In Deutschland boomen die Privatschulen. Eltern, die nur das Beste für die Bildung Ihrer Kinder wünschen, schicken ihren Nachwuchs auf Privatschulen in der Hoffnung, Ihnen so den optimalen Start für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang zu ebnen – pardon, reiche Eltern. Denn private Schulen sind oftmals nur den gut betuchten Familien vorbehalten. Die Höhe des Schulgeldes für so genannte Ergänzungsschulen beginnt bei 120 Euro monatlich, wie z.B. bei Waldorfschulen, die Kosten für Eliteschulen, die auch zu den Ergänzungsschulen zählen, liegen pro Jahr schon deutlich im 5stelligen Bereich. Die günstigere Variante findet man bei den so genannten Ersatzschulen, die staatlich anerkannt sind, wie z.B. konfessionelle, die mit Schulgeldern in Höhe von 10 bis 120 Euro monatlich noch ein echtes „Bildungsschnäppchen“ darstellen.
Doch obgleich die Privatschulen einen erheblichen Kostenmehraufwand für Familien darstellen, ist seit 1992 die Zahl der Privatschüler in Deutschland um 51 % gestiegen. Inzwischen verweigern auch immer mehr Eltern des Mittelstandes dem staatlichen Bildungssystem ihren Nachwuchs und suchen nach exklusiven Lernangeboten, denn die Angst um die Zukunft der eigenen Kinder sitzt tief. Fallbeispiele wie zuletzt die Rütli-Schule im Berliner Bezirk Neukölln führen zu dem Schluss, das sauer Ersparte besser in die Bildung der Kinder zu investieren, als z.B. in ein Eigenheim oder den schicken Zweitwagen. Das Vertrauen in staatliche Schulen ist nachhaltig gestört. Überforderte Lehrer, aggressive Kinder, Unterrichtsausfälle und ein veraltetes Schulsystem, in dem nur sehr einseitig auf Noten gestarrt wird und dem jede Innovation abgeht, schüren die Ablehnung verantwortungsbewusster Eltern. Ein System, das bereits in der Grundschule massiven Leistungsdruck auf Kinder ausübt, da schon hier festgelegt werden muss, welcher Schulabschluss der richtige ist und welche Berufswahl dem Kind damit offen steht, stößt auf wachsende Zweifel, die durch die Ergebnisse der PISA-Studie hinreichend bestätigt werden. Man sollte vermuten, dass ein derart schlechtes Abschneiden der deutschen Schulen endlich zu einem allgemeinen Umdenken in der Bildungslandschaft führt. Doch weit gefehlt. Kürzlich sorgte gar die Kritik des UN-Bildungsexperten Vernor Murioz für äußerst beschämende und uneinsichtige Reaktionen seitens der deutschen Kultusminister. Murioz stellte bei einer mehrtägigen Reise durch Deutschland fest, dass an deutschen Schulen Migrantenkinder und Kinder aus armen Familien kaum Chancen hätten, bei der frühen Aufteilung auf unterschiedliche Schultypen blieben sie regelmäßig auf der Strecke. Die uneinsichtigen und abwiegelnden Reaktionen der Kultusminister zeugen hier von falsch verstandenem Stolz. Die Regierung hält am längst überholten starren dreigliedrigen Schulsystem fest, zeigt sich damit chronisch beratungsresistent, und das, obgleich eine Vielzahl anderer Länder, wie z.B. Finnland mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie es besser zu machen ist. Sogar im eigenen Land gibt es Vorzeigemodelle, denen der Erfolg recht gibt: Die beiden wohl profiliertesten deutschen Reformschulen, die Laborschule in Bielefeld und die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden warteten bei der PISA-Studie überraschend mit Traumnoten auf. Und auch private Hauptschulen, wie z.B. die katholische Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen überzeugen mit Erfolgen: Die Hälfte der Schüler besucht nach der neunten Klasse die hauseigene Realschule, ein Viertel beginnt eine berufliche Ausbildung. Aus dem aktuellen Jahrgang hat jeder Schüler den Abschluss geschafft, während im Bundesdurchschnitt zehn Prozent der Hauptschüler ohne Abschluss abgehen.
