Bildung und Wirtschaft werden häufig im Widerspruch zueinander gedacht, im Sinne einer "Ökonomisierung der Bildung". Damit ist gemeint, dass sich die Inhalte der Bildung heute in weiten Teilen von den Interessen des Marktes leiten lassen und sich den Prinzipien des Marktes unterordnen.
Vertreter dieser These argumentieren nicht selten mit Begriffen wie "Freiheit" und Selbstbestimmung" der Bildung: Die Universitäten seien kein Wirtschaftsbetrieb und die "Gleichschaltung" und Reduzierung der Studiengänge auf das Prinzip der Nützlichkeit sei bedenklich.
Was für die Hochschulen und ab einem gewissen Bildungsstandard in Teilen richtig sein mag, gilt jedoch nicht unbedingt für unsere Schulen und die Bildung bis zur Hochschulreife. Im Gegenteil: Studien belegen heute einen "finanziellen Analphabetimus" in unserer Gesellschaft. (s. z.B.: http://www.zeit.de/wirtschaft/commerzbank_rohwetter)
Es fehlt damit schlicht das notwendige Wissen über die grundlegenden wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenhänge unserer Zeit.
Was ist eine Beitragsbemessungsgrenze? Was ist ein anfänglicher effektiver Jahreszins? Derartige Dinge müssten heute eigentlich grundlegendes Allgemeinwissen sein. Zumindest aber sind sie nötig, um sich im Alltag dieser Welt zurechtzufinden und bei den zwangsläufig irgendwann einmal auftretenden Entscheidungen zur persönlichen Finanzierung und Vorsorge den Überblick zu behalten.
Das kann man schade finden und der erwähnten Ökonomisierung in Schuhe schieben. Richtig ist aber auch:
Kennt man die Bedeutung dieser Dinge und Begriffe nicht, beeinträchtigt das die Chancen des Einzelnen in unserer Gesellschaft beträchtlich. Man vermutet heute, das die zumehmende Überschuldung und Kinderarmut ihre Ursachen zum Teil auch in einer mangelhaften finanziellen Bildung hat. Dazu gehört das grundlegende Wissen um finanzielle Dinge genauso wie der praktische Umgang mit Geld.
Wenn die Eltern diese Dinge nicht vermitteln können, stehen die Chancen für die Kinder später schlecht. Wissenslücken werden dann durch die Beratungsleistungen der Banken und Versicherungen gefüllt: Diese sind jedoch nicht unbedingt an der objektiven Beratung des Kunden interessiert und oft mehr Verkäufer als Berater, wie wir heute ja alle wissen.
Ein grundlegendes Verständnis der wirtschaftlichen und finanziellen Abläufe unserer Gesellschaft ist damit unabdingbar und sollte schon möglichst früh vermittelt werden. Dabei geht es in erster Linie eben nicht darum, den Interessen der Wirtschaft Rechnung zu tragen, sondern vielmehr um Chancengleichheit und die Möglichkeit, als mündiger Bürger aufzutreten und unabhängige Entscheidungen in finanziellen Angelegenheiten zu treffen.
Über mich: Ich schreibe für diverse Blogs (aktuell z.B. hier -> http://www.tagesgeld-anleger.com/blog/ )und Webseiten und berate als Soziologe Unternehmen bei ihren Online-Aktivitäten. Darüber hinaus bin ich auch hin und wieder als Gastautor tätig.
Vertreter dieser These argumentieren nicht selten mit Begriffen wie "Freiheit" und Selbstbestimmung" der Bildung: Die Universitäten seien kein Wirtschaftsbetrieb und die "Gleichschaltung" und Reduzierung der Studiengänge auf das Prinzip der Nützlichkeit sei bedenklich.
