# sehpferd schrieb am 15. Okt, 10:41:
Etwas mehr kann man schon verlangen
Fragt sich natürlich, ob es „Wissenschaft“ ist, wenn am Ende eine so profane Meinungsäußerung herauskommt, wie (Zitat) „eine wissenschaftliche Karriere sei für viele Frauen ‚oft unmöglich’ … weil .. familiäre Pflichten“ die Hochschulkarriere erschwerten.Zu Deinem zweiten Argument: Wissenschaftlerinnen sollten während ihres Studiums wenigstens lernen, wie sie sich und ihre Arbeit organisieren können. Das kann man nun wieder von Sachbearbeiterinnen und Verkäuferinnen nicht erwarten. Außerdem erlauben einige wissenschaftliche Tätigkeiten eine viel freiere Einteilung der zeit als der Job einer Kassiererin bei Aldi. Also mal Schluss mit dem arroganten Gejammer.
Meint Sehpferd
# Stephan Mosel antwortete am 15. Okt, 12:53:
mit der wissenschaftlichkeit meinte ich, dass man sich zunächst mal die studie selbst ansehen müsste, und nicht das was rp-online darüber schreibt. den verfasserinnen einer studie über die ich nur eine halbe seite in einem news-magazin gelesen habe arroganz vorzuwerfen, halte ich für mehr als gewagt, um nicht zu sagen arrogant.und wegen der freien zeiteinteilung: dass leute in wissenschaftlichen berufen mehr zeit haben als andere halte ich für ein märchen. vielleicht sind sie flexibler wenn sie entscheiden welche 14 stunden am tag sie denn arbeiten wollen da sie dies im gegensatz zur frau beim aldi auch nachts oder am wochenende können und/oder müssen. warum man dadurch aber mehr zeit für kinder haben sollte ist mir nicht klar.
also, findest du den schluss zu dem die studie kam nun so offensichtlich wie du sagtest, was heissen würde der schluss war richtig, oder eben arrogant wie du auch sagtest, was heissen würde die haben eh alle nicht recht?
# babs antwortete am 15. Okt, 14:10:
die realitaet fuer wissenschaftler und wissenschaftlerinnen -besonders in jungen jahren - schaut ganz und gar nicht familienfreundlich aus. wenn man erfolgreich sein will bzw. von diesem job leben möchte, kommt man nicht um zahlreiche ueberstunden herum, vor allem im naturwissenschaftlichen berreich, da sich experimente von natur aus nicht nach der freizeitplanung richten.der mann ist in diesem fall beguenstigt, da fuer gewoehnlich seine frau zu hause den laden schmeisst. fuer eine frau mit kindern gestaltet sich die situation bedeutend schwieriger. auf der einen seite koennte ja ihr mann die kinderbetreuung uebernehmen und seine karriere auf eis legen - eine loesung, die machbar, aber meiner erfahrung nach noch nicht gesellschaftlich vollstaendig anerkannt ist. oder aber man sucht sich anderweitig kinderbetreuung, eine variante, die ich keineswegs als optimal bezeichnen wuerde.
aus diesem grund verzichten frauen auf eine wissenschaftliche karriere zu gunsten ihrer kinder.
ich glaube, um dieses problem zu loesen, muss wissenschaftliches arbeiten an sich umstrukturiert werden z.b. geregelte arbeitszeiten ohne produktivitaetsverlust vielleicht in teams von gleichberechtigten wissenschaftlern. wie das in der realitaet funktionieren soll - keine ahnung - aber frauen auf der wissenschaftlichen karriereleiter scheitern sicher nicht wegen schlechter zeiteinteilung oder falscher organisation.
und noch zum schluss: liebes seepferd, diese studie war auf keinen fall darauf ausgelegt um eine ausrede zu finden, warum so wenige frauen eine hochschulkarriere anstreben bzw. es nicht schaffen ihre arbeit mit familie zu vereinbaren. ...denn es ist nicht trivial, eine zufriedenstellende loesung dafuer zu finden.








