Die Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen ist abhängig von der Entwicklung von Ideen, die es der Gesellschaft ermöglichen, sich an veränderte Lebensbedingungen anzupassen.
Dies wiederum bedeutet jedoch nicht, dass eine Gesellschaftsform scheitert, weil es ihr an Ideen mangelt. Sie scheitert, weil überlebenswichtige neue Ideen & Konzepte nicht gehört werden und nötige Anpassungen nicht oder nicht rechtzeitig vollzogen werden.
In Zeiten der Finanzkrise, des Klimawandels und dem absehbaren Mangel an grundlegenden Ressourcen nehmen Ideen zur Abwendung derartiger Gefahren genau diese zentrale Rolle ein.
Auch in diesen Bereichen fehlt es nicht an Konzepten, wie wir diesen Bedrohungen entgegensteuern können. Doch scheint die Ignoranz der meist westlichen Gesellschaften vor der Umsetzung dieser Konzepte eine kaum überwindbare Hürde zu sein.
Der Erhalt heutiger Lebensstandards steht mit einer solchen Einstellung zunehmend in Frage.
Die Schnelllebigkeit und hohe Dynamik der heutigen Gesellschaft, die immer mehr Bereiche unseres Lebens vereinnahmt, ersetzt dabei nachhaltige und ausgewogene Maßnahmen zunehmend durch kurzfristiges Handeln:
Bei den Banken liegt der Fokus auf der größtmöglichen Rendite des nächsten Quartals.
Die Politik kümmert sich lieber um Beliebtheitswerte, als um anstehende gesellschaftliche Probleme und selbst der FC Bayern stellt kurzfristiges Handeln auf ganz oben auf seine Agenda, was am Trainerverschleiß der letzten Jahre eindeutig zu erkennen ist.
Doch zurück zur Politik. Ihre eigentliche Aufgabe sollte es sein, einen Rahmen für eine Gesellschaft zu bieten.
Dass dieser Rahmen Einschränkungen und gewisse Zwänge beinhalten muss, hat natürlich seinen Sinn.
Gleichzeitig muss aber das Miteinander so gestaltet sein, dass Freiräume für den Einzelnen ermöglicht werden, aus denen wiederum kreative Ideen entstehen können.
Nur so kann der Grundstein dafür gelegt werden, die großen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern.
Doch wo sonst sollen sich neue Ideen entwickeln, wenn nicht im jungen Teil der Gesellschaft?
Wann sonst sollen Menschen diesen Freiraum erhalten, wenn nicht in der Zeit, in der sie das erste Mal auf sich allein gestellt in die Welt bzw. das Studium entlassen werden?
Da die Antriebsfeder der Politik aber Beliebtheitswerte und Machterhalt sind und nicht das Ermöglichen von Freiräumen, hat sich die Politik nicht nur zu kurzfristigem, sondern auch zu unverantwortlichem Handeln verleiten lassen!
Was fällt nun aber Politikern ein, die auf das urplötzlich auftauchende Problem beschränkter Finanzmittel stoßen?
Genau. Sie benutzen die altbewährte Technik des kurzfristigen Handelns und stürzen sich ohne Analyse etwaiger Konsequenzen auf den Sektor Bildung.
Da dieser Sektor bis vor einiger Zeit noch relativ unangetastet war, taten sich hier natürlich Handlungsoptionen auf, die zu folgenden konkreten Maßnahmen geführt haben:
1. Die Verschulung des Studiums, die es der Politik ermöglicht, der Wirtschaft mit höchstmöglicher Effektivität und Rendite neues Humankapital zur Verfügung zu stellen.
2. Die Einführung der Regelstudienzeit von 6 Semestern, die bewirkt, dass Studierende so schnell wie möglich durch ihr Studium geschleust werden, um die Staatskasse vor unnötigem Ballast zu befreien.
3. Die Einführung der als Qualitätsverbesserung getarnten Sparmaßnahme Studiengebühren.
Der Politik ist damit das äußerst seltene Kunststück gelungen, gleich drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Eine Leistung, die jedes kurzfristig denkende und aktionistisch handelnde Politikerhirn der Welt zu einer massiven Ausschüttung an Glückshormonen veranlassen würde.
Eine Verschulung sowie die zu kurze Regelstudienzeit haben für einen gewissen Teil der Studenten natürlich Vorteile. Und zwar genau für diejenigen, die diesen Abschnitt in kürzest möglicher Zeit hinter sich haben wollen und ohnehin kein universelles Studium anstreben.