Inzwischen schießen Privatschulen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden und müssen sich um regen Zulauf keine Gedanken machen. Hierbei geht es allerdings nicht nur um den Wunsch nach einem moderneren und kindgerechteren Bildungskonzept. Es mehrt sich auch die Anzahl bildungsnaher Familien, die private Schulen bevorzugen, damit sich ihre Kinder nicht mit Mitschülern aus bildungsfernen Familien auseinandersetzen müssen. Hier wird ein sozialer Keil in die deutsche Bildungslandschaft getrieben und die Regierung sieht tatenlos zu. Warum? Liegt ein Grund vielleicht in der enormen Steuereinsparung, die private Schulen mit sich bringen? Schließlich gibt der Staat jährlich 45,7 Milliarden Euro für staatliche Schulen aus, für die Privatschulen gerade einmal 2,8 Milliarden. Unter diesem Aspekt ist ein sprunghafter Anstieg der Privatschulen in Deutschland wohl eher wünschenswert.
Die Schuld für die Entwicklung einer Zwei-Klassen-Bildungsgesellschaft ist jedoch sicherlich nicht bei den Privatschulen zu suchen. Sie sind nur Symptom dessen, woran unser Bildungssystem krankt. Und der Erfolg gibt Ihnen recht: Die freie Auswahl der Lehrer, die in einem nicht- beamteten Arbeitsverhältnis stehen und daher auch nicht Gefahr laufen, aufgrund der Unkündbarkeit in eine „Joblethargie“ zu verfallen, ein individuell gestalteter Unterricht und das Ausprobieren pädagogischer Innovationen – all das trägt in erheblichem Maße dazu bei, die Kinder in modernster Weise auf die Anforderungen vorzubereiten, die im späteren Berufsleben an sie gestellt werden. Dabei garantiert gezielte Förderung schwächerer Schüler Chancengleichheit – ein Punkt, der im Konzept staatlicher Schulen sträflich vernachlässigt wird. Nicht umsonst liegt der Anteil der Privatschüler mit Fachhochschulreife oder Abitur in den meisten Bundesländern höher als der staatlicher Schüler von Gymnasien oder Gesamtschulen. Der Fairness halber sei hierzu angemerkt, dass Privatschüler meist aus bildungsnahen bürgerlichen Haushalten stammen, in denen die Kinder auf ein breites, familiär vermitteltes Wissen zurückgreifen können.
Doch was ist mit den Kindern bildungsferner und / oder finanziell schwächer gestellter Familien, die es sich nicht leisten können, ihr Kind an einer Privatschule anzumelden? Sind diese Kinder auf ihrem beruflichen Lebensweg von vorne herein zum Scheitern verurteilt? So extrem kann man es sicher nicht darstellen. Dennoch sprechen auch hier bereits die Zahlen für sich. Laut des Hannoveraner Hochschul-Informations-Systems HIS nehmen 95 % der Beamtenkinder, von denen mindestens ein Elternteil einen akademischen Abschluss hat, ein Studium auf, während es unter den Arbeiterkindern nur 17 % sind. Und auch der jüngste OECD-Bildungsbericht hat erneut belegt, dass die Bundesrepublik mit ihren im internationalen Vergleich dürftigen Abiturientenzahlen einem dramatischen Fachkräftemangel entgegensteuert. Um dies zu ändern, müssten aus bildungsfernen Schichten durch mehr soziale Förderung „Begabungsreserven“ erschlossen werden. Bisher hat der Staat hierzu keinerlei Lösungsvorschlag und so steht bis auf weiteres der Bildungserfolg in direkter Abhängigkeit zur familiären Herkunft – ein wahrhaftes Armutszeugnis für einen Sozialstaat mit weit reichenden Konsequenzen: Der wichtigste Rohstoff unserer Wirtschaft ist Wissen und schon jetzt herrscht in Deutschland eine Rohstoffknappheit, die bald ganze Branchen lahm legen wird. Bereits jetzt fehlen tausende Absolventen in Bereich Ingenieurwissenschaften und dieser Trend wird in nicht allzu ferner Zukunft weitere Berufszweige erfassen.
