Bezug nehmend auf den vorangegangenen Beitrag stellt sich die Frage, wie eine Tool wie www.seittest.de die Lesbarkeit oder das Sprachniveau einer Website überhaupt beurteilen kann? seittest.de gibt nur sehr spärlich Auskunft wie es solche Daten erhebt. Es gibt aber verschiedene bekannte mathematische Ansätze einen Text analysieren und einen Lesbarkeitsindex zu erstellen, eine solche mathematische Formel wird höchstwahrscheinlich auch von seittest.de benutzt. Dieser errechnete Lesbarkeitsindex kann dann herangezogen werden um eine grobe Klassifizierung nach Schuljahren vorzunehmen, die man für einen Text absolviert haben muss, um ihn zu verstehen. Ein Beispiel zur Nutzung solcher Lesbarkeitindizes sieht man z.B. bei dieser Übersicht zur Gedichtanalyse. Die Spalte "Lesbarkeit" gibt bei dieser Seite an, auf welchem Schuljahr sich die Interpretation des Autors sprachlich bewegt. Für die Interpretation zu Goethes Willkommen und Abschied werden vom potenziellen Leser also beispielsweise 12,1 Jahre Schulaufenthalt zum Verständnis empfohlen. Dabei ist es aber - anders als man zunächst vielleicht vermuten könnte - keineswegs erstrebenswert hier einen besonders hohen Wert zu erzielen. Vielmehr sollte man versuchen eine Gedichtinterpretation oder auch jeden anderen Text, möglichst verständlich zu formulieren und damit Menschen mit geringer Sprachkompetenz zugänglich zu machen. Texte schreiben zu können, die für ihr Verständnis einen akademischen Grad benötigen, schmeicheln allenfalls dem Schreiber eines Textes, nutzen aber keineswegs dem Leser.
Welche Verfahren gibt es nun also zur Lesbarkeitsbestimmung? Es gibt im Wesentlichen vier verschiedene Formeln: Flesch Reading Ease, Flesch-Kincaid Grade Level, Gunning Fog Index und die Wiener Sachtextformel. Der Flesch Reading Ease gibt eine numerischen Wert zwischen 0 und 100 zurück, wobei ein höherer Wert eine bessere Lesbarkeit bedeutet. Der Flesch-Kincaid Grade Level und der Gunning Fog Index geben die Anzahl von Schuljahren an, die man für einen Text absolviert haben muss. Die Wiener Sachtextformel gibt das Lesealter zurück, dass man für einen Text haben sollte. Bis auf die Wiener Sachtextformel ist aber zu bedenken, dass alle Formeln zunächst für englische Texte ausgelegt sind.
Die Berechnung funktioniert bei allen Formeln im Wesentlichen über zwei Faktoren: Länge der Sätze und Anzahl der Silben pro Wort. Das bedeutet je kürzer die Sätze und je kürzer die Worte sind, desto leichter ist der Text zu verstehen. Dies ist auch ein Grund, warum diese Formeln nicht einfach auf deutsche Texte angewandt werden können, denn die technische Silbenerkennung von englischen und deutschen Wörtern unterscheidet sich. Zudem gibt z.B. der Flesch-Kincaid Grade Level die Anzahl von Schuljahren nach amerikanischen Schulsystem an.
Die Faktoren für die Formeln wirken indes simpel, in den meisten Fällen trifft die Berechnung aber zu. Als Konsequenz daraus heißt das für einen Textautor: Verschachtelte lange Sätze vermeiden, stattdessen möglichst oft kurze Hauptsätze bilden. Zugleich sollte man lange Fachbegriffe durch kurze allgemein verständliche Synonyme ersetzen.
Die mathematischen Formeln zur Lesbarkeitsbestimmung haben auch ihre Grenzen, denn sie können natürlich nicht beurteilen ob die einzelnen Wörter für sich einen Sinn ergeben. So würde ein Text wie "bla bla blabla bla. blabla bla bla. bla bla!" gute Lesbarkeitswerte erhalten.
Dieser Beitrag hat übrigens folgende Lesbarkeitindizes (die Berechnung ist ausgelegt für englische Texte):
Gunning Fog Index: 12.37
Flesch Reading Ease: 49.41
Flesch-Kincaid Grade: 9.28
Die Lesbarkeit dieses Textes hat also noch Verbesserungspotential.
Welche Verfahren gibt es nun also zur Lesbarkeitsbestimmung? Es gibt im Wesentlichen vier verschiedene Formeln: Flesch Reading Ease, Flesch-Kincaid Grade Level, Gunning Fog Index und die Wiener Sachtextformel. Der Flesch Reading Ease gibt eine numerischen Wert zwischen 0 und 100 zurück, wobei ein höherer Wert eine bessere Lesbarkeit bedeutet. Der Flesch-Kincaid Grade Level und der Gunning Fog Index geben die Anzahl von Schuljahren an, die man für einen Text absolviert haben muss. Die Wiener Sachtextformel gibt das Lesealter zurück, dass man für einen Text haben sollte. Bis auf die Wiener Sachtextformel ist aber zu bedenken, dass alle Formeln zunächst für englische Texte ausgelegt sind.