Allerdings sollte dieses Argument kein Grund dafür sein, alle Studenten in ein zu pressen, welches nur lauter Bachelor der Fachidiotie hervorbringt.
Wendet man seinen Blick auf die Studiengebühren, so sind diese in Anbetracht der immer größer werdenden sozialen Schere unserer Gesellschaft ein Schnitt ins eigene Fleisch.
Man muss jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken entwickeln zu können. Doch dazu gehört nicht nur, nach dem täglichen Lernen ein paar Stunden Zeit für sich und andere zu haben.
Vielmehr ist es wichtig, dass diese Stunden, auch wenn sie weniger werden, möglichst frei sein müssen von Sorgen, die sich um die Finanzierung des Studiums und die Bewältigung des Lernstoffs drehen.
Unser jetziges Bildungssystem hat nicht mehr zum Ziel, kritisch denkende Individuen hervorzubringen. Es will vielmehr Geschöpfe produzieren, die auf Effizienz gepolt die optimale Rendite liefern.
Menschen, die in dieses System erfolgreich integriert werden, kennen dann aber auch nichts anderes als kritiklos den Stoff reinzuwürgen, den man ihnen vorsetzt.
Vor einiger Zeit benutzte dafür eine Studentin im Radio der Ausdruck „Bulimie-Lernen“ zu Wort. Ich kann dabei nur für mich sprechen, aber für manche Vorlesungen meines Studiums passte diese Aussage wie die Faust aufs Auge.
Irgendwie schaffen die meisten Studierenden auch trotz dieses missratenen Systems ihr Studium.
Doch die Allgemeinbildung bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.
Ein gewisser Grad an Allgemeinbildung ermöglicht aber erst das Erkennen größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge.
Wie aber soll ein Absolvent tiefer in solche Zusammenhänge eintauchen können, wenn er nur mit besagtem Bachelor of Fachidiotie ausgestattet ist?
Heutzutage wird in Politik und Medien oft das Schlagwort Nachhaltigkeit benutzt.
Gerade bei den Entscheidungsträgern, die Nachhaltigkeit in Tatsachen umsetzen sollten, scheinen den Begriff allerdings ein wenig missverstanden zu haben!
Unter Sozialer Nachhaltigkeit zum Beispiel versteht man dabei die Entwicklung, die die Partizipation aller Mitglieder einer Gesellschaft ermöglicht.
Die Verschulung, Regelstudienzeit sowie Studiengebühren führen dabei aber weniger zu Nachhaltigkeit, sondern vielmehr zur nachhaltigen sozialen Ungleichheit.
Einen Kommentar würde ich auch gerne zu manchen Aussagen der RCDS geben, die sie der Öffentlichkeit in den letzten Tagen zukommen ließ.
Darin wirft sie den streikenden Studenten vor, sie wären Möchtegern-68er und so etwas wie Asoziale, die die ernsthaften Studenten vom Lernen abhalten.
Damit wollen sie natürlich zwischen den Zeilen ausdrücken, dass wir keine ernsthaften Studenten sind, die sich keine Rücksicht auf andere nehmen.
Genau genommen ist es aber die RCDS, die eine Klientelpolitik betreibt und ihrerseits das Entstehen von gesellschaftlicher Selbsterneuerung verhindern will.
Der paradoxeste Vorwurf allerdings ist der, die Streikenden würden einen sinnvollen Dialog verhindern.
Vielmehr zeigen Aussagen dieser Art doch nur, dass eben diese Kritiker gar nicht selbst zu sinnvollem Dialog fähig sind,
Stattdessen üben sie sich in populistischer Meinungsmache und verhindern jegliches Aufeinanderzugehen!
Nicht zuletzt der Vorwurf, die Forderungen der Streikenden seien konzeptlos bis unverständlich ist doch nur typischer Politik-Jargon, in dem die jeweilige Partei der anderen vorwirft, sie wäre nicht fähig, sinnvolle Argumente vorzubringen.
Ich zumindest finde, die Aussage: „Schafft die Studiengebühren ab!“ ist ein klar verständlicher deutscher Satz.
Die Politik will doch mit ihrer grundlegenden Diskussionsverweigerung hinsichtlich Studiengebühren doch nur erreichen, dass wir nicht nur als realitätsfern abgetan, sondern möglichst von der Öffentlichkeit erst gar nicht als ernstzunehmend wahrgenommen werden sollen
Vermutlich nennt man die Streikenden auch nur konzeptlos, weil wir nicht, wie die Politik selbst, innerhalb kürzester Zeit in sinnlosen Aktionismus verfallen und dann Konzepte vorlegen, die nicht einen Funken Realitätsgehalt besitzen.
Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in Sachen Studiengebühren zu einem grundlegenden Umdenken zu bewegen sind.
Dazu müssten sie nämlich ihr Weltbild ändern, was gleichzeitig aber einen Gesichtsverlust bedeuten würde, den sie sich nie erlauben würden!
Solange sich die regierende Elite weiter abschottet und eigene Nachfolger (Holmeier) produziert, die mindestens genauso unfähig zu nachhaltigem und kritischen Denken und zivilisierter Diskussion sind, verhindert man nicht nur, dass Streikende wie wir gehört werden.
Man verhindert mit dieser Undurchlässigkeit und Intransparenz auch, dass sich eine Demokratie erneuern kann.
Doch wie sonst soll sie sich noch von Innen reformieren, wenn die Möglichkeit der Partizipation immer schwieriger wird?
Deswegen reicht es meiner Meinung nach auch nicht, den Protest so zu organisieren, als würde es hier nur um die Probleme von uns Studenten gehen.
Es geht hier um die Probleme einer Gesellschaft, deren wichtigste Ressource schon immer die Bildung war und auch immer sein wird!
Bildung soll ja nicht nur denen zu Gute kommen, die sich das Wissen aneignen, sondern auch der Allgemeinheit.
Wissen und Verstehen sind die zentralen Elemente für eine überlebensfähige Gesellschaft.
Wenn es also einen Grundsatz geben muss, dann den, dass Bildung nie abhängig sein darf von einem Staat, der durch sein Handeln der Gesellschaft das Fundament entzieht.
Nicht umsonst existiert im Grundgesetz unter Artikel 5 der Absatz 3, wonach Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind!
Aber so wenig, wie die Politik diesen Teil des Grundgesetzes ernst nimmt, so wenig ernst nimmt sie auch die Streikenden!
Dies wiederum bedeutet jedoch nicht, dass eine Gesellschaftsform scheitert, weil es ihr an Ideen mangelt. Sie scheitert, weil überlebenswichtige neue Ideen & Konzepte nicht gehört werden und nötige Anpassungen nicht oder nicht rechtzeitig vollzogen werden.
In Zeiten der Finanzkrise, des Klimawandels und dem absehbaren Mangel an grundlegenden Ressourcen nehmen Ideen zur Abwendung derartiger Gefahren genau diese zentrale Rolle ein.
Auch in diesen Bereichen fehlt es nicht an Konzepten, wie wir diesen Bedrohungen entgegensteuern können. Doch scheint die Ignoranz der meist westlichen Gesellschaften vor der Umsetzung dieser Konzepte eine kaum überwindbare Hürde zu sein.
Der Erhalt heutiger Lebensstandards steht mit einer solchen Einstellung zunehmend in Frage.
Die Schnelllebigkeit und hohe Dynamik der heutigen Gesellschaft, die immer mehr Bereiche unseres Lebens vereinnahmt, ersetzt dabei nachhaltige und ausgewogene Maßnahmen zunehmend durch kurzfristiges Handeln:
Bei den Banken liegt der Fokus auf der größtmöglichen Rendite des nächsten Quartals.
Die Politik kümmert sich lieber um Beliebtheitswerte, als um anstehende gesellschaftliche Probleme und selbst der FC Bayern stellt kurzfristiges Handeln auf ganz oben auf seine Agenda, was am Trainerverschleiß der letzten Jahre eindeutig zu erkennen ist.
Doch zurück zur Politik. Ihre eigentliche Aufgabe sollte es sein, einen Rahmen für eine Gesellschaft zu bieten.
Dass dieser Rahmen Einschränkungen und gewisse Zwänge beinhalten muss, hat natürlich seinen Sinn.
Gleichzeitig muss aber das Miteinander so gestaltet sein, dass Freiräume für den Einzelnen ermöglicht werden, aus denen wiederum kreative Ideen entstehen können.
Nur so kann der Grundstein dafür gelegt werden, die großen Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich zu meistern.
Doch wo sonst sollen sich neue Ideen entwickeln, wenn nicht im jungen Teil der Gesellschaft?
Wann sonst sollen Menschen diesen Freiraum erhalten, wenn nicht in der Zeit, in der sie das erste Mal auf sich allein gestellt in die Welt bzw. das Studium entlassen werden?
Da die Antriebsfeder der Politik aber Beliebtheitswerte und Machterhalt sind und nicht das Ermöglichen von Freiräumen, hat sich die Politik nicht nur zu kurzfristigem, sondern auch zu unverantwortlichem Handeln verleiten lassen!
Was fällt nun aber Politikern ein, die auf das urplötzlich auftauchende Problem beschränkter Finanzmittel stoßen?
Genau. Sie benutzen die altbewährte Technik des kurzfristigen Handelns und stürzen sich ohne Analyse etwaiger Konsequenzen auf den Sektor Bildung.
Da dieser Sektor bis vor einiger Zeit noch relativ unangetastet war, taten sich hier natürlich Handlungsoptionen auf, die zu folgenden konkreten Maßnahmen geführt haben:
1. Die Verschulung des Studiums, die es der Politik ermöglicht, der Wirtschaft mit höchstmöglicher Effektivität und Rendite neues Humankapital zur Verfügung zu stellen.
2. Die Einführung der Regelstudienzeit von 6 Semestern, die bewirkt, dass Studierende so schnell wie möglich durch ihr Studium geschleust werden, um die Staatskasse vor unnötigem Ballast zu befreien.
3. Die Einführung der als Qualitätsverbesserung getarnten Sparmaßnahme Studiengebühren.
Der Politik ist damit das äußerst seltene Kunststück gelungen, gleich drei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Eine Leistung, die jedes kurzfristig denkende und aktionistisch handelnde Politikerhirn der Welt zu einer massiven Ausschüttung an Glückshormonen veranlassen würde.
Eine Verschulung sowie die zu kurze Regelstudienzeit haben für einen gewissen Teil der Studenten natürlich Vorteile. Und zwar genau für diejenigen, die diesen Abschnitt in kürzest möglicher Zeit hinter sich haben wollen und ohnehin kein universelles Studium anstreben.
Allerdings sollte dieses Argument kein Grund dafür sein, alle Studenten in ein zu pressen, welches nur lauter Bachelor der Fachidiotie hervorbringt.
Wendet man seinen Blick auf die Studiengebühren, so sind diese in Anbetracht der immer größer werdenden sozialen Schere unserer Gesellschaft ein Schnitt ins eigene Fleisch.
Man muss jungen Menschen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Gedanken entwickeln zu können. Doch dazu gehört nicht nur, nach dem täglichen Lernen ein paar Stunden Zeit für sich und andere zu haben.
Vielmehr ist es wichtig, dass diese Stunden, auch wenn sie weniger werden, möglichst frei sein müssen von Sorgen, die sich um die Finanzierung des Studiums und die Bewältigung des Lernstoffs drehen.
Unser jetziges Bildungssystem hat nicht mehr zum Ziel, kritisch denkende Individuen hervorzubringen. Es will vielmehr Geschöpfe produzieren, die auf Effizienz gepolt die optimale Rendite liefern.
Menschen, die in dieses System erfolgreich integriert werden, kennen dann aber auch nichts anderes als kritiklos den Stoff reinzuwürgen, den man ihnen vorsetzt.
Vor einiger Zeit benutzte dafür eine Studentin im Radio der Ausdruck „Bulimie-Lernen“ zu Wort. Ich kann dabei nur für mich sprechen, aber für manche Vorlesungen meines Studiums passte diese Aussage wie die Faust aufs Auge.
Irgendwie schaffen die meisten Studierenden auch trotz dieses missratenen Systems ihr Studium.
Doch die Allgemeinbildung bleibt dabei zunehmend auf der Strecke.
Ein gewisser Grad an Allgemeinbildung ermöglicht aber erst das Erkennen größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge.
Wie aber soll ein Absolvent tiefer in solche Zusammenhänge eintauchen können, wenn er nur mit besagtem Bachelor of Fachidiotie ausgestattet ist?
Heutzutage wird in Politik und Medien oft das Schlagwort Nachhaltigkeit benutzt.
Gerade bei den Entscheidungsträgern, die Nachhaltigkeit in Tatsachen umsetzen sollten, scheinen den Begriff allerdings ein wenig missverstanden zu haben!