Um Chancengleichheit zu garantieren und die weitere Ausbildung eines Zwei-Klassen-Bildungssystems zu verhindern, sollten staatliche Schulen ihr Unterrichtskonzept dem privater Schulen angleichen können z.B. durch zweisprachigen Unterricht oder durch Anbieten eines internationalen Abschlusses. Autonomie und mehr pädagogische Innovationskraft würden darüber hinaus dazu führen, dass sie sich gegen Privatschulen in einem fairen Wettbewerb behaupten können. Voraussetzung hierzu wäre jedoch eine einheitliche Finanzierung staatlicher und privater Schulen, wobei das Schulgeld entfallen würde. Somit wäre eine Koexistenz beider Schulformen garantiert.
Die Regierung hat es versäumt, ein Schulsystem, das vor einigen Jahrzehnten sicherlich seine Berechtigung hatte, heute aber wohl eher ein Relikt aus Zeiten der Ständegesellschaft darstellt, den Gegebenheiten und Ansprüchen einer modernen, multikulturellen und globalisierten Gesellschaft anzupassen. Den jugendlichen Schulabgängern fehlen daher entsprechende Qualifikationen, um sich im internationalen Vergleich auf diesem Parkett behaupten zu können. Daher sollten Privatschulen nicht als Bedrohung oder willkommener Ersatz für das staatliche Schulsystem angesehen werden, sondern als Ansporn, weit reichende Änderungen einzuläuten, um jedem Kind - unabhängig vom sozialen Status - die bestmögliche Bildung mit auf den Lebensweg zu geben.
Doch obgleich die Privatschulen einen erheblichen Kostenmehraufwand für Familien darstellen, ist seit 1992 die Zahl der Privatschüler in Deutschland um 51 % gestiegen. Inzwischen verweigern auch immer mehr Eltern des Mittelstandes dem staatlichen Bildungssystem ihren Nachwuchs und suchen nach exklusiven Lernangeboten, denn die Angst um die Zukunft der eigenen Kinder sitzt tief. Fallbeispiele wie zuletzt die Rütli-Schule im Berliner Bezirk Neukölln führen zu dem Schluss, das sauer Ersparte besser in die Bildung der Kinder zu investieren, als z.B. in ein Eigenheim oder den schicken Zweitwagen. Das Vertrauen in staatliche Schulen ist nachhaltig gestört. Überforderte Lehrer, aggressive Kinder, Unterrichtsausfälle und ein veraltetes Schulsystem, in dem nur sehr einseitig auf Noten gestarrt wird und dem jede Innovation abgeht, schüren die Ablehnung verantwortungsbewusster Eltern. Ein System, das bereits in der Grundschule massiven Leistungsdruck auf Kinder ausübt, da schon hier festgelegt werden muss, welcher Schulabschluss der richtige ist und welche Berufswahl dem Kind damit offen steht, stößt auf wachsende Zweifel, die durch die Ergebnisse der PISA-Studie hinreichend bestätigt werden. Man sollte vermuten, dass ein derart schlechtes Abschneiden der deutschen Schulen endlich zu einem allgemeinen Umdenken in der Bildungslandschaft führt. Doch weit gefehlt. Kürzlich sorgte gar die Kritik des UN-Bildungsexperten Vernor Murioz für äußerst beschämende und uneinsichtige Reaktionen seitens der deutschen Kultusminister. Murioz stellte bei einer mehrtägigen Reise durch Deutschland fest, dass an deutschen Schulen Migrantenkinder und Kinder aus armen Familien kaum Chancen hätten, bei der frühen Aufteilung auf unterschiedliche Schultypen blieben sie regelmäßig auf der Strecke. Die uneinsichtigen und abwiegelnden Reaktionen der Kultusminister zeugen hier von falsch verstandenem Stolz. Die Regierung hält am längst überholten starren dreigliedrigen Schulsystem fest, zeigt sich damit chronisch beratungsresistent, und das, obgleich eine Vielzahl anderer Länder, wie z.B. Finnland mit gutem Beispiel vorangehen und zeigen, wie es besser zu machen ist. Sogar im eigenen Land gibt es Vorzeigemodelle, denen der Erfolg recht gibt: Die beiden wohl profiliertesten deutschen Reformschulen, die Laborschule in Bielefeld und die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden warteten bei der PISA-Studie überraschend mit Traumnoten auf. Und auch private Hauptschulen, wie z.B. die katholische Bodensee-Schule St. Martin in Friedrichshafen überzeugen mit Erfolgen: Die Hälfte der Schüler besucht nach der neunten Klasse die hauseigene Realschule, ein Viertel beginnt eine berufliche Ausbildung. Aus dem aktuellen Jahrgang hat jeder Schüler den Abschluss geschafft, während im Bundesdurchschnitt zehn Prozent der Hauptschüler ohne Abschluss abgehen.
