... wird in dem Artikel "Über die Hochschulreform redet niemand" (FR) von Torsten Bultmann vom Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beleuchtet: [...] Zunächst wird angenommen, dass Studiengebühren die Studienzeiten verkürzen - aus dem ganz trivialen Grund geringerer persönlicher Kostenbelastung. Diese Beschleunigung ist jedoch nur ein Art Kollateralnutzen. Worauf es weit mehr ankommt, ist die Tatsache, dass Gebühren auf Seiten der Studierenden ein rechenhaft-kalkulierendes und instrumentelles Verhältnis zu den eigenen Bildungswünschen und wissenschaftliche Interessen erzeugen würden; sicher nicht in jedem Einzelfall, aber im gesellschaftlichen Durchschnitt.
Kurz: Studiengebühren sollen das persönliche Bildungsverhalten, angefangen bereits bei der Wahl der Fachrichtung, stärker auf künftige Verwertbarkeit ausrichten, da sie als "Preis" für Bildung - in der Sprache neoliberaler Bildungsökonomie: als individuelle Investition in das eigene Humankapital - eine künftige Rendite abwerfen müssen, die nur die Form eines mit dem jeweiligen Bildungsabschluss zu erzielenden Markteinkommens haben kann. Die ökonomische Verwertbarkeit eines Studiengangs könnte also durch Studiengebühren verbessert werden - und letztendlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass genau dies eben der ideologische Hintergrund der Einführung von Studiengebühren in Deutschland ist. Auch wenn jeglicher Ideologiebezug von denjenigen, welche einen ökonomischen Diskurs im Wissenschaftssystem forcieren stets geleugnet wird! Der Verlust an wissenschaftlicher Erkenntnis sowie die gesellschaftlichen Folgeschäden einer derartigen Auffassung von Bildung dürften jedoch ungleich höher sein, als es eine unmittelbare ökonomische Verwertbarkeit wissenschaftlicher Studiengänge je sein könnte. [via kHOSSmos]
Kurz: Studiengebühren sollen das persönliche Bildungsverhalten, angefangen bereits bei der Wahl der Fachrichtung, stärker auf künftige Verwertbarkeit ausrichten, da sie als "Preis" für Bildung - in der Sprache neoliberaler Bildungsökonomie: als individuelle Investition in das eigene Humankapital - eine künftige Rendite abwerfen müssen, die nur die Form eines mit dem jeweiligen Bildungsabschluss zu erzielenden Markteinkommens haben kann. Die ökonomische Verwertbarkeit eines Studiengangs könnte also durch Studiengebühren verbessert werden - und letztendlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass genau dies eben der ideologische Hintergrund der Einführung von Studiengebühren in Deutschland ist. Auch wenn jeglicher Ideologiebezug von denjenigen, welche einen ökonomischen Diskurs im Wissenschaftssystem forcieren stets geleugnet wird! Der Verlust an wissenschaftlicher Erkenntnis sowie die gesellschaftlichen Folgeschäden einer derartigen Auffassung von Bildung dürften jedoch ungleich höher sein, als es eine unmittelbare ökonomische Verwertbarkeit wissenschaftlicher Studiengänge je sein könnte. [via kHOSSmos]
Kommentare:
# sehpferd schrieb am 16. Dez, 07:42:
Studiengebühren eher pragmatisch zu sehen?
Es könnte doch freilich auch sein, dass es keine ideologischen, sondern pragmatische Gründe sind. Wer ein Studium möchte, das letztendlich der Person kein Brot und weder dem Staat noch der Gesellschaft irgend einen Nutzen bringt, der ist mit "Studiengebühren" noch recht gut bedient - er zahlt ja sonst nichts für das teure Vergnügen, sich ganz privat bilden zu dürfen.
meint ultimativ sehpferd
# Stephan Mosel antwortete am 16. Dez, 18:50:
Wer sagt denn,
dass der gesellschaftliche Nutzen eines Studiums einzig und allein in seiner ökonomischen Verwertbarkeit begründet liegt? Das ist ideologisch.
Gesellschaftlicher Nutzen:
Wie bitte definierst du das?In Deutschland muss man sich mittlerweile nicht nur für Kinder, sondern auch schon für eine Promotion entschuldigen ...
Aber, aber ...
ich erwarte ja nicht viel von Schulmeistern, aber doch wenigstens, dass sie genau hinlesen, bevor sie antworten.
# Stephan Mosel antwortete am 16. Dez, 19:16:
Was- und wenimmer Du auch meinst
ein Argument ist das jedenfalls nicht.
# Andi (Gast) schrieb am 11. Mai, 13:26:
Äh, wer muss nochmal die Studiengebühren bezahlen?
"Zunächst wird angenommen, dass Studiengebühren die Studienzeiten verkürzen - aus dem ganz trivialen Grund geringerer persönlicher Kostenbelastung. "Also, wenn ich mal bei meinen Kommulitonen nachfrage, dann sagen diese mir, dass sie durch die Studiengebühren jetzt nochmehr arbeiten müssen, da sie sich das Studium sonst garnicht mehr leisten können!
Mehr arbeiten bedeutet (und das ist die logische Konsequenz) weniger Zeit fürs Studium, ergo verlängerte Studienzeiten!
Natürlich könnte in dem Beitrag auch ein leichter Zynismus stecken, denn seit der Einführung der Gebühren haben schon ca. 7 meiner Freunde ihr Studium geschmissen, also "die Studienzeit verkürzt" auf Null Semester...!
Da sag ich nur, schöne TEure Bildung!
In diesem Sinne....








