BildungsBlog
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Die Zukunft des Landes sitzt wieder, nach den wohlverdienten Sommerferien, auf der Schulbank und wir Eltern hoffen, dass das Schuljahr 2007/2008 für unsere Sprösslinge ein erfolgreiches und problemloses Jahr wird.
Die Tageszeitungen sind momentan voll beschäftigt mit Fragen zu der Finanzierung vom Transrapid in München. Es herrscht eine vorübergehende bildungspolitische Ruhe – bis die Resultate der PISA – Studie 2006 im Dezember wieder veröffentlicht werden. Dann wird es hektisch und die Klagen um mangelnde Gelder für Bildung werden immer lauter.

Ja, das leibe Geld! Es finden sich schnell 1,85 Mrd. € für eine 37 km lange Prestigestrecke zwischen München und Flughafen Erding. Ja, sogar der Bund ist bereit die Hälfte der Kosten zu übernehmen und der Freistaat Bayern 0,5 Mrd. €.
Eine gute und sinnvolle Investition?
Diese Frage lassen wir heute unbeantwortet, denn die Verantwortlichen des Transrapidprojekts investieren in die Zukunft. Das Projekt sichert Arbeitsplätze und das ist gut so. Doch ist nicht die Bildung der heutigen Kinder, die später einmal die Arbeitsplätze in Anspruch nehmen mindestes genauso wichtig?

Eine Zusammenfassung der PISA- und OECD – Studien zeigt, dass das dreigliedrige Schulsystem Defizite aufweist. Wir können einfach nicht länger warten. Eine Entscheidung zu Gunsten der Kinder muss getroffen werden und eine Reformation des Systems sollte möglichst schnell ausgearbeitet werden.

Vor allem zeigen die Studien eine Zweiteilung der Leistungen. Deutschland hat sehr gute aber eben auch sehr schlechte Schüler. Leider ist das jetzige Schulsystem im Kern ungerecht. Der soziale Hintergrund des Kindes spielt eine entscheidende Rolle was seine Zukunft angeht. Viele Eltern begabter Kinder trauen sich nicht ihr Kind das Gymnasium besuchen zu lassen, da ihre eigene Bildung für eine Unterstützung der Kinder nicht genügt. Die finanziellen Mittel für mögliche Nachhilfe reichen nicht aus. Somit wird eine Entscheidung zum Nachteil des Kindes getroffen.

Nicht überraschend war der Bericht über eine Lehrerin, die schon nach acht Schulwochen aufgeben wollte. Alle haben Mitleid mit den Lehrern und ich finde es schade, dass sie keinen Respekt seitens der Schüler (und sicherlich auch seitens der Eltern) bekommen. Woher kommt das?
Eine Schule ist wie ein Unternehmen. Die Leistungen können anhand der Resultate gemessen werden. Wenn der Geschäftsführer eines Unternehmens keine Erfolge erzielen kann muss er sich entweder weiterbilden oder ausgetauscht werden. Das gleiche gilt auch für die Lehrer. Das Schulsystem braucht motivierte und gut ausgebildete Lehrer, die bereit sind sich zu engagieren oder weiterzubilden. Ein Lehrer, der die notwendigen Fähigkeiten nicht besitzt, kann auch nicht das Kind bei guten Leistungen unterstützen.

Deutschland braucht ein einheitliches Bildungssystem, das für alle Bildungsebenen gilt – von der Grundschule bis zum Abschluss des Studiums. Es kann nicht sein, dass es das Schulsystem eines Landes erlaubt, die Note 1 bis 6 für die gleiche Leistung zu bekommen, nur abhängig davon in welchem Bundesland das Kind die Schule besucht.

Ob man die ersten 9 Schuljahre als „Einheitsschule“ gestaltet ist eine vertretbare Lösung, die sich als vernünftig in vielen Ländern erwiesen hat. Eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschule ist sicherlich vernünftig, denn die Hauptschule ist in der jetzigen Form nicht überlebensfähig. Ob das Kind sich nach den neun Jahren für eine eher praktische Berufsausbildung entscheidet, hängt sicherlich von seinen Fähigkeiten und von seinen Wünschen ab. Der Jugendliche ist dann sicherlich mit seinen 15-16 Jahren in der Lage dies zu entscheiden, aber die Entscheidung schon nach der 4. Klasse treffen zu müssen, ist einfach viel zu früh.

Einige Bundesländer haben ihren Unmut und ihre Bedenken was das „Einheitsabitur“ angeht zum Ausdruck gebracht. Die Vorteile eines Einheitsabiturs liegen darin, dass auch die schwächeren Bundesländer einen bestimmten Anreiz darin sehen könnten. Auch für die zukünftigen Arbeitgeber wäre das Einheitsabitur eine Erleichterung und vor allem wäre eine gerechte Benotung des Abschlusses somit möglich.

Um eine längerfristige Änderung realisieren zu können, die zu einer Verbesserung des jetzigen Bildungssystems führen könnte, müssten sowohl Eltern, Schulen, Bildungspolitiker und sonstige Entscheidungsträger zusammen arbeiten. Auch die Privatwirtschaft könnte zur Unterstützung, zu Gunsten der Zukunft des Standortes Deutschland beitragen.

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