Unter Sozialer Nachhaltigkeit zum Beispiel versteht man dabei die Entwicklung, die die Partizipation aller Mitglieder einer Gesellschaft ermöglicht.
Die Verschulung, Regelstudienzeit sowie Studiengebühren führen dabei aber weniger zu Nachhaltigkeit, sondern vielmehr zur nachhaltigen sozialen Ungleichheit.
Einen Kommentar würde ich auch gerne zu manchen Aussagen der RCDS geben, die sie der Öffentlichkeit in den letzten Tagen zukommen ließ.
Darin wirft sie den streikenden Studenten vor, sie wären Möchtegern-68er und so etwas wie Asoziale, die die ernsthaften Studenten vom Lernen abhalten.
Damit wollen sie natürlich zwischen den Zeilen ausdrücken, dass wir keine ernsthaften Studenten sind, die sich keine Rücksicht auf andere nehmen.
Genau genommen ist es aber die RCDS, die eine Klientelpolitik betreibt und ihrerseits das Entstehen von gesellschaftlicher Selbsterneuerung verhindern will.
Der paradoxeste Vorwurf allerdings ist der, die Streikenden würden einen sinnvollen Dialog verhindern.
Vielmehr zeigen Aussagen dieser Art doch nur, dass eben diese Kritiker gar nicht selbst zu sinnvollem Dialog fähig sind,
Stattdessen üben sie sich in populistischer Meinungsmache und verhindern jegliches Aufeinanderzugehen!
Nicht zuletzt der Vorwurf, die Forderungen der Streikenden seien konzeptlos bis unverständlich ist doch nur typischer Politik-Jargon, in dem die jeweilige Partei der anderen vorwirft, sie wäre nicht fähig, sinnvolle Argumente vorzubringen.
Ich zumindest finde, die Aussage: „Schafft die Studiengebühren ab!“ ist ein klar verständlicher deutscher Satz.
Die Politik will doch mit ihrer grundlegenden Diskussionsverweigerung hinsichtlich Studiengebühren doch nur erreichen, dass wir nicht nur als realitätsfern abgetan, sondern möglichst von der Öffentlichkeit erst gar nicht als ernstzunehmend wahrgenommen werden sollen
Vermutlich nennt man die Streikenden auch nur konzeptlos, weil wir nicht, wie die Politik selbst, innerhalb kürzester Zeit in sinnlosen Aktionismus verfallen und dann Konzepte vorlegen, die nicht einen Funken Realitätsgehalt besitzen.
Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass die Entscheidungsträger in Sachen Studiengebühren zu einem grundlegenden Umdenken zu bewegen sind.
Dazu müssten sie nämlich ihr Weltbild ändern, was gleichzeitig aber einen Gesichtsverlust bedeuten würde, den sie sich nie erlauben würden!
Solange sich die regierende Elite weiter abschottet und eigene Nachfolger (Holmeier) produziert, die mindestens genauso unfähig zu nachhaltigem und kritischen Denken und zivilisierter Diskussion sind, verhindert man nicht nur, dass Streikende wie wir gehört werden.
Man verhindert mit dieser Undurchlässigkeit und Intransparenz auch, dass sich eine Demokratie erneuern kann.
Doch wie sonst soll sie sich noch von Innen reformieren, wenn die Möglichkeit der Partizipation immer schwieriger wird?
Deswegen reicht es meiner Meinung nach auch nicht, den Protest so zu organisieren, als würde es hier nur um die Probleme von uns Studenten gehen.
Es geht hier um die Probleme einer Gesellschaft, deren wichtigste Ressource schon immer die Bildung war und auch immer sein wird!
Bildung soll ja nicht nur denen zu Gute kommen, die sich das Wissen aneignen, sondern auch der Allgemeinheit.
Wissen und Verstehen sind die zentralen Elemente für eine überlebensfähige Gesellschaft.
Wenn es also einen Grundsatz geben muss, dann den, dass Bildung nie abhängig sein darf von einem Staat, der durch sein Handeln der Gesellschaft das Fundament entzieht.
Nicht umsonst existiert im Grundgesetz unter Artikel 5 der Absatz 3, wonach Wissenschaft, Forschung und Lehre frei sind!
Aber so wenig, wie die Politik diesen Teil des Grundgesetzes ernst nimmt, so wenig ernst nimmt sie auch die Streikenden!
westand am 23. November 2009, 21:34 - Rubrik: Bildungspolitik








