BildungsBlog
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Die Verfilmung der „Herr der Ringe“-Trilogie hat sicherlich wesentlich dazu beigetragen, dass das Land am anderen Ende der Welt als touristisches Traumziel gilt. Nord- und Südinsel bieten auf einer Fläche von nur 268.680 km² eine unglaubliche Vielfalt: Neben den spektakulären Landschaften mit riesigen Gletschern, imposanten Gebirgszügen und Vulkanen, traumhaften Fjordlandschaften, endlosen Weidelandschaften und üppigen Regenwäldern mit einer einzigartige Flora und Fauna, finden sich aber auch moderne Metropolen wie Auckland, Christchurch oder Wellington.

Nicht umsonst hat der amerikanische Nachrichtensender CNN das „Land der langen weißen Wolke“ (Aotearoa) in einer Umfrage vom Dezember 2010 - direkt nach dem Spitzenreiter New York - auf den zweiten Platz der Top 9 Destinationen für das Jahr 2011 gewählt. Die Jury begründete diese Platzierung u. a. mit dem anstehenden Rugby World Cup, der aufstrebenden Filmindustrie und den luxuriösen Unterkünften vor allem außerhalb der großen Städte. Aber nicht nur aus touristischer Perspektive erfreut sich „Kiwi Country“ steigender Beliebtheit. So ergab eine Umfrage unter 50 deutschen Schüleraustauschorganisationen im Sommer 2010, dass Neuseeland - hinter den Spitzenreitern USA und Kanada – auch für 2011 auf Platz 3 der beliebtesten Zielländer für ein Schuljahr im Ausland steht (1.300 Nennungen).

Was also macht einen Schüleraustausch Neuseeland so reizvoll?

Das neuseeländische Schulsystem
Neuseeland verfügt aber über eines der weltweit besten Schulsysteme, dessen Qualität in den letzten Jahren durch Top 10-Platzierungen in den internationalen PISA-Rankings mehrfach bestätigt wurde. Auch die im Dezember 2010 veröffentlichen Ergebnisse der aktuellen Studie unterstreichen dies mit im OECD-Vergleich überdurchschnittlichen Resultaten neuseeländischer Schüler.

Dieser Erfolg basiert auf mehreren Faktoren: Einerseits verfügen die Schulen über modernste technische Ausstattung (Computer, Laboratorien usw.), große Sportanlagen und gut bestückte Bibliotheken. Andererseits rücken die hier angewandten Lernmethoden immer die individuelle Förderung der Schüler im Mittelpunkt. Ein weiterer Grund für die guten Leistungen ist sicherlich die hohe Identifikation der Schüler und Lehrer mit ihrer Schule. Dieses Gemeinschaftsgefühl des „School Spirit“ sorgt dafür, dass Schule hier nicht nur Lern- und Arbeitsbereich, sondern in erster Linie gemeinsamer Lebensraum ist, in dem ein enges Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern und Schülern besteht. Dies gilt besonders für internationale Gastschüler, denen an den meisten Schulen ein speziell auf ihre Bedürfnisse ausgebildeter Lehrer zur Seite gestellt wird.

Obwohl in Neuseeland eine Schulpflicht vom 6. bis zum 16. Lebensjahr besteht, beginnen die meisten Kinder ihre Schullaufbahn mit dem Besuch des „Primary School Commence“ bereits im Alter von 5 Jahren. Zwar unterteilt sich auch das neuseeländische Schulsystem in drei Abschnitte: den primären, intermediären und sekundären Bereich. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Bildungspolitik nach wie vor Sache der Länder ist, existiert hier mit dem National Curriculum (NC) jedoch ein für alle staatlichen und privaten Schulen des Landes verbindlicher Lehrplan. Das NC wird in einem Gesamtschulsystem umgesetzt, was u. a. auch die große Fächerauswahl der weiterführenden Schulen erklärt. Neben den klassischen Lehrplänen der Bereiche Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen, Sport und Gesellschaftswissenschaften wird den neuseeländischen Schüler eben auch ein breites Spektrum musischer bzw. künstlerischer Fächer, berufsvorbereitenden Inhalten (z.B. Tourismus oder Wirtschaftswissenschaften) und starken Praxisbezug (Maori-Kunst, Modedesign, Arbeiten auf einer Schulfarm und vor allem die „Outdoor Education“) angeboten.

Das akademische (Schul-)Jahr
Der Großteil der neuseeländischen Secondary Schools sind staatliche Schulen (High Schools, Colleges oder Area Schools), die von neuseeländischen Kindern ab ihrem 5. Lebensjahr bis zum Ende des Jahres, in dem sie 19 Jahre alt werden, kostenlos besucht werden können. Demgegenüber ist für ausländische Kinder der Besuch einer neuseeländischen Schule immer mit Schulgebühren verbunden.

Strukturell orientiert sich das neuseeländische Schulsystem stark am britischen Vorbild, was sich u. a. darin zeigt, dass das Schuljahr in vier sogenannte „Terms“ unterteilt ist, die jeweils von unterschiedlich langen Ferienwochen unterbrochen werden. Aufgrund der umgekehrten Jahreszeiten auf der Südhalbkugel beginnt das neuseeländische Schuljahr allerdings nicht wie in Deutschland im August oder September, sondern bereits im Januar.

•Term 1: Ende Januar/Anfang Februar bis Ostern (2 Wochen Osterferien)
•Term 2: Nach den Osterferien bis Anfang Juli (2 Wochen Winterferien)
•Term 3: Nach den Winterferien (Mitte Juli) bis Ende September (2 Wochen Herbstferien)
•Term 4: Nach den Herbstferien (Mitte Oktober) bis Mitte Dezember (6 Wochen Sommerferien).

Gastschüler können ihr Auslandsschuljahr für 1-4 dieser Terms, aber natürlich auch für einen noch längeren Zeitraum organisieren. Wer ein ganzes Schuljahr in Neuseeland verbringen möchte, steigt dafür am besten zum Schulbeginn im Januar (Term 1) ein. Aufgrund der Einführung von G8 in Deutschland erfreuen sich in den letzten Jahren vor allem Kurzaufenthalte steigender Beliebtheit. Gerade die Befürchtung durch ein ganzes Jahr im Ausland den Anschluss an der eigenen Schule zu verpassen und ein Schuljahr wiederholen zu müssen, hat dazu geführt, dass sich viele Schüler für diese Variante des Auslandsschuljahres entscheiden. Aufgrund der langen Sommerferien in Deutschland bieten sich hier Term 2 und/oder Term 3 an. Zwar besteht grundsätzlich die Möglichkeit in jedem der Terms einzusteigen, jedoch sollte man bei der Planung beachten, dass Term 4 vor allem die Zeit der Prüfungen ist, in der der Schulstoff des Schuljahrs abgefragt wird und dementsprechend weniger Unterricht stattfindet.

Weitere Informationen zum Thema Schüleraustausch und High School Neuseeland finden sich auf der Website der Austauschorganisation Stepin.

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