Inzwischen schießen Privatschulen in Deutschland wie Pilze aus dem Boden und müssen sich um regen Zulauf keine Gedanken machen. Hierbei geht es allerdings nicht nur um den Wunsch nach einem moderneren und kindgerechteren Bildungskonzept. Es mehrt sich auch die Anzahl bildungsnaher Familien, die private Schulen bevorzugen, damit sich ihre Kinder nicht mit Mitschülern aus bildungsfernen Familien auseinandersetzen müssen. Hier wird ein sozialer Keil in die deutsche Bildungslandschaft getrieben und die Regierung sieht tatenlos zu. Warum? Liegt ein Grund vielleicht in der enormen Steuereinsparung, die private Schulen mit sich bringen? Schließlich gibt der Staat jährlich 45,7 Milliarden Euro für staatliche Schulen aus, für die Privatschulen gerade einmal 2,8 Milliarden. Unter diesem Aspekt ist ein sprunghafter Anstieg der Privatschulen in Deutschland wohl eher wünschenswert.
Die Schuld für die Entwicklung einer Zwei-Klassen-Bildungsgesellschaft ist jedoch sicherlich nicht bei den Privatschulen zu suchen. Sie sind nur Symptom dessen, woran unser Bildungssystem krankt. Und der Erfolg gibt Ihnen recht: Die freie Auswahl der Lehrer, die in einem nicht- beamteten Arbeitsverhältnis stehen und daher auch nicht Gefahr laufen, aufgrund der Unkündbarkeit in eine „Joblethargie“ zu verfallen, ein individuell gestalteter Unterricht und das Ausprobieren pädagogischer Innovationen – all das trägt in erheblichem Maße dazu bei, die Kinder in modernster Weise auf die Anforderungen vorzubereiten, die im späteren Berufsleben an sie gestellt werden. Dabei garantiert gezielte Förderung schwächerer Schüler Chancengleichheit – ein Punkt, der im Konzept staatlicher Schulen sträflich vernachlässigt wird. Nicht umsonst liegt der Anteil der Privatschüler mit Fachhochschulreife oder Abitur in den meisten Bundesländern höher als der staatlicher Schüler von Gymnasien oder Gesamtschulen. Der Fairness halber sei hierzu angemerkt, dass Privatschüler meist aus bildungsnahen bürgerlichen Haushalten stammen, in denen die Kinder auf ein breites, familiär vermitteltes Wissen zurückgreifen können.
Doch was ist mit den Kindern bildungsferner und / oder finanziell schwächer gestellter Familien, die es sich nicht leisten können, ihr Kind an einer Privatschule anzumelden? Sind diese Kinder auf ihrem beruflichen Lebensweg von vorne herein zum Scheitern verurteilt? So extrem kann man es sicher nicht darstellen. Dennoch sprechen auch hier bereits die Zahlen für sich. Laut des Hannoveraner Hochschul-Informations-Systems HIS nehmen 95 % der Beamtenkinder, von denen mindestens ein Elternteil einen akademischen Abschluss hat, ein Studium auf, während es unter den Arbeiterkindern nur 17 % sind. Und auch der jüngste OECD-Bildungsbericht hat erneut belegt, dass die Bundesrepublik mit ihren im internationalen Vergleich dürftigen Abiturientenzahlen einem dramatischen Fachkräftemangel entgegensteuert. Um dies zu ändern, müssten aus bildungsfernen Schichten durch mehr soziale Förderung „Begabungsreserven“ erschlossen werden. Bisher hat der Staat hierzu keinerlei Lösungsvorschlag und so steht bis auf weiteres der Bildungserfolg in direkter Abhängigkeit zur familiären Herkunft – ein wahrhaftes Armutszeugnis für einen Sozialstaat mit weit reichenden Konsequenzen: Der wichtigste Rohstoff unserer Wirtschaft ist Wissen und schon jetzt herrscht in Deutschland eine Rohstoffknappheit, die bald ganze Branchen lahm legen wird. Bereits jetzt fehlen tausende Absolventen in Bereich Ingenieurwissenschaften und dieser Trend wird in nicht allzu ferner Zukunft weitere Berufszweige erfassen.
