Das Fach Deutsch zählt neben Sport, sicher zu einem der meist genannten Lieblingsfächer in der Schule. Doch bei einem Thema graust es selbst den Spezialisten. Sogar Lehrer kommen nicht selten bei dieser Literaturgattung in Verlegenheit und Erklärungsnot. Die Rede ist selbstverständlich vom Teilgebiet der Lyrik, die sich schulisch gesehen, vom Barock bis hin zur Gegenwartslyrik bewegt. So lassen sich die Probleme auf den ersten Blick relativ leicht in Literaturepochen abstecken. Simpel gesagt: Es beginnt bei Altmeister Andreas Gryphius (siehe auch: Es ist alles Eitel) und endet bei der Liebeslyrikerin Ulla Hahn. Dazwischen liegen noch so ungefähr zehn weitere Epochen, die jedem Schüler die Tinte im Füller gefrieren lässt. Eine Gedichtsbesprechung erweißt sich heutzutage als äußerst diffizil, weil neben den epochentypischen Merkmalen auch Autoren-spezifische Deutungshypothesen, neben der eigentlichen Gedichtinterpretation, herausgearbeitet werden müssen. Eine textbezogene Bearbeitung der Hinter- und Vordergründe ist also nötig, damit das Gespür für Lyrik geschärft werden kann. Die enge Absteckung des Lehrplans lässt heutzutage leider nicht mehr all zu viel Platz für Geschwafel zu, was dem natürlichen Verständnis für Lyrik leider nicht zu Gute kommt. In diesem Sinne bleibt nur zu hoffen, dass sich das Ministerium bald etwas einfallen lässt, um die allgemeine Hektik etwas zu entzerren.
G. Heine
G. Heine
Kommentare:








