und Berufsberatung (dvb) e.V., auf die Arbeit von ArbeiterKind.de ein:
Verena Kurth: Frau Urbatsch, wie erklären Sie sich den großen Zuspruch, den Ihre Initiative erfährt?
Katja Urbatsch: In der Wirtschaft würde man sagen, wir haben eine „Marktlücke“ entdeckt und gefüllt. Die Gruppe der Nicht-Akademikerkinder wurde mit ihren spezifischen Problemen beim Bildungsaufstieg bisher kaum wahrgenommen. Zudem ist die Initiative aus den konkreten Erfahrungen von Studierenden und Absolventen aus nicht-akademischen Familien entstanden, sodass sich viele damit identifizieren können. Und da wir von unseren eigenen Erfahrungen ausgehen, können wir auch viel konkretere und praktischere Lösungswege aufzeigen.
Verena Kurth: Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür, dass Kinder aus nicht-akademischem Elternhaus die Universität meiden?
Katja Urbatsch: Da kommen meist mehrere Gründe zusammen. Zum einen werden Kinder natürlich sehr von ihrem Umfeld geprägt und sehen erstmal die Berufe, die ihre Eltern und Verwandten ausüben. Zudem empfehlen natürlich auch viele Eltern, den Berufsweg, den sie selbst gegangen sind. Das heißt Eltern, die studiert haben, empfehlen ein Studium und Eltern, die eine Ausbildung absolviert haben, eben eine Ausbildung. In nicht-akademischen Familien fehlen einfach die Vorbilder, die studiert haben, zum Studium ermutigen und Hilfestellung geben. Zum anderen besteht oft große Unsicherheit bezüglich der Studienfinanzierung. Viele haben zwar schon mal vom BAföG gehört, aber häufig auch Angst, Schulden zu machen.
Verena Kurth: Sie selbst sind mit Ihrem Bruder die ersten in Ihrer Familie gewesen, die studiert haben. An welchen Stellen stießen Sie wegen Ihrer Herkunft auf Hürden?
Katja Urbatsch: Ich habe bereits zu Beginn des Studiums gemerkt, dass meine Freundinnen aus akademischen Familien sehr viel Unterstützung und Ratschläge von ihren Eltern erhalten. Da ging es dann um die Hilfe beim Schreiben einer wissenschaftlichen Hausarbeit, einem Referat oder auch bei der Anregung, sich doch mal um ein Stipendium zu bewerben. Von den Stipendien der Begabtenförderwerke habe ich erst im vierten Semester erfahren als es schon zu spät war. Dafür habe ich mich dann um ein Auslandsstipendium beim DAAD beworben. Und auch hier habe ich bei den Bewerbungsgesprächen gemerkt, dass meine Mitbewerber von ihren Eltern beim Verfassen des Motivationsschreibens unterstützt wurden und Tipps für das Interview bekommen haben.
Verena Kurth: Was muss sich ändern und wie arbeitet Ihre Initiative auf dieses Ziel hin?
Katja Urbatsch: Die Bildungsperspektiven von Kindern sollten nicht mehr länger vom sozialen Hintergrund abhängen. Anstand auf den sozialen Hintergrund, sollten wir auf das häufig versteckte Potenzial von Kindern und Jugendlichen schauen, an sie glauben und sie fördern. Außerdem müssen wir Schülerinnen und Schüler viel mehr darin bestärken, ihr Potenzial zu nutzen und ihnen Bildungsperspektiven aufzeigen. Unsere Mentoren gehen in die Schulen, führen Informationsveranstaltungen durch, erzählen von ihren Erfahrungen und fungieren als Vorbilder, indem sie sagen: „Ich habe es geschafft und Du kannst es auch schaffen! Gerne helfe ich Dir dabei!“
Verena Kurth: Wie schätzen Sie die Unterstützung für Arbeiterkinder in Beratungsstellen, wie z.B. der Agentur für Arbeit, ein? Sehen Sie hier Verbesserungsmöglichkeiten?
Katja Urbatsch: Die Beratung hängt – wie immer – von den jeweiligen Beratern ab. Es gibt sehr engagierte Beraterinnen und Berater, die Nicht-Akademiker zum Studium ermutigen und sie hervorragend beraten oder sogar an uns weiterleiten. Aber leider gibt es auch Berater, die Nicht-Akademikerkindern per se vom Studium abraten. Gerade hatte ich leider wieder so einen Fall. Zum Glück hat sich diese Abiturientin an uns gewannt und beginnt nun in Oktober ihr Studium. Sie wird den BAföG-Höchstsatz bekommen und hat sich auch um ein Stipendium bei der Hans-Böckler-Stiftung beworben.