Um Chancengleichheit zu garantieren und die weitere Ausbildung eines Zwei-Klassen-Bildungssystems zu verhindern, sollten staatliche Schulen ihr Unterrichtskonzept dem privater Schulen angleichen können z.B. durch zweisprachigen Unterricht oder durch Anbieten eines internationalen Abschlusses. Autonomie und mehr pädagogische Innovationskraft würden darüber hinaus dazu führen, dass sie sich gegen Privatschulen in einem fairen Wettbewerb behaupten können. Voraussetzung hierzu wäre jedoch eine einheitliche Finanzierung staatlicher und privater Schulen, wobei das Schulgeld entfallen würde. Somit wäre eine Koexistenz beider Schulformen garantiert.
Die Regierung hat es versäumt, ein Schulsystem, das vor einigen Jahrzehnten sicherlich seine Berechtigung hatte, heute aber wohl eher ein Relikt aus Zeiten der Ständegesellschaft darstellt, den Gegebenheiten und Ansprüchen einer modernen, multikulturellen und globalisierten Gesellschaft anzupassen. Den jugendlichen Schulabgängern fehlen daher entsprechende Qualifikationen, um sich im internationalen Vergleich auf diesem Parkett behaupten zu können. Daher sollten Privatschulen nicht als Bedrohung oder willkommener Ersatz für das staatliche Schulsystem angesehen werden, sondern als Ansporn, weit reichende Änderungen einzuläuten, um jedem Kind - unabhängig vom sozialen Status - die bestmögliche Bildung mit auf den Lebensweg zu geben.
Kommentare:
# Sabine Kiefner (Gast) schrieb am 3. Sep, 20:49:
Manchmal sind Privatschulen aber auch einfach nur der "Rettungsanker" für Kinder, die von der Regelschule als "unbeschulbar" abgestempelt und in die Sonderschulecke geschoben wurden. Zum Beispiel hochbegabte Kinder oder SchülerInnen mit ADHS. Staatliche Schulen setzen sich mit dieser Problematik kaum oder nur unzureichend auseinander und schieben die Verantwortung dann gerne von sich. Was das für diese Kinder bedeutet, kann sich nur vorstellen, wer es selber erfahren musste. Da ist die Privatschule keine Frage elitärer Bildung, sondern bietet einfach eine letzte Chance für diese Kinder, einen normalen und ihrer Begabung entsprechenden Schulabschluß zu erreichen und nicht auf einer Sonderschule zu landen.In der Tat gibt es da noch einen großen Handlungsbedarf, um jedem Kind die gleichen Bildungschancen geben zu können.
# Leonardo (Gast) schrieb am 22. Jul, 12:05:
Staatliche oder private Schule
Das deutsche Bildungssystem sollte jedem Kind die gleichen Bildungschancen bieten. Eine Zweiklassengesellschaft im Bildungswesen ist eine Katastrophe. Es gibt Bereiche wo die Privatwirschaft nichts verloren hat. Wer gatantiert mir, dass eine Privatschule besser ist als eine staatlich anerkannte Schule? Keiner. Bildung sollte sich nicht in Geldbeträgen (ich habe mehr als Du usw.) messen lassen, dies ist reine Arroganz. Die "Eliten von heute sin eine reine Katastrophe"
# Silli (Gast) antwortete am 15. Dez, 13:51:
Garantie für bessere Bildung
Eine Garantie für eine bessere Bildung an Privatschulen gibt es nicht.Ich lebe mit meiner Familie in einer großen Stadt im Ruhrgebiet. Billiger Wohnraum ist hier verbunden mit sozialen Brennpunkten, wo ich mit meinem Mann und zwei Kindern wohne, weil wir es uns nicht besser leisten können.
