Eine wissenschaftliche Karriere sei für viele Frauen "oft unmöglich". Nach wie vor erschweren familiäre Pflichten deutschen Frauen eine Hochschulkarriere, so das Ergebnis einer nationalen Studie, deren Ergebnisse am Montag von der Universität Münster veröffentlicht wurden. Von Chancengleichheit mit den Männern könne noch nicht die Rede sein, hieß es. In erster Linie sähen sich die Wissenschaftlerinnen durch mangelhafte Angebote an Kinderbetreuung beruflich eingeschränkt, sagten die Projektleiterinnen Prof. Annette Zimmer und Holger Krimmer vom Institut für Politikwissenschaft. [Weiter bei RP ONLINE]
Kommentare:
# sehpferd schrieb am 14. Okt, 12:22:
Typisch deutsches Gejammer
Ein bisschen Wahrheit, ein bisschen typisches deutsches Gejammer - das alles hätte auch eine Sachbearbeiterin herausfinden können. Es wundert mich doch sehr, warum man dazu „Wissenschaftler“ und „Studien“ benötigt.Und auch noch dies: Sollten Wissenschaftlerinnen es aufgrund ihrer Ausbildung wirklich nicht ermöglichen können, Selbsthilfemodelle für die Kinderbetreuung zu entwickeln und diese auch umzusetzen? Dann würden solche (pardon) billigen Ausreden wohl entfallen.
# Stephan Mosel antwortete am 15. Okt, 10:29:
zu deiner skepsis gegenüber der wissenschaft: dieses argument wird nur allzu oft verwendet, dass diesen oder jenen schluss der in einer studie gezogen wird eigentlich jeder hätte ziehen können. nun ja, meist geschieht dies aber erst nachdem es eine wissnschaftliche arbeit dazu gibt, andererseits meist ohne die inhaltliche kenntnis der studie.und nur mal angenommen dass diese auch den wissenschaftlichen beweis der these enthält, so unterscheidet sie sich dann dadurch in meinen augen sehr wohl von einer nicht weiter fundierten, subjektiven alltagsbeobachtung, auch wenn das ergebnis dasselbe ist.
denn schliesslich ist es ja aufgabe der wissenschaften, teile der realität oder dessen was wir so nennen zu beschreiben. wieso sollte man also zu völlig anderen ergebnissen kommen? schliesslich geht es ja meinst darum, vorwissenschaftliche thesen wissenschaftlich zu untermauern.
und warum wissenschaftlerinnen irgendwie besser in der lage sein sollten ihre kinderbetreuung zu organisieren als andere menschen entzieht sich völligst meiner vorstellungskraft. ich habe mal gehört, das seien auch nur menschen.
# Kratzbürste schrieb am 14. Okt, 16:09:
Gleichberechtigung schön und gut!
Aber was wird aus den Kindern, die den Mütter bei der Karriere im Weg sind? Sie werden immer mehr von fremden Menschen erzogen. Ich weiß nicht, ob das so erstrebenswert ist.Wer unbedingt Karriere machen will, soll sich doch einfach mal überlegen, ob er überhaupt ein Kind bekommen sollte.
Ich muß da immer an ein Beispiel denken, das eine Freundin mir einmal erzählt hat. Sie ist Kinderpflegerin in einer Kinderkrippe (Altersgruppe 0-3 Jahre) gewesen. Da sind mehrere Kinder in ihrer Gruppe gewesen, die aus Karriere-Ehen stammten. Morgens wurden sie von der Mama oder dem Papa auf dem Weg in die Arbeit hingebracht, und abends um 17.00 Uhr sind sie vom Kindermädchen abgeholt worden ...
Was ich meine ist, eine Chancengleichheit zwischen Mann und Frau ohne die Kinder zu benachteiligen ist eigentlich nur dann möglich, wenn sie sich entscheidet keine Kinder zu bekommen. Punkt.
hmmm
ohne es zu bewerten muss ich sagen, dass ich nicht damit gerechnet habe, eine solche Aussage von einer Frau zu hoeren.
# Kratzbürste antwortete am 15. Okt, 10:28:
hm, ...
..., ich sage ja nicht, daß eine Frau hinter den Herd gehört.Ich bin einfach in einer Familie aufgewachsen, in der meine Mutter immer für mich da ist. Und ich stelle es mir furchtbar vor, wenn man von einer Kindertagesstätte in die nächste gesteckt wird, fast nur noch zum schlafen daheim ist und äußerst selten seine Eltern für sich hat.
Ich habe extra darauf verzichtet beruflich noch weiter zu machen, weil ich einmal eine Familie haben möchte. Ich will nicht aufhören zu arbeiten. Ganz und gar nicht. Aber in meiner Stellung kann ich es mir auch erlauben zum Bleistift nur 3 halbe Tage in die Firma zu kommen. Als Ingenieurin würde ich belächelt werden, wenn ich den Wunsch äußern würde.
Viele verstehen das nicht.