Verena Kurth: Sind es in erster Linie Abiturienten und Studenten, die sich an ArbeiterKind.de wenden? Wie stehen Lehrer und Eltern Ihrem Angebot gegenüber?
Katja Urbatsch: In erster Linie wenden sich natürlich Abiturienten und Studenten an uns, da wir diese direkt ansprechen. Aber wir erhalten auch Anfragen von Eltern, insbesondere Müttern, die ihre Kinder unterstützen möchten. Zudem melden sich auch Lehrer bei uns und laden uns in Ihre Schulen ein.
Verena Kurth: Frau Urbatsch, Sie waren gerade in den USA, um für Ihre Promotionsarbeit zu forschen. Stellen Sie dort eine andere Kultur der Förderung von Arbeiter-kindern fest? Was können wir von anderen lernen?
Katja Urbatsch: In der amerikanischen Kultur ist natürlich der Bildungsaufstieg mit dem so genannten „Amerikanischen Traum“ fest verankert. Ich denke, wir sollten von den Amerikanern deren positive Einstellung gegenüber dem Bildungsaufstieg und ihre Kultur der Ermutigung übernehmen. Wenn Sie dort nach Grußkarten suchen, finden Sie eine große eigene Kategorie für „Encouragement“, also Ermutigungs-Karten: „Mach’ weiter, glaub’ an Dich, Du kannst es schaffen!“ Außerdem gibt es aber auch viel mehr Beratungsangebote an amerikanischen Schulen und Universitäten. In den Schulen und Hochschulen gibt es eigene Berater für die Zusammenstellung des Stundenplans, für die Karriereplanung und sehr viele weitere Service Angebote. Als ich während meiner Studienzeit in den USA ein Problem mit einer Hausarbeit hatte, konnte ich einfach einen Termin in einem „Writing Center“ vereinbaren. Solche und weitere kostenlose Beratungsangebote sollte es auch viel mehr in Deutschland geben.
Verena Kurth: Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und bedanke mich für das Interview.
---
* ArbeiterKind.de wurde bereits mit dem „Engagementpreis 2008“ des Vereins der ehemaligen Stipendiaten der Friedrich-Ebert-Stiftung und als „Ausgewählter Ort 2009“ im Rahmen des Wettbewerbs „Deutschland – Land der Ideen“ unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler sowie im Wettbewerb „startsocial2008“ unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel als eines der besten 25 Projekte ausgezeichnet. Am 6. Oktober 2009 ist Katja Urbatsch ist als eine von sieben deutschen Social Entrepreneurs 2009 in das weltweite Fördernetzwerk von Ashoka aufgenommen worden.
Weitere Informationen unter www.ArbeiterKind.de.
Interview und weiter Informationen zum Thema unter
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In den Medien wird in regelmäßigen Abständen der Einfluß des Internets und der Technologie auf unser alltägliches Leben betont. Dieser Einfluß ist mittlerweile unumstritten und wir alle können uns diesen Einflüßen nicht mehr verweigern.
Trotz der Erkenntnis, dass die gestiegene Bedeutung der neuen Technologien unser heutiges Leben im großen Maße beeinflusst, fehlt es jedoch an einer Anpassung der Lehrmethoden und Lehrinhalte in Ausbildungen und Studiengängen.
Viele Ausbildungs- und Studieninhalte sind stark veraltet und es fehlt einfach die parktische Relevanz, die einen erfolgreichen Berufseinstieg für Absolventen ermöglichen sollte.
Ich möchte hier besonders das Thema Online Marketing fokussieren, das mich seit einiger Zeit beschäftigt. In meinem Studium, das ich erst vor 2 Jahren abgeschlossen habe, gab es keine Möglichkeit, sich in diesem Themengebiet zu vertiefen. Auch andere Fakultäten bieten derzeitig ein sehr begrenztes Angebot für Studenten.
Nach Abschluß meines Studiums wurde ich mit der Realität konfrontiert, die mir zeigte, dass klassische Marketinginhalte immer mehr an Bedeutung verlieren und Werbeausgaben sich immer stärker in Richtung Online verschieben.
Die Erkenntnis ist allerdings noch nicht bei vielen Stuenten angekommen und vor allem nicht bei den Bildungsverantwortlichen, die an alten Lehrplänen festhalten.
Eine Anpassung ist zwingend notwendig, denn der Vormarsch der neuen Medien und das Sterben klassischer Disziplinen lässt sich nicht mehr aufhalten.
Arne - www.werbung-optimieren.com
Trotz der Erkenntnis, dass die gestiegene Bedeutung der neuen Technologien unser heutiges Leben im großen Maße beeinflusst, fehlt es jedoch an einer Anpassung der Lehrmethoden und Lehrinhalte in Ausbildungen und Studiengängen.
Viele Ausbildungs- und Studieninhalte sind stark veraltet und es fehlt einfach die parktische Relevanz, die einen erfolgreichen Berufseinstieg für Absolventen ermöglichen sollte.
Ich möchte hier besonders das Thema Online Marketing fokussieren, das mich seit einiger Zeit beschäftigt. In meinem Studium, das ich erst vor 2 Jahren abgeschlossen habe, gab es keine Möglichkeit, sich in diesem Themengebiet zu vertiefen. Auch andere Fakultäten bieten derzeitig ein sehr begrenztes Angebot für Studenten.
Nach Abschluß meines Studiums wurde ich mit der Realität konfrontiert, die mir zeigte, dass klassische Marketinginhalte immer mehr an Bedeutung verlieren und Werbeausgaben sich immer stärker in Richtung Online verschieben.
Die Erkenntnis ist allerdings noch nicht bei vielen Stuenten angekommen und vor allem nicht bei den Bildungsverantwortlichen, die an alten Lehrplänen festhalten.
Eine Anpassung ist zwingend notwendig, denn der Vormarsch der neuen Medien und das Sterben klassischer Disziplinen lässt sich nicht mehr aufhalten.
Arne - www.werbung-optimieren.com
# Von Barno am 29. Sep, 16:58 in Bildungspolitik
Bei Bildungsklick liest man heute diese Meldung:
„Einen eindrucksvollen Start haben die vor einem Jahr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeführten "Aufstiegsstipendien" hingelegt. Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu am Mittwoch: "(…) DAS INTERESSE AN DEN AUFSTIEGSSTIPENDIEN HAT ALLE ERWARTUNGEN ÜBERTROFFEN." (Hervorhebung von kompass-blog)
Da kann man sich nur fragen:
Was hatte denn Frau Schavan und ihr Ministerium erwartet?
Ist ihr nicht bewusst, wie schwer es ist, als ältere Mensch - und hier sind schon alle über 30 angesprochen! – Weiterbildung zu finanzieren?
Ab dem 30. Geburtstag stößt man auf eine schier unüberwindbare Finanzierungshürde:
Beim BAföG und bei den meisten Studienkrediten hat man in der Regel keinen Förderungsanspruch, wenn ein Studium erst nach dem 30. Geburtstag begonnen wird. Die Forderung nach "Lebenslanges Lernen" wird hier zum Hohn – denn, wer hat denn das Geld dazu, noch einmal die Schul- oder Unibank zu drücken?
Keine Verbesserung der Situation – Ganz im Gegenteil
Die Situation hat und wird sich noch weiter durch die Einführung des Bachelor und Master verschlechtern. Das früher zusammenhängende Diplom-/ Magister- bzw. Lehramt-Studium wurde unterteilt. Nun kann man nach dem Bachelor Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt machen. Aber Achtung! Auf einen Stolperstein wird bei der Reform selten hingewiesen: Ist man zu Beginn des auf den Bachelor aufbauenden Masterstudiums über 30, besteht kein Anspruch auf BAföG.
Was sagen die Parteien dazu?
Unter dem Stichwort BAfög findet man z.B. in den Parteiprogrammen folgendes:
Die SPD verspricht: "Wir werden das Studierenden-BAföG so ausweiten, dass Studieren auch in späteren Phasen der Erwerbsbiografie möglich wird." Bei den Grünen liest man: "Zentrale Voraussetzung (...) ist die Einführung eines Erwachsenen- BAföG, das keine Altersgrenzen und Berufsbeschränkungen kennt."