Wenn ich mir die direkt angebundenen Grundschulen ansehe und jeden Tag berittene Polizei durch unser Viertel streifen muss, dann sage ich ganz ehrlich:
Ich möcht enicht, das mein Sohn hier zur Schule geht! 90 % Migrantenkinder, deren Eltenr kaum oder kein Deutsch sprechen, ebenso die Kinder. Niemand kann mir da weismachen, dass hier keine Anpassung des Klasseniveaus an den Sprachkenntnissen festzumachen ist.
Unsr Sohn besucht auch aus dieem grund eine private Shcule. Aber auch, weil es damals die freie Schulwahl noch nicht gab und ich nur die Wahl hatte, wenn er auf eine private Schule geht oder eine konfessionelle.
Ich beobachte jetzt, 3 Jahre später, dass der hier angebundenen Grundschule die deutschen Schüler davon laufen. Alle wechseln in einen anderen Stadtteil, seit es die freie Schulwahl gibt.
Eine Garnatie für bessere Bildug gibt es nie. Aber den Kindern wird auf der von uns gewählten privatschule folgendes geboten, was meiner Ansicht nach schon so was wie eine Garantie ist:
kleine Klassen (15 Schüler)
Gesamtschulkonzept von der 1. -10. Klasse (Ein Wechsel zu einer weiterführenden Schule ist also auch nicht nur nach der 4. Klasse noch möglich)
Zwei Lernbetreuer pro Klasse
Gemeinsame Mahlzeiten (Frühstück und Mittagessen)
regelmäßige Gesprächsrunden über Erlebtes aber auch Probleme
Sehr enge Zusammenarbeit mit den Eltern, man erfährt vieles außerhalb von Sprechtagen und Elternabenden, die übrigens häufiger angesetzt werden als in anderen Schulen
AGs
Ganztagsschule von 8.00 bis 15.00, anschl, Betreuung oder AGs bis 17.15.
Unser Ergebnis nach 3 Jahren Grundschule:
Unser Sohn liebt diese Schule, geht gern dort hin, hat ein sehr enges Verhältnis zu seinen Lehrern, weil er mit Problemem und Anregungen ernst genommen wird. Sprechtage finden immer MIT dem Kind als Gesprächspartner statt. Und sie reflektieren sich erstaunlich gut! Es gibt keine Noten.Zeugnisse, sondern Jahresbriefe, die sehr umfangreich sind (mind. 25 Seiten). Dort wird die soziale Entwicklung genauso kommentiert, wie die kognitive. es werdne Besonderheiten, positive wie negative hervorgehoben - die nicht imme rBestandteil des unterricht ssein müssen. Z.B. Charkaterzüge des Kindes und seine perönlichkeit werden immer berücksichtigt.
Übrigens gibt es an unserer Schule keinerlei Gewalt oder Drogen.
Welche stattliche Schule leistet das?
# silvi (Gast) schrieb am 15. Dez, 14:01:
Übrigens...
zu meiner Antowrt obenstehend:WIR können uns diese Schule übrigens eigentlich auch nicht leisten, aber wir leisten sie uns.
Dafür fahren wir seltener in Urlaub (oder machen Camping) und verzichten auf andere Dinge.
Wir bezahlen 180 € reines Schulgeld monatlich, das Verpflegungseld (60 €)nicht mitgerechnet.
Ich denke, dass es noch immer viele Eltern gibt, die es sich etwas zu leicht machen, ihre Kinder in die Schule "ums Eck" zu schicken. Z.B. unsere Nachbarn, ihr Kommentar auf unsere Schulwahl: "Versteh ich nicht - wieso wollt ihr bezahlen und auch so weit fahren? Die Schule ist doch hier um die Ecke und umsonst. Macht doch keinen Unterschied, wichtiger ist die weiterführende Schule"
Ihr Sohn besucht nun die Hauptschule - um die Ecke. Kann das richtig sein?
Aber es gibt auch jede Menge wirklich gute grundshculen, auch staatliche. wennn ich sowas hier vor Ort gehabt hätte, wäre unser Sohn auch drothin gegangen. Aber bei 32 Kindern je Klasse kann ich mir kaum vorstellen, wie ein Lehrer das schaffen soll, alle auf den gleichen Stand zu bringen und Problemkinder ausreichend zu fördern.