Was für die Hochschulen und ab einem gewissen Bildungsstandard in Teilen richtig sein mag, gilt jedoch nicht unbedingt für unsere Schulen und die Bildung bis zur Hochschulreife. Im Gegenteil: Studien belegen heute einen "finanziellen Analphabetimus" in unserer Gesellschaft. (s. z.B.: http://www.zeit.de/wirtschaft/commerzbank_rohwetter)
Es fehlt damit schlicht das notwendige Wissen über die grundlegenden wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenhänge unserer Zeit.
Was ist eine Beitragsbemessungsgrenze? Was ist ein anfänglicher effektiver Jahreszins? Derartige Dinge müssten heute eigentlich grundlegendes Allgemeinwissen sein. Zumindest aber sind sie nötig, um sich im Alltag dieser Welt zurechtzufinden und bei den zwangsläufig irgendwann einmal auftretenden Entscheidungen zur persönlichen Finanzierung und Vorsorge den Überblick zu behalten.
Das kann man schade finden und der erwähnten Ökonomisierung in Schuhe schieben. Richtig ist aber auch:
Kennt man die Bedeutung dieser Dinge und Begriffe nicht, beeinträchtigt das die Chancen des Einzelnen in unserer Gesellschaft beträchtlich. Man vermutet heute, das die zumehmende Überschuldung und Kinderarmut ihre Ursachen zum Teil auch in einer mangelhaften finanziellen Bildung hat. Dazu gehört das grundlegende Wissen um finanzielle Dinge genauso wie der praktische Umgang mit Geld.
Wenn die Eltern diese Dinge nicht vermitteln können, stehen die Chancen für die Kinder später schlecht. Wissenslücken werden dann durch die Beratungsleistungen der Banken und Versicherungen gefüllt: Diese sind jedoch nicht unbedingt an der objektiven Beratung des Kunden interessiert und oft mehr Verkäufer als Berater, wie wir heute ja alle wissen.
Ein grundlegendes Verständnis der wirtschaftlichen und finanziellen Abläufe unserer Gesellschaft ist damit unabdingbar und sollte schon möglichst früh vermittelt werden. Dabei geht es in erster Linie eben nicht darum, den Interessen der Wirtschaft Rechnung zu tragen, sondern vielmehr um Chancengleichheit und die Möglichkeit, als mündiger Bürger aufzutreten und unabhängige Entscheidungen in finanziellen Angelegenheiten zu treffen.
Über mich: Ich schreibe für diverse Blogs (aktuell z.B. hier -> http://www.tagesgeld-anleger.com/blog/ )und Webseiten und berate als Soziologe Unternehmen bei ihren Online-Aktivitäten. Darüber hinaus bin ich auch hin und wieder als Gastautor tätig.
Kommentare:
# 1000Sunny (Gast) schrieb am 31. Jan, 14:34:
Interessante Idee - aber wer übernimmt die Bildung?
Schulen traue ich diese Bildung nicht zu. Der Finanzmarkt entwickelt jeden Tag neue Instrumente, die dann so frisiert werden, dass sie in den Schulbegriffen sehr gut klingen. Das Börsenspiel wird ja von den Sparkassen durchgeführt, leider gewährt es nur einen sehr verklärten Blick auf die Geschehnisse, die an der Börse stattfinden.
# Christian (Gast) schrieb am 3. Feb, 10:43:
Dringend erforderlich...
...ist in der Tat eine Art Schulfach "Finanzen". Wie interpretiere ich einen Zinssatz? Wie lange muss ich einen Kredit wirklich abbezahlen? Das sind grundlegende Fähigkeiten, die eigentlich jeder besitzen muss, um in der Gesellschaft überleben zu können und nicht dauernd "über den Tisch gezogen" zu werden.
# Tobias (Gast) schrieb am 3. Jul, 01:18:
Schulfach Finanzen
Allerdings wäre ein Schulfach Finanzen und über den Umgang mit Geld wirklich erstrebenswert. Denn gewisse Dinge machen reiche Leute einfach anders als arme bzw. als der Mittelstand. Zu verstehen wie Geld arbeitet sowie Zins und Zinseszins etc. und ein solides buchhalterisches Grundwissen würde vielen helfen...