Die Linken fordert den Ausbau des BAföGs zur elternunabhängigen, bedarfsdeckenden und repressionsfreien Grundsicherung. Die FDP will – ergänzend zu den bestehenden Möglichkeiten der Bildungsfinanzierung (BAföG, Darlehen, Stipendien) – den Aufbau von privatem Bildungskapital stärken. Die Altersthematik sprechen die Liberalen nicht an. Bei der CDU und CSU findet sich nichts zu dem Stichwort "BAFög".
Das BAfög kann und muss nicht der alleinige Schlüssel sein
Wie der deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung e.V. (dvb) moniert, fehle es an zusammenhängenden Konzepten. (Stellungnahme des dvb): So sieht eine Bildungsoffensive nicht aus.
Das Interesse für Weiterbildung ist vorhanden - das hat sich auch im Bildungsministerium herumgesprochen! Doch es muss in Zukunft mehr bieten als die Vergabe von 1.494 Aufstiegsstipendien!
--
Zur genauen Recherche – die Fundstelle „Bildung“ in den Parteiprogrammen
Auf Kommentare hier und im www.kompass-blog.de bin ich gespannt.
„Einen eindrucksvollen Start haben die vor einem Jahr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingeführten "Aufstiegsstipendien" hingelegt. Bundesbildungsministerin Annette Schavan sagte dazu am Mittwoch: "(…) DAS INTERESSE AN DEN AUFSTIEGSSTIPENDIEN HAT ALLE ERWARTUNGEN ÜBERTROFFEN." (Hervorhebung von kompass-blog)
Da kann man sich nur fragen:
Was hatte denn Frau Schavan und ihr Ministerium erwartet?
Ist ihr nicht bewusst, wie schwer es ist, als ältere Mensch - und hier sind schon alle über 30 angesprochen! – Weiterbildung zu finanzieren?
Ab dem 30. Geburtstag stößt man auf eine schier unüberwindbare Finanzierungshürde:
Beim BAföG und bei den meisten Studienkrediten hat man in der Regel keinen Förderungsanspruch, wenn ein Studium erst nach dem 30. Geburtstag begonnen wird. Die Forderung nach "Lebenslanges Lernen" wird hier zum Hohn – denn, wer hat denn das Geld dazu, noch einmal die Schul- oder Unibank zu drücken?
Keine Verbesserung der Situation – Ganz im Gegenteil
Die Situation hat und wird sich noch weiter durch die Einführung des Bachelor und Master verschlechtern. Das früher zusammenhängende Diplom-/ Magister- bzw. Lehramt-Studium wurde unterteilt. Nun kann man nach dem Bachelor Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt machen. Aber Achtung! Auf einen Stolperstein wird bei der Reform selten hingewiesen: Ist man zu Beginn des auf den Bachelor aufbauenden Masterstudiums über 30, besteht kein Anspruch auf BAföG.
Was sagen die Parteien dazu?
Unter dem Stichwort BAfög findet man z.B. in den Parteiprogrammen folgendes:
Die SPD verspricht: "Wir werden das Studierenden-BAföG so ausweiten, dass Studieren auch in späteren Phasen der Erwerbsbiografie möglich wird." Bei den Grünen liest man: "Zentrale Voraussetzung (...) ist die Einführung eines Erwachsenen- BAföG, das keine Altersgrenzen und Berufsbeschränkungen kennt."
Die Linken fordert den Ausbau des BAföGs zur elternunabhängigen, bedarfsdeckenden und repressionsfreien Grundsicherung. Die FDP will – ergänzend zu den bestehenden Möglichkeiten der Bildungsfinanzierung (BAföG, Darlehen, Stipendien) – den Aufbau von privatem Bildungskapital stärken. Die Altersthematik sprechen die Liberalen nicht an. Bei der CDU und CSU findet sich nichts zu dem Stichwort "BAFög".
Das BAfög kann und muss nicht der alleinige Schlüssel sein
Wie der deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung e.V. (dvb) moniert, fehle es an zusammenhängenden Konzepten. (Stellungnahme des dvb): So sieht eine Bildungsoffensive nicht aus.
Das Interesse für Weiterbildung ist vorhanden - das hat sich auch im Bildungsministerium herumgesprochen! Doch es muss in Zukunft mehr bieten als die Vergabe von 1.494 Aufstiegsstipendien!
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Zur genauen Recherche – die Fundstelle „Bildung“ in den Parteiprogrammen
Auf Kommentare hier und im www.kompass-blog.de bin ich gespannt.