# Transparent antwortete am 17. Okt, 20:23:
Ich zitiere Kratzbürste:
Wer unbedingt Karriere machen will, soll sich doch einfach mal überlegen, ob er überhaupt ein Kind bekommen sollte.:-)
Etwas mehr kann man schon verlangen
Fragt sich natürlich, ob es „Wissenschaft“ ist, wenn am Ende eine so profane Meinungsäußerung herauskommt, wie (Zitat) „eine wissenschaftliche Karriere sei für viele Frauen ‚oft unmöglich’ … weil .. familiäre Pflichten“ die Hochschulkarriere erschwerten.Zu Deinem zweiten Argument: Wissenschaftlerinnen sollten während ihres Studiums wenigstens lernen, wie sie sich und ihre Arbeit organisieren können. Das kann man nun wieder von Sachbearbeiterinnen und Verkäuferinnen nicht erwarten. Außerdem erlauben einige wissenschaftliche Tätigkeiten eine viel freiere Einteilung der zeit als der Job einer Kassiererin bei Aldi. Also mal Schluss mit dem arroganten Gejammer.
Meint Sehpferd
# Stephan Mosel antwortete am 15. Okt, 12:53:
mit der wissenschaftlichkeit meinte ich, dass man sich zunächst mal die studie selbst ansehen müsste, und nicht das was rp-online darüber schreibt. den verfasserinnen einer studie über die ich nur eine halbe seite in einem news-magazin gelesen habe arroganz vorzuwerfen, halte ich für mehr als gewagt, um nicht zu sagen arrogant.und wegen der freien zeiteinteilung: dass leute in wissenschaftlichen berufen mehr zeit haben als andere halte ich für ein märchen. vielleicht sind sie flexibler wenn sie entscheiden welche 14 stunden am tag sie denn arbeiten wollen da sie dies im gegensatz zur frau beim aldi auch nachts oder am wochenende können und/oder müssen. warum man dadurch aber mehr zeit für kinder haben sollte ist mir nicht klar.
also, findest du den schluss zu dem die studie kam nun so offensichtlich wie du sagtest, was heissen würde der schluss war richtig, oder eben arrogant wie du auch sagtest, was heissen würde die haben eh alle nicht recht?
# babs antwortete am 15. Okt, 14:10:
die realitaet fuer wissenschaftler und wissenschaftlerinnen -besonders in jungen jahren - schaut ganz und gar nicht familienfreundlich aus. wenn man erfolgreich sein will bzw. von diesem job leben möchte, kommt man nicht um zahlreiche ueberstunden herum, vor allem im naturwissenschaftlichen berreich, da sich experimente von natur aus nicht nach der freizeitplanung richten.der mann ist in diesem fall beguenstigt, da fuer gewoehnlich seine frau zu hause den laden schmeisst. fuer eine frau mit kindern gestaltet sich die situation bedeutend schwieriger. auf der einen seite koennte ja ihr mann die kinderbetreuung uebernehmen und seine karriere auf eis legen - eine loesung, die machbar, aber meiner erfahrung nach noch nicht gesellschaftlich vollstaendig anerkannt ist. oder aber man sucht sich anderweitig kinderbetreuung, eine variante, die ich keineswegs als optimal bezeichnen wuerde.
aus diesem grund verzichten frauen auf eine wissenschaftliche karriere zu gunsten ihrer kinder.
ich glaube, um dieses problem zu loesen, muss wissenschaftliches arbeiten an sich umstrukturiert werden z.b. geregelte arbeitszeiten ohne produktivitaetsverlust vielleicht in teams von gleichberechtigten wissenschaftlern. wie das in der realitaet funktionieren soll - keine ahnung - aber frauen auf der wissenschaftlichen karriereleiter scheitern sicher nicht wegen schlechter zeiteinteilung oder falscher organisation.
und noch zum schluss: liebes seepferd, diese studie war auf keinen fall darauf ausgelegt um eine ausrede zu finden, warum so wenige frauen eine hochschulkarriere anstreben bzw. es nicht schaffen ihre arbeit mit familie zu vereinbaren. ...denn es ist nicht trivial, eine zufriedenstellende loesung dafuer zu finden.
# sophie (anonym) schrieb am 9. Dez, 02:16:
Familie und Beruf
Nur Mut liebe Leute!Ich habe drei Kinder (9a, 10a, und 13 Jahre), bin 67,7% berufstätig, habe einen Partner, Hund,Haus+Garten und bin rundum zufrieden! Die Lösung ist: nicht einen Typ zu Hause zu haben sondern einen Mann-Vater-Liebhaber
--> also auch mehrfach belastet, nicht nur ich, sprich ein PARTNER, der Kinder auch als SEINE Kinder betrachtet und ein gemeinsames Zeitmanagement! Jedenfalls ist es durchaus möglich Familie und Beruf unter einen Hut zu kriegen. Ich wünsch Euch viel Glück und gutes Gelingen! Liebe Grüsse
# Dietrich (Mann) (anonym) schrieb am 25. Jan, 09:08:
Erstaunen
Ich bin immer wieder erstaunt, dass die deutschen Müttern ohne fachliche Ausbildung als perfekte Erzieher geeigneter scheinen, denn lang ausgebildeten und staatlich-geprüften ErzieherInnen, in speziell ausgelegten Einrichtungen, die den Bedürfnissen der Klein/-Kinder angepaßt sind. Die armen Kinder in Skandianvien, Frankreich und Italien, alle schwer geschädigt durch die staatlich subventionierten Kita/Kiga-Plätze. Arme "Ossis", durftet doch Ihr nicht bei Euren Müttern bleiben, da sie Arbeiten gehen durften(mußten?). Das erklärt evtl. Herrn E. Steubers Gedanken über den gefrusteten Osten. Verliere mich in Sarkasmus. Sorry. Empfehle zu diesem Thema das Buch von Barbara Vinken "Die deutsche Mutter. Der lange Schatten eines Mythos."