Die Berechnung funktioniert bei allen Formeln im Wesentlichen über zwei Faktoren: Länge der Sätze und Anzahl der Silben pro Wort. Das bedeutet je kürzer die Sätze und je kürzer die Worte sind, desto leichter ist der Text zu verstehen. Dies ist auch ein Grund, warum diese Formeln nicht einfach auf deutsche Texte angewandt werden können, denn die technische Silbenerkennung von englischen und deutschen Wörtern unterscheidet sich. Zudem gibt z.B. der Flesch-Kincaid Grade Level die Anzahl von Schuljahren nach amerikanischen Schulsystem an.
Die Faktoren für die Formeln wirken indes simpel, in den meisten Fällen trifft die Berechnung aber zu. Als Konsequenz daraus heißt das für einen Textautor: Verschachtelte lange Sätze vermeiden, stattdessen möglichst oft kurze Hauptsätze bilden. Zugleich sollte man lange Fachbegriffe durch kurze allgemein verständliche Synonyme ersetzen.
Die mathematischen Formeln zur Lesbarkeitsbestimmung haben auch ihre Grenzen, denn sie können natürlich nicht beurteilen ob die einzelnen Wörter für sich einen Sinn ergeben. So würde ein Text wie "bla bla blabla bla. blabla bla bla. bla bla!" gute Lesbarkeitswerte erhalten.
Dieser Beitrag hat übrigens folgende Lesbarkeitindizes (die Berechnung ist ausgelegt für englische Texte):
Gunning Fog Index: 12.37
Flesch Reading Ease: 49.41
Flesch-Kincaid Grade: 9.28
Die Lesbarkeit dieses Textes hat also noch Verbesserungspotential.
Kommentare:
# Lars (Gast) schrieb am 4. Nov, 17:52:
Lesbarkeit berechnen für Webseiten
Hallo, danke für das Feedback! http://www.SeitTest.de berechnet den Flesch Reading Ease (für deutsch) für fast beliebige Webseiten. Allerding habe ich die Berechnung etwas auf Webseiten angepasst, da auf Webseiten häufig einzelne Wörter vorkommen, z.B. in Links oder Tagclouds. Eine ausführliche Dokumentation habe ich nun auch hinzugefügt: http://www.seittest.de/lesbarkeit-webseiten.html
Insgesamt habe ich nun mehr als 1000 Webseiten mit http://www.SeitTest.de untersucht und die Ergebnisse fließen kontinuierlich in die Verbesserung des Tools ein!
# Marc (Gast) schrieb am 6. Nov, 09:46:
Rechtschreibung/Grammatik erhöht die Lesbarkeit auch
Hallihallo,interessanter Artikel, allerdings finde ich es gerade bei der Thematik sehr bedauerlich, dass offensichtlich beim Schreiben des Textes die Lesbarkeit nicht im Vordergrund gestanden hat, denn wie ist es sonst zu erklären, dass dieverse grammatikalische Grundregeln missachtet und zum Beispiel ganze Wörter vergessen wurden (Beispiel Zeile 8: "...vorzunehmen, die man für einen Text absolviert haben MUSS...").
Gruß
M
# Marc (Gast) antwortete am 7. Nov, 12:25:
Ups...
Und wie leicht das bei Online-Texten schief gehen kann, beweise ich gleich selber. Ich bitte das erste "e" bei "dieverse" zu ignorieren!
# Gerhard Thomann (Gast) antwortete am 1. Jun, 16:14:
Lesbarkeit
Kleiner Tipp am Rande.Ich schreibe die Texte in Word, korrigiere diese dort / lasse korrigieren, und füge dann den Text ein.
# Antikoerperchen schrieb am 7. Nov, 07:30:
Wer über Sprache schreibt, wird natürlich besonders scharf beobachtet, wie er/sie denn selbst mit der Sprache umgeht und ob sie immer korrekt anwendet wird. Die Formvollendung dieses Artikels war nicht oberste Prämisse, das ist richtig. Ich muss aber auch zugeben, dass meine Rechtschreibung zwar recht gut ist, ich dafür aber manchmal grammatische Mängel habe. Wenn ich darauf hingewiesen werde, versuche ich es in Zukunft zu vermeiden, viel mehr kann und will ich dagegen aber nicht machen.
# Marc (Gast) antwortete am 7. Nov, 12:22:
Ich weiß, ich bin ein Erbsenzähler...
Hallo Antikörperchen,als QSler für E-Learning bin ich natürlich insbesondere darauf programmiert, auf die von mir angemerkten Umstände zu achten. Ich wollte hier allerdings nicht übermäßig vorwurfsvoll sein, sondern lediglich auf die Ironie hinweisen, die sich aus Thema des Textes und des Form für mich ergibt.
Also: Weiter so und auch zukünftig mehr auf den Inhalt achten als auf die Form.
Herzlichst
M
Lesbarkeit von !Webseiten!
Beachten sollte man auch, dass bei Webseiten die Lesbarkeit anders bewertet werden muss, als bspw. bei Büchern oder in Zeitschriften. Im Gegensatz zu diesen, werden Webseiten meist nur überflogen und eher selten „richtig“ gelesen. Die Leser haben meist wenig Zeit und suchen sich die wichtigen Informationen innerhalb kürzester Zeit, wie ’zig Usability-Studien beweisen.Bei einer Webseite muss man also darauf achten, mit möglichst kurzen Absätze und mehr Überschriften zu arbeiten und wichtige Passagen sollten hervorgehoben werden.
Ein Test, der allgemein die Lesbarkeit von Texten ohne die spezifischen Eigenheiten von Webseiten analysiert, kann keine korrekte Aussage über die Lesbarkeit von Webseiten treffen.








